Andreas Opel, Unternehmer aus Glashütten, ist der neue Vorsitzende der Jungen Liste im Landkreis JL-Vorsitzender: "Ich war nie eine Hure"

01.02.2018, Bayreuth, NK Redaktion, Andreas Opel, Foto: Andreas Harbach

Die Junge Liste hat einen neuen Kreisvorsitzenden. Andreas Opel, 38 Jahre alt, Gastronom und Schokoladenvertreiber aus Glashütten, steht künftig der Gruppe vor, die im vergangenen Jahr mit der Einführung der Gelben Tonne im Landkreis für Furore gesorgt hat. Und Opel kündigt an, bei der nächsten Wahl einen Landratskandidaten stellen zu wollen.

"Ich war nie eine Hure", sagt Opel. Mit dem, was er tue, müsse er sich identifizieren können. Darum sei er erstens vor drei Jahren aus der CSU ausgetreten, nachdem wiederholt Mitglieder, die nicht auf Parteilinie waren, von Horst Seehofer geschnitten worden seien. Darum habe er zweitens als Handelsvertreter für Süßwaren nicht in Geschäften vorgesprochen, deren Dumpingpreise er kritisierte. Und darum sei drittens die Junge Liste die einzige Gruppierung, die für Opel derzeit in Frage komme. „Die Leute hier stehen mitten im Leben und stellen zukunftsgerichtete Anträge“, sagt Opel.

Spenden statt Wahlplakate

Vier Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat Glashütten wird der 38-Jährige jetzt also wieder politisch aktiv. Damals hatte Opel gefordert, dass es bei Kommunalwahlen in Glashütten künftig nur noch eine Liste geben solle. Parteipolitik habe auf kommunaler Ebene nichts zu suchen, findet Opel auch heute noch, und das Geld, das von den Parteien verpulvert werde, sei bei den Vereinen besser aufgehoben. Eine Mehrheit im Gemeinderat sah das anders und Opel trat bei der nächsten Wahl nicht mehr an.

Zu vieles liegt im Argen

Als Schriftführer des 35 Mitglieder starken Vereins Junge Liste hielt er sich seitdem politisch auf dem Laufenden. Und wunderte sich, dass die Leute ihm weiter ihre Sorgen und Nöte klagten, obwohl er kein Mandat mehr hatte. Irgendwann kam Opel zu dem Entschluss: Zu vieles liege im Argen. Dass seine Kinder eine ähnlich schöne Kindheit bekämen, wie er einst selbst, sei kein Selbstläufer. Weil der Landkreis verwaltet anstatt gestaltet werde. Weil sich führende Lokalpolitiker zu sehr mit dem Heute und zu wenig mit dem Morgen beschäftigten. „Als Unternehmer würde ich so auf die Schnauze fallen“, sagt Opel. 

Ärgernis ÖPNV

Der Landkreis müsse sich um alternative Treibstoffe kümmern. Um Wasserstofftankstellen, falls die Elektromobilität doch nicht der erhoffte Heilsbringer werde. Oder darum, dass Fahrten mit dem Schulbus ab der 11. Klasse künftig im Landkreis genauso kostenlos sind wie in der Stadt. Denn wer mit 18 Jahren auf das Auto umsteige, der gehe dem öffentlichen Personennahverkehr vielleicht für immer verloren. Und dann ändere sich auch nichts daran, dass die Fahrt für eine Familie nach Glashütten 22 Euro koste.

Opel will in den Kreistag

Im Jahr 2020 will Opel daher in den Kreistag. Die Junge Liste soll dann außerdem zum ersten Mal einen eigenen Kandidaten für das Amt des Landrats ins Rennen schicken. Wen, das sei noch nicht klar. Die Wahl hänge auch davon ab, wen die anderen Fraktionen nominierten. Mittlerweile, sagt Opel, sei die Junge Liste so selbstbewusst, zu sagen: „Der, der antritt, kann auch Landrat werden.“ Weil man seit der Einführung der Gelben Tonne im Landkreis, die man gemeinsam mit der Wahlgemeinschaft Land durchgesetzt hatte, nicht nur mit Personen aufwarten könne, sondern auch mit Themen.

Satzungsänderung um Personal zu halten

Die Junge Liste ist jetzt 30 Jahre alt und erwachsen geworden. Rechtzeitig dazu haben ihre Mitglieder eine Änderung an der Vereinssatzung vorgenommen. Zwar muss nach wie vor aus dem Verein austreten, wer 40 Jahre alt geworden ist. Für den Kreistag kandidieren darf er künftig aber weiter. Grund für die Änderung: In der Vergangenheit habe die Junge Liste reihenweise Leute, die mitten im Leben gestanden hätten, an andere Fraktionen verloren. Nicht nur an die CSU -- der Vorwurf, die Junge Liste sei eine Tarnliste der Christsozialen, hält sich hartnäckig -- sondern auch an Wahlgemeinschaft und Freie Wähler. Ein weiterer Grund für die Änderung: Der Zeitpunkt, in dem junge Familien mit Themen wie Schule, ÖPNV oder Diskobus konfrontiert würden, habe sich um Jahre nach hinten verschoben.

Info: Andreas Opel folgt auf Michael Herzing, der sich aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt hat.

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