Arbeitsantritt noch unklar Festspiele: Technischer Direktor gefunden

Der Technische Leiter des Theaters an der Wien, Christoph Bauch, soll neuer technischer Direktor der Bayreuther Festspiele werden. Das teilten die Festspiele mit. Bauch tritt die Nachfolge von Karl-Heinz Matitschka an, der die Festspiele bereits 2013 verließ - sein designierter Nachfolger hatte die Festspiele vergangene Woche abrupt verlassen. 

Christoph Bauch begann seine Laufbahn an der Sächsischen Staatsoper Dresden (Semperoper), an der er zuletzt als Stellvertretender Technischer Direktor arbeitete. 2008 nahm er ein Engagement als Technischer Direktor am Theater Bremen an, seit 2010 ist er als Technischer Leiter am Theater an der Wien tätig. Wann er nach Bayreuth wechselt, ist noch unklar.

„Wir freuen uns, einen so erfahrenen und renommierten Fachmann für die vielfältigen Aufgaben bei den Bayreuther Festspielen verpflichten zu können“, teilt der Geschäftsführer der Festspiele GmbH, Heinz-Dieter Sense, mit.

Bauchs Vorgänger Karlheinz Matitschka, der in dieser Funktion seit 2001 auf dem Grünen Hügel tätig war, ging Ende Oktober in den Ruhestand – ein Jahr früher als geplant. Nach Kurier-Informationen war Matitschka aber schon seit Ende der Festspielzeit 2013 freigestellt.

Sein designierter Nachfolger Andreas von Graffenried (44), der die Aufgaben des technischen Direktors seit 2013 erfüllte, verließ die Festspiele am Freitag. Er hatte in der vergangenen Woche um Auflösung seines Vertrags gebeten.

Graffenried war Anfang 2013 vom Théâtre Châtelet in Paris nach Bayreuth gewechselt – als Matitschkas Stellvertreter. Seit Matitschkas Ausscheiden war die Position des Direktors unbesetzt; Graffenried führte die Geschäfte. In der Saison 2013 wurde er dem 120-köpfigen Techniker-Team als künftiger Direktor vorgestellt.

Der technische Direktor ist verantwortlich für alle technischen Abläufe der Bayreuther Festspiel GmbH. Ihm sind alle technischen Abteilungen und Werkstätten unterstellt – Bühnenhandwerker, Schreiner, Schlosser, Dekorateure, Bühnenmaler, Beleuchter, Tontechniker, Elektriker sowie Heiz- und Klimatechniker. Er ist verantwortlich für die technische Vorbereitung der Inszenierungen und Bühnenbilder – und die Einhaltung des Budgets.

„Seine Kündigung hat mich überrascht und auch auf dem falschen Fuß erwischt“, sagte Festspielgeschäftsführer Heinz-Dieter Sense dem Kurier auf Nachfrage.

Im September schrieben die Festspiele Matitschkas Stelle offiziell aus. Gesucht war ein Diplomingenieur mit handwerklicher Ausbildung und Führungserfahrung an einem Internationalen Opernhaus. Geplanter Vertragsbeginn: 1. Dezember.

Graffenried hatte sich beworben, sagt Sense. „Die Gespräche waren noch nicht abgeschlossen, da hatte ich schon Herrn Graffenrieds Kündigung auf dem Schreibtisch.“ Ob er aus dem Verlauf der Gespräche geschlossen habe, dass er den Job nicht bekomme, oder ob er eine anderen Job in Aussicht habe, wisse er nicht, sagt Sense. Auch die Frage, welche Rolle das geplatzte Engagement von Jonathan Meese oder die Bühnenpanne bei der Eröffnungspremiere 2014 spielten, blieben unbeantwortet.

Auf Anfrage wollte sich Graffenried nicht zu den Gründen seiner Kündigung äußern. Ob er von der Ausschreibung der sicher geglaubten Stelle überrascht war oder ihm ein anderer Bewerber überlegen war, wollte er nicht kommentieren.

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