Asylbewerber aus dem Iran ist in Thurnau Bademeister – Davood Homayuni kam vor 20 Monaten nach Deutschland Asylbewerber aus Iran wird Bademeister

Als Davood Homayuni vor 20 Monaten nach Deutschland kam, hätte er sich nicht träumen lassen, dass er schon bald wieder in seinem alten Beruf arbeiten kann. Jetzt ist dieser Traum wahr geworden. Der 44-Jährige ist Bademeister im Thurnauer Freibad. Für Davood Homayuni ist der Job ein echter Neuanfang.

33 Grad im Schatten, die Sonne brennt vom Himmel. Davood Homayuni postiert sich im Schatten, unter dem Springerbrett. Er hat eine verspiegelte Sonnenbrille auf und lässt seinen Blick unaufhörlich über das Becken schweifen. „Nicht machen“, sagt er zu zwei Jungs, die sich gegenseitig untertauchen und erklärt, dass das gefährlich werden kann.

„Ich kann noch nicht so gut Deutsch, aber ich versuche immer deutsch zu reden“, sagt der neue Bademeister. Manchmal behilft sich Davood Homayuni mit ein paar englischen Worten. „Aber ich werde weiter lernen, so dass ich immer besser sprechen kann“, verspricht er.

Zwanzig Monate in Deutschland

Der Iraner ist seit zwanzig Monaten in Deutschland. Er war in Nürnberg, Mainleus, lebt schon seit geraumer Zeit in Thurnau. Im Töpferort hat er Freunde gefunden. Und die haben ihm letztlich auch zur Anstellung im Freibad verholfen. „Ich war Bademeister, musste aber natürlich die Zertifikate vorlegen“, erklärt Davood Homayuni.

Das Rettungsschwimmabzeichen hat er noch einmal in Deutschland abgelegt. Tauchen, Springen, Rettungsschwimmen – all die Anforderungen waren für ihn kein Problem. Sportlich macht er allen was vor, ist sich das gesamte Aufsichtsteam im Freibad einig.

„Wir haben durch Zufall erfahren, dass Davood Homayuni Rettungsschwimmer beim Militär war. Er musste natürlich erst ein bisschen Deutsch lernen, um sich auch verständlich machen zu können. Aber wir haben die Qualifikationen angefordert und fachlich ist er sehr gut“, lobt der Bürgermeister Martin Bernreuther.

Häufige Wechsel vorher

In den zurückliegenden Jahren hat es immer wieder Wechsel beim Aufsichtspersonal gegeben. Jetzt hofft Bernreuther, mit Homayuni einen zuverlässigen Mann, der auch langfristig bleiben wird, gefunden zu haben. „Wir haben Bedarf, auch wegen der veränderten Arbeitszeitregelungen. Vor 15 oder 20 Jahren sind die Bademeister einfach an heißen Tagen gekommen, jetzt gilt es, Zeiten und Pausen einzuhalten. Wir brauchen Leute, die von 8 Uhr bis 20 Uhr da sind. Wir müssen mit mehreren Schichten arbeiten“, erklärt Bernreuther das Prozedere.

„Die Tätigkeit ist gar nicht so anders als im Iran, aber es gibt natürlich auch Unterschiede“, sagt Homayuni nach seinen ersten Tagen. So ist es in Teheran bis heute undenkbar, dass Männer und Frauen gemeinsam in ein Bad gehen. „Im Iran ist es so, dass die Frauen vormittags und mittags baden gehen können, die Männer können nachmittags und abends gehen“, erklärt Homayuni. „Manche Dinge sind im Iran strenger.

Freundlicher Mann am Beckenrand

Man darf beispielsweise gar nicht ins Wasser springen, das ist in Teheran nicht erlaubt, in Deutschland schon“, sagt Homayuni. Bei seiner Tätigkeit in Teheran war er nur für die Männer zuständig, in Deutschland wacht er über alle: über Männer und über Frauen. „Aber das ist kein Problem für mich“, sagt der Iraner und betont, dass er die speziellen Regeln des Landes achtet und respektiert.

In die Freibadtechnik wird der neue Bademeister gerade eingearbeitet. Auch in Teheran musste Homayuni alle technischen Einrichtungen betreuen. „Man legt sehr viel Wert auf Sauberkeit“, erzählt der Iraner. Davood Homayuni hat eine Aufenthaltsgenehmigung für die nächsten drei Jahre. „Mein Vertrag als Bademeister läuft zwar nur bis September, aber ich hoffe, dass ich dann auch einen Job für den Winter finden kann“, sagt der Iraner und betont, dass er in Thurnau viele freundliche Menschen getroffen hat, die ihm geholfen haben, sich zu integrieren. „Ich möchte den Kontakt zu Deutschen, denn nur so kann ich mein Deutsch verbessern“, erklärt Homayuni. Die Badegästen haben den freundliche Iraner akzeptiert.

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