Agilis Pfeift wieder Anwohner reagieren gereizt auf Zugsignale

Scheinbar aus dem Nichts haben die Agilis-Züge in Laineck seit Anfang Juni plötzlich wieder Warnsignale abgegeben. Anwohner vermuteten sofort einen Zusammenhang zu gestohlenen Pfeiftafeln in Döhlau. Gerücht oder Wahrheit?

Da läuten bei den Anwohnern in Laineck buchstäblich die Alarmglocken: Plötzlich ertönen die Warnsignale der Agilis-Bahnen wieder vor ihren Haustüren. „Die ganze Zeit war Ruhe und Anfang Juni geht auf einmal jede Stunde das Pfeifen los“, berichtet Klaus Polster aus Laineck. „Das ist doch komisch.“ Dabei sei weit und breit keine neue Pfeiftafel aufgestellt worden.

Warnsignal an allen Übergängen

In Laineck kursiert derzeit folgendes Gerücht: Nachdem wiederholt unerlaubt Pfeiftafeln entlang der Strecke abgebaut wurden, geben die Lokführer aus Vorsicht nun an allen Bahnübergängen Warnsignale.

Der Pressesprecher von Agilis, Michael Rieger, dementiert dieses Gerücht. Lokführer gäben nur dort ein Signal, wo es vorgeschrieben sei, „außer es ist Gefahr im Verzug“.

Tatsächlich gab es seit Anfang Juni wieder einen zusätzlichen Pfeifton in Laineck, bestätigt Rieger. Den hatten aber nicht die Lokführer zu verantworten, sondern der Sommer: Die Büsche und Bäume an der Strecke waren so üppig geworden, dass die Agilis-Zentrale in Regensburg eine sogenannte Langsamfahrstelle für Laineck beschlossen hatte. An einer solchen Stelle drosselt der Lokführer die Geschwindigkeit und löst dabei einen Signalton aus. Langsamfahrstellen werden nicht beschildert. Lokführer bekommen stets einen aktuellen Plan, in dem alle Besonderheiten der Strecke – wie eben Langsamfahrstellen – aufgeführt sind.

Die Lainecker können aber aufatmen: Die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) hat die Büsche und Bäume entlang der gesamten Strecke zwischen Bayreuth und Weidenberg und damit auch in Laineck beschnitten. Seit dem 24. Juni ist wieder Ruhe.

Ein Aspekt an jenem Gerücht bleibt aber problematisch: Der Schilderklau. „Zwischen Untersteinach und Döhlau wurden wiederholt Pfeiftafeln abgebaut“, bestätigt Ronny Däweritz von der DRE. Die DRE habe die abgebauten Tafeln immer möglichst schnell ersetzt. „Das ist ja doch ein beträchtlicher Eingriff“, sagt Däweritz. „Das kann schließlich ein Menschenleben kosten.“


Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie in der Donnerstagsausgabe (28. Juni) des Kuriers.

Foto: red

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