Arbeiten am Sanierungsplan Modehaus K&L vorerst drei Monate unter Schutzschirm

K&L im Bayreuther Rotmain-Center. Archivfoto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Der Modehändler K&L musste – wie berichtet – die Notbremse ziehen und Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. K&L mit Sitz in Weilheim (Oberbayern) betreibt mit 1200 Mitarbeitern 57 Filialen in Süddeutschland, unter anderem in Bayreuth, Hof, Plauen, Dörfles-Esbach und Suhl. Wie geht es nun weiter? Wie viele Filialen werden geschlossen?

„Wir können derzeit noch zu keiner möglichen Schließung irgendeiner Filiale etwas sagen. Dieses wird über die nächsten Wochen im Rahmen des Schutzschirmverfahrens im Detail analysiert und wird Bestandteil des aufzustellenden Sanierungskonzeptes sein“, sagt K&L-Chef Jens Bächle auf Nachfrage unserer Zeitung.

K&L "derzeit nicht profitabel".

Das Schutzschirmverfahren dauert nach Angaben von Bächle in der Regel drei Monate, innerhalb derer das Unternehmen in Abstimmung mit den beteiligten Gläubigern einen Sanierungsplan für das Unternehmen erarbeitet. Dieser werde anschließend in Zusammenarbeit von Unternehmen, Sachwalter und Gericht innerhalb eines kurzen Zeitraumes umgesetzt.

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K&L schrieb zuletzt Verluste, was Bächle in einem früheren Interview mit unserer Zeitung bestätigte: „Wir sind derzeit nicht profitabel.“ Über die genaue Höhe der Verluste will der Firmenchef keine Auskunft geben: „Über den Verlust kann keine Aussage getroffen werden.“ Bächle verweist auf leichte Umsatzsteigerungen in diesem Jahr. Die Erlöse sollen nach 116 Millionen im Vorjahr nun 120 Millionen Euro erreichen. Auch das Ergebnis habe verbessert werden können.

Bächle hatte das Unternehmen im Zuge eines Management Buy-outs im September letzten Jahres übernommen. Bis dahin war er Finanzvorstand bei K&L, dem früheren K&L Ruppert.

Gravierende Veränderungen in der Modebranche

Als Ursache für die Schieflage nennt das Unternehmen Fehler in der Vergangenheit und gravierende Veränderungen in der Modebranche, die den Wettbewerbsdruck verstärkt und zu Umsatzrückgängen geführt hätten. 2016 lag der Umsatz noch bei 143 Millionen Euro. Jetzt stehen alle Filialen auf dem Prüfstand. Defizitäre Standorte sollen zügig geschlossen werden. Bächle muss die selbst gestellten Aufgaben abarbeiten. Im Interview unserer Zeitung sagte er damals: „Wir werden unsere Kollektionen weiter verbessern, unsere Verkaufsflächen optimieren, wir werden die Ansprache unserer Kunden weiter verbessern und unsere Onlineaktivitäten verstärken.“

Als der Finanzvorstand Eigentümer des Unternehmens wurde, wollten wir von ihm auch noch wissen, ob für ihn damit ein Traum wahr geworden ist. Die Antwort: „Wenn wir profitabel geworden sind, dann ja.“

 

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