Andreasmarkt Schaden Gebühren der Vielfalt?

Trotz Regens herrschte ziemlicher Betrieb auf dem Andreasmarkt, Foto: Andreas Harbach

WEIDENBERG. Der Weidenberger Andreasmarkt gilt als einer der stimmungsvollsten Adventsmärkte im Landkreis. Was offenbar keine Garantie auf ein Fortbestehen ist: In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats malte Martin Lochmüller die Zukunft des Marktes in düsteren Farben.

Martin Lochmüller, Vertreter von UW/Bürgerforum im Weidenberger Gemeinderat, hatte große Lücken zwischen den Ständen des Andreasmarktes ausgemacht. Es seien weniger Beschicker nach Weidenberg gekommen als in den vergangenen Jahren, was nicht am Regen liege. Hauptgrund für ihn: Die neue Gebührensatzung. Lochmüller regte an, über eine Unterstützung aus der Bürgerstiftung Weidenberg nachzudenken. „Sonst ist der Markt nächstes Jahr komplett kaputt.“

Ein Schluss, dem Bürgermeister Hans Wittauer nicht folgen mochte. Er betonte, dass die Gebührensatzung in einer demokratischen Abstimmung verabschiedet worden sei. Der Gemeinderat wiederum habe einen guten Grund für dieses Votum. „Wir sind eine Konsolidierungsgemeinde“, sagte Wittauer, Stabilisierungshilfen aber seien nicht ohne erkennbare Anstrengungen des Marktes zu erlangen. Zudem bringe die Marktgemeinde viel Gegenleistungen, sorge für Strom, Auf- und Abbau und sanitäre Anlagen.

Vor allem letztere brachten Wittauer erkennbar mehr in Fahrt als Lochmüllers Einwurf. Was die Reinigungskräfte dort vorfinden, „das geht an die Grenzen“, sagte Wittauer. „Da brauchen wir über Zustände beim Münchner Oktoberfest nicht zu schimpfen.“ Helga Ordnung (FWG) sprang Lochmüller aber bei: „Wie mir zugetragen wurde, waren viele Menschen enttäuscht wegen der Satzung.“

"Wir sind sehr kulant"

Fühlen sich Standbetreiber abgezockt? Heiko Rauh vom Ordnungsamt kann die Aufregung nicht verstehen. Zehn Mitarbeiter des Bauhofs seien eine Woche lang mit der Infrastruktur des Marktes beschäftigt, „die drehen sogar noch die Glühbirnen in die Fassung“. Auch liege die Gebühr mit zehn Euro pro laufendem Meter – bei einer Mindestbreite eines Standes von drei Metern – weit unter den Gebühren etwa in Bayreuth.

Freilich, früher habe die Gemeinde diesen Service gratis angeboten. Aber auch Rauh verweist auf den Status einer Konsolidierungsgemeinde: In Zeiten, da Weidenberg auf Stabilisierungshilfen angewiesen sei und ihre Kostenkalkulationen überprüft würden, sei derlei Entgegenkommen nicht zu vertreten. „Wir sind aber trotzdem sehr kulant geblieben“, sagt er, etwa werde für Nebenstände ohne Verkaufsfront zum Verzehr oder zum Unterstellen kein weiteres Geld verlangt.

Die Fieranten und Vereine werden wohl weiter zahlen, wenn sie am Markt teilnehmen wollen. Ein Zuschuss aus der Bürgerstiftung dürfte Stiftungszweck nicht in Frage kommen. Denn weder ist der Markt zur Gänze bürgerschaftliches Engagement, noch dient er beispielsweise der Bildung oder dem Denkmalschutz. Auch eine Förderung im Sinne des Katastrophenschutzes dürfte nicht in Frage kommen – wie schlecht es auch um ihn bestellt sein mag.

 

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