Altstädter zum Siegen verdammt

In Memmingen stand Patrick Weimar (links) in der Altstädter Startelf. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der 22-Jährige wegen der Sperre von Ivan Knezevic auch gegen Burghausen wieder von Anfang an mit dabei ist. Foto: Peter Mularczyk

Es ist der Auftakt zur „Woche der Wahrheit“ für die SpVgg Bayreuth in der Regionalliga Bayern: Am Dienstag um 18.15 Uhr geht es im Hans-Walter-Wild-Stadion gegen den unteren Tabellennachbarn SV Wacker Burghausen (15.), drei Tage später gastieren die Altstädter beim TSV Buchbach (13.) und am Sonntag steht das Heimspiel gegen den bereits als Absteiger feststehenden FC Unterföhring an. Doch soweit will der Bayreuther Trainer Christian Stadler noch nicht denken, legt den Fokus auf das Duell mit den Salzachstädtern: „Wir sind da zum Siegen verdammt.“

Die Begründung liegt auf der Hand. Mit dem 1:2 beim Vorletzten FC Memmingen haben sich die Altstädter selbst unter Druck gesetzt, und da der hinter ihnen liegende SV Seligenporten am Wochenende ebenfalls einen Dreier auf die Habenseite brachte, hat die Stadler-Elf bei einem Spiel weniger noch vier Zähler Abstand zur den Klosterern, beziehungsweise deren fünf auf die auf dem ersten Abstiegsplatz liegenden Allgäuer. „Das wird noch eine extrem heiße Kiste. Zumal alle anderen gefährdeten Teams auch gepunktet haben.“ Der Gast aus Burghausen, der als Tabellenfünfzehnter vier Zähler Vorsprung auf die Altstädter hat, war am Wochenende spielfrei. Mit dem von Stadler geforderten Sieg würde der Abstand auf einen Zähler schmelzen.

Burghausen mit neuem Trainer

Doch ob dieses Unterfangen so einfach umzusetzen ist? Schließlich hat der ehemalige Zweitligist – wie gemeldet – am Wochenende einen Trainerwechsel vorgenommen. Aufgrund der unbefriedigenden Ergebnisse der letzten Wochen wurde Cheftrainer Patrick Mölzl und seinem Assistenten Dominik Hausner der Stuhl vor die Tür gesetzt. Nachfolger ist der bisherige U 19-Trainer Ronald Schmidt: Der 40-jährige, ehemalige Burghausener Profi kennt die Regionalliga aus seiner Zeit als Co-Trainer (2015 bis 2017) und hat die Altstädter bereits in Memmingen in Augenschein genommen. „So ein neuer Mann kann eine gewisse Aufbruchstimmung erzielen“, glaubt Stadler, für den die Burghausener etwas überraschend in diesen Tabellengefilden stehen. „Auf jeden Fall werden wir auf einen extrem motivierten Gegner treffen.“

Nur ein Sieg in sieben Spielen

Der verbuchte aus den letzten sieben Spielen gerade einmal einen Sieg (2:1 gegen FC Augsburg II) – und was besonders ins Auge fällt: In diesem Zeitraum erzielten die Salzachstädter gerade einmal vier Tore. Der Ausfall des verletzten Torjägers Sascha Marinkovic (Bänderriss), der 15 Einschüsse auf seinem Konto hat, ist da deutlich zu spüren. Im Hinspiel (3:1) traf er zweimal gegen die Bayreuther. Mit weitem Abstand in der internen Torschützenliste folgen der ehemalige Hofer Martin Holek (6) und Marius Duhnke (5).

Die Niederlage in Memmingen war für den Bayreuther Übungsleiter äußerst ärgerlich: „Es war eine doppelte Enttäuschung. Zum einen sind die Punkte weg, obwohl wir viel investiert haben, zum anderen gab es die Rote Karte gegen Ivan Knezevic.“ Nach Studium des Videos („Ich konnte die Szene auf dem Platz selbst nicht sehen.“) ist Stadler davon überzeugt, dass es eine „überzogene Entscheidung“ des Unparteiischen war. Ein Urteil des Sportgerichts steht noch aus, „ich hoffe aber, dass die Sperre nicht allzu lang ausfällt.“

Was Stadler ärgerte, war der Umstand, dass sein Team nicht in die Grundordnung fand. „Dabei haben wir die Mannschaft genau auf den Gegner eingestellt, den wir offensiv und aggressiv erwartet hatten. Aber wir haben in vielen Situationen einfach zu lange gebraucht, haben nur reagieren können.“ Und das schnelle Gegentor (2.) spielte den Allgäuern zusätzlich in die Karten. „Ich hatte den Eindruck, als säßen wir in der ersten Viertelstunde gedanklich noch im Bus.“

Das Kollektiv ist gefordert

Natürlich ist Knezevics Ausfall ein herber Verlust, „zumal ja im Angriff auch noch Tobias Ulbricht ausfällt, aber wir müssen dies im Kollektiv lösen“, gibt Stadler aus. Gesetzt im Sturm ist auf jeden Fall Patrick Hobsch, der in Memmingen nur 45 Minuten eingesetzt wurde. „Wir müssen bei jedem die Einsätze genau dosieren“, unterstreich Stadler. „Schließlich muss die Mannschaft alle drei Tage Vollgas geben. Das geht an die Substanz.“

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