Arbeit bis ins Rentenalter

Sie treten die Reise in die Vergangenheit an: Thomas Müllinger (links) und Frank Unterburger rechts. Foto: Gisela Kuhbandner

Erfahren, entdecken, dokumentieren und an die Arbeit ihrer Vorgänger anknüpfen – Thomas Müllinger und Frank Unterburger haben sich viel vorgenommen. Und sie treten in große Fußstapfen: Die örtlichen Heimatforscher Horst Pecher, Armin Hofmann und Albert Lichtblau forschen seit vielen Jahrzehnten in der Heimatgeschichte – mit viel Herzblut und fachlichem Wissen.

Sie haben Fakten, alte Fotografien und Bilder zusammengetragen und ihre Recherchen in drei Chroniken zusammengefasst: Zwei Bände über „die Heimat im obersten Fichtelnaabtal“ und einen Band über die Schulgeschichte, wobei der erste Band bereits vergriffen ist und derzeit neu gedruckt wird. Jetzt haben die drei Heimatforscher und Chronisten ihre Arbeit in jüngere Hände übergeben.

Und es war ein Glückfall, dass Thomas Müllinger und Frank Unterburger die Heimatforschung weiterführen werden. Längst schon sind beide mit diesem Virus infiziert, haben viele Ideen und verfügen bereits über so viel detailliertes Wissen, dass es einem fast die Sprache verschlägt.

Unterlagen digitalisieren

„Der Berg an Arbeit, der vor uns liegt, wird uns mindestens bis zu unserem Rentenalter beschäftigen“, lachen die beiden engagierten Jugendlichen. Neulinge aber sind sie nicht. Frank Unterburger, Salesmanager bei einem großen Marktredwitzer Unternehmen, arbeitet schon seit zehn Jahren bei den Heimatforschern mit. Thomas Müllinger, Verwaltungsfachangestellter und Standesbeamter in der Gemeinde Fichtelberg, war bereits beim Erfassen von Unterlagen mit der EDV behilflich. Darauf legen die beiden auch künftig ihr Augenmerk. Alte Schriften, Bilder und Dokumente sollen digitalisiert werden.

Mitte der 50er Jahre hat Monsignore Anton Winkler begonnen, Häuserchroniken zu erfassen und seine Erkenntnisse in den damaligen Kirchenanzeigern zu veröffentlichen. Frank und Thomas haben sich vorgenommen, diese Chroniken weiterzuführen, was mit vielen Recherchen, Interviews mit den Altvorderen und vielem mehr verbunden ist. Ein Schwerpunkt wird weiterhin die spannende Bergamtsgeschichte von Fichtelberg sein. Dazu liegen alte Schriften und Dokumente bis zurück ins 17. Jahrhundert vor.

Kontakt zur Uni Bayreuth

Eine Studentin an der Uni in Bayreuth schreibt gerade ihre Doktorarbeit über dieses Thema und hat Kontakt mit den jungen Heimatforschern aufgenommen. „Ein gegenseitiges Geben und Nehmen“ bestätigen beide, deren erste Amtshandlung es war, Schätze des Bergbaus – Rauchtopase vom Ochsenkopf, Granitgestein mit Uranspuren, Erze vom Gleißinger Fels, Paterl aus der Proterobas-Hütte und vieles mehr zurück in die Heimat zu holen. Sie stammen aus der umfangreichen Sammlung des ehemaligen Fichtelbergers Gustav Markhof, der als Polizeikommissar in München arbeitete, mit seiner Familie in Unterföhring wohnte und plötzlich verstarb. Seiner Ehefrau war es ein großes Anliegen, diese Exponate zurück in die alte Heimat zu bringen.

Frank und Thomas sind sich sicher, dass durch diese Sammlung die Bergbaugeschichte noch lebendiger dargestellt werden kann und sie künftige Ausstellungen bereichern wird.

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