Arbeit der Tierschützerin Natalie Ristic wird erneut boykottiert Unbekannter zerstört Katzen-Unterschlupf

Bereits zum zweiten Mal wurde die Futterstelle von Natale Ristic in Rothwind zerstört. Foto: Natalie Rothwind

Natalie Ristic ist sauer. Seit einigen Jahren hat die Tierschützerin einige Futterstellen für verwilderte Katzen aufgebaut, die sie aus eigener Tasche bezahlt. Ihr geht es darum, den Katzen einen Unterschlupf und Futter zu geben. Aber auch darum, sie kastrieren zu lassen. Die Marktgemeinde Mainleus kümmert sich nicht um das Problem, weil bisher nur eine Beschwerde vorliegt.

Der Futterplatz, den die 48-jährige Natalie Ristic gebaut und bezahlt hat, besteht aus fünf Euro-Paletten, zu einem Würfel zusammengenagelt. Darin steht eine große Styroporbox mit einem Loch, durch das die Katzen an das Trockenfutter im Inneren gelangen. Sie schätzt, dass etwa ein Dutzend Katzen auf diese Futterstelle angewiesen sind. Sie bietet ihnen nicht nur Futter, sondern auch Schutz vor Eis, Regen und Kälte.

Katzen werden kastriert, zum Arzt gebracht und gefüttert

Natalie Ristic ist bekannt: Wenn sie morgens und abends zwei der sieben Futterstellen besucht, die sie gemeinsam mit einer Freundin betreut, tuscheln viele Leute, sagt sie. Doch die 48-Jährige lässt sich davon nicht beirren. Sie füttert die verwilderten Katzen, lässt sie kastrieren. Kranke Tiere bringt sie zum Tierarzt, pflegt sie gesund, bevor sie sie zurück an die Futterstelle bringt. Sie hat das Problem bereits mit dem Mainleuser Bürgermeister besprochen. Doch da dies die einzige Beschwerde ist, sind Bosch die Hände gebunden.

Zwölf Stunden Einsatz pro Woche

Etwa zwölf Stunden ihrer Freizeit opfert Natalie Ristic wöchentlich. Wenn die Katzen für Kastrationen eingefangen werden müssen, verdoppelt sich das Arbeitspensum. Oft liegt sie nachts stundenlang auf der Lauer, um die scheuen Tiere einzufangen und sie morgens zum Tierarzt zu bringen. Spät abends, wenn die Katzen wieder vollständig aus der Narkose erwacht sind, werden sie an der gleichen Stelle wieder ausgesetzt. Doch das sähen nicht alle Rothwinder gerne: Katzen würden aus Lebendfallen befreit, Bauern weigerten sich, ihre Tiere kastrieren zu lassen. „Viele verstehen nicht, warum ich das tue“, sagt die Kulmbacherin, die sich seit 20 Jahren ehrenamtlich im Tierschutz engagiert.

Arbeit wird boykottiert

Sie störe mit ihrer Arbeit niemanden und habe sogar die Erlaubnis des Pächters, dort eine Futterstelle zu errichten. Trotzdem werde ihre Arbeit boykottiert: In Melkendorf seien die Futterschüsseln zertreten und vor einigen Wochen die Styroporbox, die den Katzen auch als Schlafplatz dient, zerstört worden. Und nun schon wieder.  

Hohe Hilfsbereitschaft

Als Ristic vor einigen Tagen zu der Futterstelle kam, traute sie ihren Augen nicht. Zwei der vier Paletten-Seitenwänden wurden weggerissen. Trotz der Umstände kümmert sich Ristic weiter um die streunenden Katzen. In ihrer Wut postet sie ein Foto auf Facebook, innerhalb von 48 Stunden wird der Beitrag über 290 Mal geteilt, dutzende Menschen sprechen ihr Mut zu. Viele sind entsetzt. Die Tierschützer, die den Facebookbeitrag von Ristic gelesen haben, wollen helfen. Sie boten Futterspenden an und wollen neue Unterschlupfe für die Streuner bauen.

Sachbeschädigung ist strafbar

Die blinde Zerstörungswut überrascht nicht nur die Facebook-Gemeinde, sondern auch Peter Hübner, Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach. Er bestätigt, dass die Zerstörung einer solchen Futterstelle den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt. „Welche Straftaten sonst noch dazu kommen würden, muss im Einzelfall noch geklärt werden“, sagt Hübner. Der Gesetzgeber sieht in einem solchen Fall eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Arbeit mehr zu schätzen wissen

Was Ristic dem Täter sagen würde, wenn die Polizei ihn zu fassen bekäme? „Ich würde ihm raten, mit uns Tierschützern zu sprechen, um unsere Beweggründe zu verstehen.“ Denn: Würden die Menschen wissen, wie wichtig die Kastration dieser verwilderten Katzen ist, würden sie nicht die Futterstelle zerstören. Sie rechnet vor: „Wenn ein Katzenpaar zweimal pro Jahr Nachwuchs bekommen und pro Wurf drei Kätzchen überleben, dann ergibt das nach zehn Jahren über 80 Millionen Kätzchen.“

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