Auch Tigers-Topscorer bleibt Ville Järveläinen hat Zeug zur Identifikationsfigur

Halten die Bayreuther die Klasse, bleibt er ein Tiger: Topscorer Ville Järveläinen. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Wertschätzung, Wohlfühlatmosphäre und Kontinuität: Diese drei Argumente haben offensichtlich auch Ville Järveläinens Entscheidung beflügelt, weiter in Bayreuth aufs Eis gehen zu wollen. Der Topscorer der Tigers gab als mittlerweile zehnter Akteur seine Zusage für eine weitere DEL2-Saison.

Nach dem schwedischen Verteidiger Simon Karlsson ist Järveläinen der zweite Ausländer, der seinen Vertrag für eine weitere Zweitliga-Saison verlängerte. Für seinen Trainer Petri Kujala hat der 165 cm große und wieselflinke Finne sogar das Zeug zur Identifikationsfigur.

Ein Leistungsträger ist er für ihn ohnehin, ungeachtet seiner Statistiken, die aber genau das belegen: In 43 Spielen erzielte Järveläinen 16 Tore und lieferte 27 Vorlagen. Im Topscorer-Ranking der DEL2 ist das Platz 30, im mannschaftsinternen Platz eins. Nicht nur deshalb nimmt Järveläinen in den perspektivischen Überlegungen seines Coaches eine tragende Rolle ein: „Er hat mich von Beginn an überzeugt. Und das Schöne ist, mit 25 Jahren hat er auf jeden Fall noch Entwicklungspotenzial.“

Dieser Einschätzung stimmt auch Matthias Wendel zu. Der Geschäftsführer hat bei dem Goldhelm sogar schon innerhalb der aktuellen Saison eine Leistungssteigerung erkannt. Ville Järveläinen sei „von Spiel zu Spiel stärker“ geworden, sagt Matthias Wendel: „Er ist nicht nur ein technisch versierter Spieler mit offensichtlichen Offensivqualitäten, sondern auch unheimlich stark in der Rückwärtsbewegung. Und auch bei den Special Teams hat er bei uns eine tragende Rolle.“

Genau der richtige Platz

Ein Hexenwerk seien die Vertragsverhandlungen mit Järveläinen nicht gewesen, verrät der Geschäftsführer. „Das ging ganz fix.“ Und er erklärt weshalb: „Von Vorteil ist es natürlich schon, dass viele andere Vereine zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht über die Besetzung ihrer Kontingentstellen nachdenken.“ Andererseits wisse Järveläinen auch, was er hier habe. „Der Standort Bayreuth an sich war zweifellos ein nicht unerheblicher Faktor bei seiner Entscheidungsfindung.“

Järveläinen bestätigt das. „Ich habe meine Zeit in Bayreuth bislang wirklich sehr genossen. Man hat hier ideale Möglichkeiten, sich als Spieler zu entwickeln. Für mich ist Bayreuth zur aktuellen Zeit genau der richtige Platz. Und ich bin mir sicher, dass meine besten Jahre erst noch kommen werden“, sagt der 25-jährige Skandinavier. Dabei verhehlt er nicht, dass auch die Aussicht auf eine weitere Zusammenarbeit mit Trainer Petri Kujala sein Ja zu Bayreuth bekräftigt habe. „Ich mag die Art, wie er Eishockey spielen lässt, und seine Philosophie. Darüber hinaus ist es gut für den Klub, Kontinuität auf dieser Position zu haben.“


Info: Gültige Verträge für die kommende Spielzeit haben bei den Bayreuth Tigers Brett Jaeger, Martin Heider, Henry Martens, Simon Karlsson (DEL2), Michal Bartosch, Sebastian Busch (DEL2), Kevin Kunz, Ivan Kolozvary, Tim Richter (DEL2) und Ville Järveläinen (DEL2).


Nachgefragt bei Tigers-Geschäftsführer Matthias Wendel

Herr Wendel, derzeit jagt eine positive Nachricht die nächste aus dem Lager der Tigers – vom rein sportlichen Hoch einmal abgesehen. Sie haben schon jetzt zehn Spieler mit einem Vertrag für eine neue DEL2-Saison ausgestattet. Wie viel Prozent des aktuellen Teams werden auch in der nächsten Spielzeit noch an Bord sein?

Matthias Wendel: Obgleich es momentan wirklich sehr gut läuft mit den Vertragsverlängerungen, fällt mir eine Prognose schwer. Aber zufrieden wäre ich, wenn wir zwischen 70 und 80 Prozent der Spieler halten könnten.

Mussten Sie ihren Geldbeutel bei den Vertragsverhandlungen weiter öffnen als vor der aktuellen Saison?

Wendel: Nein. Die Spieler erhalten weitgehend die gleichen Bezüge. Gibt es Veränderungen, so bewegen sie sich im Mü-Bereich. Unser Deal sieht so aus: Die Bezüge bleiben in etwa gleich, dafür bekommen die Spieler Planungssicherheit durch unser sehr frühes Angebot. Insgesamt, davon gehe ich zumindest aus, verhilft uns die Kontinuität in unserem Kader auch zu Einsparungen, die kleinere Gehälteranpassungen mehr als wettmachen.

Wie meinen Sie das?

Wendel: Man muss bedenken, dass wir für jeden Neuzugang 2500 Euro in den Reindl-Pool zahlen. Angesichts unserer großen Fluktuation vor der laufenden Saison hat das unser Budget mit rund 40.000 Euro belastet. Jeder Spieler, der bleibt, spart uns also erst einmal Geld.

Es herrscht derzeit eine solch positive Stimmung im Umfeld, dass man sich scheinbar um den Klassenerhalt gar keine Gedanken mehr macht. Spielt der Abstieg in Ihren Überlegungen auch keine Rolle mehr?

Wendel: Ich bin da ganz Realist und weiß um die immer noch prekäre Situation, und dass wir nur einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegszone haben. Das aber weiß die Mannschaft auch und wird dementsprechend fokussiert sein.

Einziger Stimmungskiller sind die Zuschauerzahlen – mit 1607 im Schnitt sind Sie immer noch Liga-Schlusslicht. Was kann man tun?

Wendel: Ich sehe das nicht dramatisch, denn ich bin überzeugt davon, dass man die Grundlagen für einen guten Zuschauerzuspruch immer in der Vorsaison legt. Daher sind die Zahlen auch plausibel. Gedanken machen würde ich mir, wenn die Zahlen auch in der kommenden Spielzeit so niedrig bleiben oder gar noch sinken würden.

 

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