Äußerst amüsant und viel Action

Am Ende des Theaterstückes auf dem Vorplatz der Pegnitzer Bartholomäuskirche gibt es zwei Paare: die beiden weniger temperamentvollen Neu-Ehepartner und das alte Paar, das sich im Chaos wiedergefunden hat. ⋌Foto: Sonny Adam

Das Stück „Die Hochzeitsreise“ bildete den Schlusspunkt der Sommertournee des Fränkischen Theatersommers. Die Pegnitzer erlebten vor der Kirche eine turbulente, actionreiche und äußerst amüsante Komödie mit gelungenen Gesangseinlagen.

Wie die Komödie „Die Hochzeitsreise“ ausgehen würde, war von der ersten Minute an klar. Denn Kernpunkt des Stückes „Private Lives“, verfasst vom bekannten britischen Schriftsteller, Komponisten und Schauspieler Noel Pierce Coward, war, dass Eliot (David Caravaggio) und Amanda (Stefanie Rüdell) - beide glücklich voneinander geschieden - ausgerechnet im selben Hotel, zur gleichen Zeit mit ihren neuen Partnern Flitterwochen machen wollten.

Gute schauspielerische Leistung

Es kam, wie es kommen musste: Die Ex-Partner verliebten sich neu, brannten durch und ließen die neuen Partner nichtsahnend zurück. Trotz der übersichtlichen Handlung gelang es dem Schauspielquartett die rund 100 Zuschauer, die auf den Pegnitzer Kirchplatz gekommen waren, bestens zu amüsieren. Die schauspielerische Leistung, die das Theater-Quartett präsentierte, ließ keine Wünsche offen.Eliot wurde von David Caravaggio dargestellt. Eliot bestach mit unwiderstehlichem italienischen Charme und überschäumendem Temperament.

Hauptsache, nicht langweilig

Dass er dabei immer wieder über die Stränge schlug, zu viel trank, gewalttätig wurde, war nicht nur seine Schuld. Immer wieder amüsierte Eliot die Zuschauer mit seiner allzu direkten Art. „Wenn ich dich nicht wiedergetroffen hätte? Dann wäre ich mit Sibylle glücklich geworden“, sagte er. Amanda (Stefanie Rüdell) - seine Ex- war ebenfalls ein Chaos-Weib: furios, sexy, manchmal böse, laut, provozierend. Sie scheute sich nicht, Streitereien bis auf die Spitze zu treiben. Sie war eine Frau, die kratzen und beißen konnte - Hauptsache, nicht langweilig, war ihre Devise. Eigentlich war Amanda das perfekte Pendant für Eliot.

Turbulenzen und chaotische Verwicklungen

Doch wenn zwei Heißblüter aufeinander treffen, dann sind Turbulenzen und chaotischen Verwicklungen vorprogrammiert frei nach dem Motto „Was sich liebt, das zofft sich.“Als neuen Ehepartner hat sich Amanda den langweiligen Victor (Paul Kühn) gesucht. Einen Mann mit Manieren, der die schönen Künste liebte. Allerdings hätte er ihr niemals das Wasser reichen können.Und Eliot hatte als neue Partnerin die erst 18 Jahre alte Sibylle (Julia Alsheimer) gewählt: schön, ständig mit ihrer Schönheit beschäftigt, vielleicht ein bisschen naiv. Ständig erinnerte sie Eliot an seine Ex - und fiel ihm damit gehörig auf die Nerven.Ursprünglich war die Theaterkomödie in der High Society angesiedelt.

Komödie auf der Höhe der Zeit

Schon 1929 schrieb Autor Noël Coward die Komödie „Private Lives“. Kai Anne Schuhmacher, die beim Fränkischen Theatersommer für die Inszenierung verantwortlich zeigte, allerdings hievte sie in die Neuzeit. Das Ergebnis: eine freche, actionreiche, turbulente Komödie auf der Höhe der Zeit. Das Geschehen spielte zwischen Koffern und einem Campingplatz. Für Abwechslung sorgten äußerst gelungene Gesangseinlagen auf der Bühne. Sogar Umbauszenen wurden ins Werk eingebaut. Auch bei diesen „Verfremdungselementen“ war es wieder David Carvaggio, der mit seinem italienischen Charme punkten konnte.Am Ende des Stückes platzte auch bei der zart besaiteten Sibylle (Julia Alsheimer) der Knoten. Sie kam mit Victor (Paul Kühn) zusammen - und zoffte sich schon fast genau so mit ihm wie die beiden Ex-Partner.

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