Alt-Pechgraben bleibt Kein Bebauungsplan "Dorf"

Eine Liste mit 87 Unterschriften von Pechgrabenern, die sich für den Dorfcharakter Pechgrabens aussprechen, überreicht Karin Schülein an Bürgermeister Harald Hübner, verbunden mit der Bitte, auch in Zukunft der Landwirtschaft eine Chance zu lassen. Foto: Gabi Schnetter

NEUDROSSENFELD. Zwei Stunden lang ringen die Gemeinderäte um die Entscheidung, ob man einen einfachen Bebauungsplan für den alten Ortskern von Pechgraben aufstellen solle. Mit neun zu sieben Stimmen unterliegt die FuG-Fraktion (Für unsere Gemeinde) mit ihrem Antrag, das Dorfgebiet zu überplanen, um Rechtssicherheit zu erlangen. Ausgelöst durch einen Nachbarschaftsstreit um den Standort eines Ziegenbocks.

Die Entscheidung zu vertagen bis in die nächste Sitzung und Informationen aus dem Landratsamt einzuholen, hätten sich die Gemeinderäte Rudi Bock, SPD, Manuela Stöcker, Freie Wähler, und Heidemarie Nitsch, FuG gewünscht, aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Darlegungen. Sie werden aber überstimmt. Vor allem im Vertrauen auf die Aussage von Bürgermeister Harald Hübner und Verwaltungsleiter Christopher Schröder, dass, wenn man alles beim alten beließe, „ein Fünkchen mehr an Feinsteuerung hätte als bei einem Bebauungsplan.“ Und: „Wenn wir nichts machen, wird in den nächsten 14 Tagen die Baugenehmigung für Ziegenhaltung und Dorfladen aus dem Landratsamt kommen,“ mutmaßt Hübner.

"Entscheidung nimmt uns keiner ab"

Dass das Landratsamt den schwarzen Peter der Entscheidung nicht haben will, sagt Peter Rösch, Freie Wähler, der sich verwundert zeigt wegen der Deutlichkeit des vom Landratsamt vorgelegten vorläufigen Genehmigungsbescheids, der in der letzten Gemeinderatssitzung nichtöffentlich verlesen worden war. Auch stellvertretende Bürgermeisterin Michaela Schirmer, SPD, sieht das so. „Wir können nicht noch mehr Informationen bekommen vom Landratsamt. Die Entscheidung nimmt uns jetzt keiner mehr ab.“ Und auch Georg Waldmann, CSU, will entscheiden. „Wir haben die Fakten jetzt dreimal umgewendet. Der Vorgang lähmt uns. Wir müssen uns auch auf wirklich wichtige Projekte konzentrieren.“

Unterschriftenliste überreicht

Karin Schülein aus dem Neubaugebiet in Pechgraben überreicht vor der Sitzung Bürgermeister Harald Hübner eine Liste mit 87 Unterschriften von Pechgrabenern, die sich für den Dorfcharakter aussprechen, mit der Bitte, auch in Zukunft der Landwirtschaft eine Chance zu lassen. „Wir haben Angst, dass in Zukunft auch die Erben landwirtschaftlicher Betriebe nicht mehr Tierhaltung betreiben können.“

Einzelfallentscheidungen möglich

Hübner betont, dass mit dem jetzt zugrunde liegenden Paragrafen 34 der Baunutzungsverordnung, dem sogenannten Hilfsbebauungsplan, nicht alles schlecht sei. Nur so seien Einzelfallentscheidungen möglich. Und es gelte das Gebot der wechselseitigen Rücksichtnahme.

"Es ist cleverer"

Im Falle eines Bebauungsplanes Dorf werde zugunsten der Landwirtschaft und zulasten der Wohnnutzung entschieden, erläutert Schröder. Sein Fazit: „Es ist cleverer, keinen Bebauungsplan aufzustellen.“

 

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