Anklage: 1,3 Millionen Euro ergaunert

Vier mutmaßliche Anlagebetrüger stehen von Donnerstag an in Hof vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, elf Geschädigte um 1,3 Millionen Euro geprellt zu haben.

Ein 71-Jähriger aus dem Landkreis Coburg und ein 46-jähriger Mann aus Berlin stehen im Mittelpunkt des Betrugsverfahrens vor der dritten Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hof.

100 Prozent Rendite, kein Verlustrisiko

Zusammen mit andern sollen sie 2014 und 2015 von elf Anlegern fast zwei Millionen Euro eingenommen haben. Angeblich sollte das Geld in Währungsspekulationen investiert werden. Dabei sollten die Kunden nicht nur Renditen von bis zu 100 Prozent jährlich, sondern auch noch einen absoluten Schutz des Einsatzes erhalten.

Tatsächlich aber hätten beide mit fast 1,3 Millionen Euro  den Großteil des Geldes für sich behalten, ist sich die Staatsanwaltschaft Hof sicher. Für die Kunden angelegt wurde überhaupt nichts. Alle Rückzahlungen, die die Anleger erhielten, stammten laut Anklage aus eigenen und Einzahlungen anderer Anleger.

"Alter Kunde" der Justiz

Der 71-Jährige Gerd M. aus dem Raum Coburg ist ein „alter Kunde“ der Hofer Justiz; er wurde schon sechs mal wegen Betrugs - zum Teil auch wegen langen Haftstrafen - verurteilt. 1996 wurden beide Angeklagte wegen gemeinsam gegangener Betrügereien in Hof zu Haftstrafen verurteilt.

Der heute 46-jährige Thorsten Barth war zuvor als Marktredwitzer Faschingsprinz bekannt geworden. Er hatte damals auch für die Hofer Firma Futura Finanz gearbeitet. Gegen deren damaligen Inhaber Miachel Turgut verhandelt die selbe Kammer aktuell ebenfalls wegen Betrugs.

Thorsten B. war später nach Berlin gegangen und hatte sich im Immobilien-Geschäft versucht. Den Richtern erklärte er, dass er geglaubt habe, Gerd M. sei nun ein seriöser Geschäftsmann, als dieser sich 2014 wieder an ihn wandte.

Finger mit Küchenmesser abgetrennt

Für ihn hatte das neue neue Engagement einschneidende Folgen: Ein russischer Bauunternehmer mit Wohnsitz in Berlin, der sein Geld wiederhaben wollte, verprügelte ihn in seiner Wohnung brutal und trennte mit einem Küchenmesser drei seiner Finger fast vollständig ab.

Der Prozess ist vorläufig auf elf Verhandlungstage angesetzt und wird bis in den Februar hinein andauern.

 

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