Algen über Algen sorgen für viel Arbeit im neu geschaffenen Teich auf dem Landesgartenschau-Gelände Gartenschau: Still stinkt der See

Man kann ihn sehen. Und man kann ihn riechen. Speziell wenn es länger nicht mehr geregnet hat und wenn die Sonne richtig draufscheint auf dem Hammerstätter See. Dann entwickelt er seinen spezifischen Geruch. Der kommt von den Algen und von anderen Gewächsen, die auf der Wasseroberfläche treiben. 

Grünlich-bräunlich schimmern die Algen auf der Wasseroberfläche. Speziell am Ufer des flach auslaufenden und an seiner tiefsten Stelle nur 2,80 Meter tiefen Sees sammelt sich das Zeug. Den Lebewesen im Wasser scheint das nichts auszumachen. Kleine Fische huschen in tiefere Zonen, wenn man näher kommt. Auch die Schwäne und Enten ziehen ihre Bahnen. Die Algen sind ihnen egal. Seerosen sorgen für die ersten weißen Tupfer auf dem Wasser.  

Dauert noch einige Zeit, bis die Algen verschwinden

"Das Problem mit der Algenbildung wird nicht nur uns noch geraume Zeit begleiten", sagt Mirko Streich, der Pressesprecher der Landesgartenschau in Bayreuth. Das sei von Anfang an befürchtet worden. Denn die heutige Wilhelminenaue ist über Jahrzehnte eine landwirtschaftlich genutzte Fläche gewesen. "Immer wenn es regnet, spült es die Nährstoffe ins Wasser. Vor allem Nitrat. Die Algen lieben es", sagt Streich. Weder kurz- noch mittelfristig werde es eine Lösung für das Wachstum der Algen geben. "Auf lange Sicht allerdings wird sich der See regenerieren. So weit, dass er eine gute Wasserqualität hat."

Zersetzen sie sich, stinkt's

Streich kennt das Algenproblem, denn er war an der Ostsee zu Hause. "Wenn die Algen in Batzen angeschwemmt werden und sich zersetzen, dann stinkt das." Dieser Geruch ist es, den man wahrnimmt, wenn man an sehr warmen Tagen in der direkten Nähe des Sees sitzt oder um den See herumläuft. "Die Sonne begünstigt die Algenbildung natürlich. Wenn es regnet, nimmt man das nicht so stark wahr." Dafür wird dann wieder Nahrung fürs Wachstum ins Wasser gespült. Ein ewiger Kreislauf.

Zu wenig Grundwasser, zu wenig Wasser im See

Weiteres Problem: Aktuell ist weniger Wasser im See als üblich. "Der See ist ja grundwassergespeist. Wir hatten in den vergangenen Wochen zu wenig Regen. Aber das wird sich sicher einpegeln." Wasser aus dem Roten Main kann abgezapft werden, allerdings dürfen "wir nur in absoluten Notsituationen Wasser zuleiten". Das ist, sagt Flussmeister Ludwig Schmidt vom Wasserwirtschaftsamt Hof, "wasserrechtlich im Vorfeld genau festgelegt worden". Aus dem gleichen Grund war es nicht möglich, sagt Streich, den zwei Hektar großen Hammerstätter See mit einem Zu- und Abfluss auszustatten.

Feldhasen haben Filterschilf gefressen

Um den See sauber zu halten, gibt es ein Filtersystem. Diesem ökologischen Filtersystem aus Kies und Schilfpflanzen hat die Natur einen Streich gespielt: "Der Feldhase, der hier in der Aue lebt, hat ziemlich viel von dem Schilf rausgefressen. Wir prüfen gerade, ob die verbliebenen Restpflanzen den Schaden auffangen können, sonst müssen wir da noch einmal ran", sagt Streich.

Fast jeden Tag wird abgefischt

Unabhängig davon rücken die Mitarbeiter des Stadtgartenamtes oft - manchmal sogar täglich - morgens auf dem Landesgartenschau-Gelände an, um abzufischen. Algen abzufischen. "Und nicht nur die. Es scheint sich ein Belag vom Seegrund abzulösen, der dann oben treibt", sagt Robert Pfeifer, der Leiter des Stadtgartenamtes. "Gerade das abzufischen, ist nicht einfach, weil das Zeug zerfällt." 

Und hier finden Sie alle Artikel über die Landesgartenschau

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