Am 9. Dezember Das bringt der Fahrplanwechsel der Bahn

Demnächst Geschichte: die Zugtrennung in Marktschorgast. Die Züge auf den RE-Linien Hof-Bayreuth-Nürnberg und Hof-Bamberg fahren künftig in separaten Zeitlagen. Foto: Peter Gisder

BAYREUTH/KULMBACH/COBURG. Am 9. Dezember findet EU-weit der große Fahrplanwechsel statt, der für die Fahrgäste größere Veränderungen mit sich bringt als der kleine Wechsel im Juni. Für Oberfranken ergibt sich im internationalen, nationalen und regionalen Zugverkehr eine Reihe von Verbesserungen. Im Folgenden eine Übersicht über die künftigen Verbindungen im In- und Ausland.

Früher ab Bayreuth: Der neue Fahrplan bringt für Bayreuth verbesserte Anschlussmöglichkeiten in Nürnberg. Die Abfahrt des Regionalexpress' RE 3402 wird von 6.02 Uhr auf 5.51 Uhr vorverlegt. Dadurch werden die ICE-Frühverbindungen ab Nürnberg um 7 Uhr Richtung München, Essen und Berlin innerhalb weniger Minuten erreicht. Diese Verbesserung war, wie die Stadt Bayreuth kürzlich mitteilte, schon lange auf der Wunschliste der Bahnreisenden und der Stadt Bayreuth. Sie konnte nun durch Anpassungen bei der Regionalbahn von Neuhaus an der Pegnitz nach Nürnberg (Mittelfrankenbahn) ermöglicht werden. Für Frühpendler stehe weiterhin auch der Regional-Express RE 3460 um 6.24 Uhr zur Verfügung.

Im Oberfrankennetz von Agilis kommt es lediglich zu kleineren zeitlichen Optimierungen einzelner Züge bzw. zur häufigeren Anfahrt des Bedarfshaltes „Rothenbürg“ auf dem Streckenabschnitt Bad Steben-Hof, schreibt die Eisenbahngesellschaft in einer Pressemitteilung.

International schneller nach Wien, Prag und zum Münchner Flughafen:  Die Deutsche Bahn (DB) bietet im neuen Fahrplan täglich eine Direktverbindung von Berlin via Erfurt, Coburg und Nürnberg nach Wien an. Wer um 12.29 Uhr in Coburg startet, erreicht die österreichische Hauptstadt um 17.45 Uhr. In der Gegenrichtung erreicht man die Vestestadt um 15.27 Uhr. Dieses ICE-Zugpaar hält nicht in Bamberg.

Zwar weiterhin nur mit Umsteigen, dafür schneller als bisher gelangt man per Bahn von Oberfranken nach Prag. Die staatliche Eisenbahn-Infrastrukturbehörde SZDC gibt zum Fahrplanwechsel den längsten tschechischen Eisenbahntunnel bei Ejpovice östlich von Pilsen frei. Mit den beiden je 4,1 Kilometer langen Tunnelröhren verkürzt sich die Reisezeit in die Goldene Stadt um zehn Minuten. Dies kommt den Reisenden via Schirnding und via Furth im Wald gleichermaßen zugute.

Für Fernreisende, die per Bahn über Regensburg zum Flughafen München fahren möchten, entfällt das Umsteigen in Freising auf die S-Bahn oder den Bus. Zum Fahrplanwechsel geht der Überregionale Flughafenexpress (Üfex) in Betrieb. Die Üfex-Züge fahren auf der neu gebauten Neufahrner Gegenkurve, einer 2,3 Kilometer langen zweigleisigen Bahnstrecke, die die Strecken Regensburg-Landshut-München und Neufahrn (bei Freising)-Flughafen München verbindet. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat DB Regio mit dem Betrieb der neuen Üfex-Linie beauftragt. Die Fahrzeiten zum Airport verkürzen sich damit um bis zu 20 Minuten.

National in neuen Fernverkehrszügen nach Berlin und München:  Mit ihrer ICE-Flotte ist die DB jüngst in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Mit der Auslieferung weiterer Fernverkehrszüge vom Typ ICE 4 dürfte sich die Lage etwas entspannen. Das neue Flaggschiff der DB soll erstmals auf einem der beiden Linienäste der Schnellfahrstrecke via Erfurt und Halle/Leipzig nach Berlin mit Tempo 250 zum Einsatz kommen. „Die zweistündliche Linie Berlin-München via Leipzig und Erfurt wird weitgehend auf ICE 4 umgestellt“, teilt ein Bahnsprecher dazu mit. Die Bahn verspricht in ihrem neuesten Fernverkehrszug ein besonders großes Sitzplatzangebot wie in keinem anderen ICE. 

Im Ausbauabschnitt der ICE-Strecke zwischen Ebensfeld und Nürnberg nimmt die Bahn zwischen Baiersdorf und Forchheim zwei weitere Gleise in Betrieb. Durch diesen nunmehr viergleisigen Abschnitt erhofft sich die BEG eine „deutliche Verbesserung der Betriebsqualität“ im Nebeneinander des eigenwirtschaftlichen DB-Fernverkehrs und des bestellten Regionalverkehrs. Die DB hebt als weitere Vorteile die zusätzlichen ICE-Halte im neuen Fahrplan hervor. So erhält der Bahnknoten Bamberg nahezu einen Stundentakt auf der Linie München-Berlin. In Erlangen halten die ICE-Züge alle zwei Stunden.

Regional umsteigefrei nach Leipzig und stündlich schnell in den Frankenwald:  Auf der Frankenwaldbahn über Kronach nach Saalfeld gibt es vorerst weiterhin nur ein Intercity-Zugpaar pro Tag auf der Linie Karlsruhe-Leipzig. Als Ersatz für die früheren Fernverkehrsverbindungen von Lichtenfels nach Leipzig haben Bayern und Thüringen einen Ersatz mit einer verlängerten Regionalexpress (RE)-Linie beschlossen.

Der bisherige Franken-Thüringen-Express (FTX) von Nürnberg über Bamberg, Lichtenfels und Kronach nach Jena wird zweistündlich bis nach Leipzig weiterfahren und dort Anschluss zum ICE nach Berlin ermöglichen. In der anderen Stunde verkehrt der FTX aus Nürnberg bis Saalfeld. Kronach und die anderen RE-Stationen auf der Frankenwaldbahn erhalten somit stündliche schnelle Verbindungen in beide Richtungen, wobei die Abfahrtszeiten nur alle zwei Stunden minutengleich sind.

Die BEG hebt als Vorteil die Verkürzung der Fahrzeiten von Kronach nach Nürnberg um bis zu 15 Minuten hervor. Außerdem hat die BEG den RE-Fahrplan zwischen Nürnberg und Coburg über die Neubaustrecke an die neuen ICE-Fahrzeiten in Coburg angepasst. Ein weiteres schnelles RE-Zugpaar zwischen Nürnberg und Coburg ergänzt das Fahrplanangebot.

Für das neue Konzept der FTX-Züge passen die BEG und DB Regio das RE-Linienkonzept im östlichen Oberfranken an. Wer aus Richtung Hof oder Bayreuth nach Kronach fahren möchte, steigt künftig nicht mehr in Lichtenfels, sondern bereits in Hochstadt-Marktzeuln um.

Die Züge auf den RE-Linien Hof-Bayreuth-Nürnberg und Hof-Bamberg fahren in separaten Zeitlagen. Die Zugtrennung in Marktschorgast entfällt. Durch die Fahrzeitverkürzung zwischen Hof und Bamberg um acht Minuten sind neue ICE-Anschlüsse in Bamberg erreichbar.

Im Kreis Kulmbach ergeben sich weitere Veränderungen im RE-Verkehr. Durch den neuen zweiten Bahnsteig in Untersteinach können die RE-Züge diese Station alle zwei Stunden bedienen. In Trebgast und Mainleus entfallen einzelne RE-Halte.

 

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