87:71 gegen Ostende Klarer erster Sieg für Medi in Champions League

Vorbildliche Einstellung: David Stockton reagierte auf die Spekulationen um seine bevorstehende Ablösung mit einer ganz starken Leistung. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Im fünften Versuch ist Medi Bayreuth der erste Sieg in der Champions-League gelungen. Der Erfolg gegen BC Ostende gestern Abend vor 2140 Zuschauern in der Oberfrankenhalle fiel mit 87:71 (40:39) sogar deutlich aus und war vor allem in der zweiten Hälfte überzeugend.

Bei Halbzeit hatte sich ein so klares Ergebnis allerdings noch nicht abgezeichnet. Zwar hatten die Gastgeber bereits überwiegend geführt, doch als die spielerische Linie und vor allem die glänzende Dreier-Quote des ersten Viertels (4/6) Mitte des zweiten Abschnitts verloren ging, mussten sie sieben Punkte in Folge zum 31:34 hinnehmen. Das wurde aber noch vor der Pause durch sechs Freiwürfe in der letzten Minute wieder wettgemacht, wobei die Rückeroberung der Führung auf recht kuriose Weise gelang: 0,8 Sekunden waren beim Einwurf von De’Mon Brooks noch auf der Uhr, so dass nur noch ein Alley-oop möglich war. Dabei wurde Hassan Martin jedoch recht ungeschickt gefoult und nutzte dann die fälligen Freiwurf-Geschenke zum 40:39.

Diesen Vorsprung bauten die Bayreuther dann stetig aus. Beim 59:49 (29.) war der Abstand erstmals zweistellig, und als im letzten Viertel die Dreier wieder fielen (6/11), war spätestens beim 79:63 (37.) eine Vorentscheidung gefallen. Ausgerechnet der von Ablösung bedrohte Spielmacher David Stockton krönte seine überzeugende Gesamtleistung in den letzten dreieinhalb Minuten noch mit drei Treffern aus der Distanz und wurde damit zum Topscorer.

Einzelkritik (Von Florian Kirchner)

ADONIS THOMAS (0 Punkte / 18:18 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 9): Erneut ein unsäglicher Auftritt der Bayreuther Star-Verpflichtung. War nach der Pause lange auf der Bank und wurde nicht vermisst; 0/4 Würfe.

Kassius Robertson (11 / 25:38 / 15): Kam von der Bank und spielte gleich einen sehenswerten Assist auf Andi Seiferth, legte einen Dreier nach und hatte nach drei Einsatzminuten bereits 5 Zähler auf dem Konto. Sorgte kurz vor der letzten Viertelpause für die erste zweistellige Bayreuther Führung (59:49, 29.) und bestätigte den Anstieg seiner Formkurve aus dem Ulm-Spiel; 3/8 Würfe.

DAVID STOCKTON (20 / 23:21 / 14): Bekam trotz der Kritik von Coach Raoul Korner nach der Ulm-Partie erneut seine Chance in der Startformation; drückte gleich gewaltig auf die Tube, traf schnell einen Dreier und nahm den Kampf um seinen Platz in der Bayreuther Rotation auf. Zur Pause mit elf Punkten bester Werfer, legte noch drei Dreier nach und beendete die Partie als Topscorer mit starken Quoten: 4/6 Dreier, 2/3 Dreier, 4/4 Freiwürfe, dazu vier Assists, drei Rebounds und kein einziger Ballverlust.

Bastian Doreth (6 / 16:38 / 2): Der Kapitän investierte viel in der Verteidigung gegen US-Aufbauspieler TJ Williams und gab wohldosierte offensive Beiträge (2/4 Würfe).

Andreas Seiferth (11 / 14:20 / 4): War vor der Pause unauffällig, steigerte sich nach dem Seitenwechsel deutlich und war maßgeblich an der Intensivierung der Bayreuther Defensivbemühungen beteiligt. Elf Punkte nach dem Seitenwechsel (4/9 Würfe, 3/4 Freiwürfe, vier Rebounds).

HASSAN MARTIN (15 / 25:35 / 14): Der „Wühlbüffel“ war einmal mehr kaum zu stoppen. Starke Punktausbeute (7/7 Würfe), aber nur drei Rebounds. GREGOR HROVAT (2 / 21:30 / 4): Startete gewohnt aggressiv in die Partie, blieb aber ohne Wurfglück (1/7).

Lukas Meisner (0 / 11:51 / -7): Vertrat Steve Wachalski solide, ohne sich jedoch in die Korbschützenliste eintragen zu können (0/1).

DE’MON BROOKS (14 / 28:21 / 21): Zwei Würfe, zwei Dreier – das Bayreuther „Arbeitstier“ startete stark in die Partie. Defensiv einmal mehr ungemein engagiert und immer wieder mit offensiven Beiträgen. War nach der Pause an fast jeder Balleroberung beteiligt und beendete die Partie mit einem Double-Double (3/5 Dreier, 2/6 Zweier, zehn Rebounds) als bester Bayreuther.

Nik Raivio (6 / 14:32 / 10): Kam bereits im ersten Viertel in die Partie und wirkte zunächst wie ein Fremdkörper. Ein Zentnerlast schien ihm von den Schultern zu fallen, als er in der 33. Minute im zweiten Anlauf von der Dreierlinie traf, kurz darauf auch noch ein Dreipunktspiel nachlegen konnte und frenetisch gefeiert wurde (2/4 Würfe).

Johannes Krug: Nicht eingesetzt.

Statistik

Medi Bayreuth: Feldwurfquote: 30/64 (47 Prozent), davon 13/28 Dreier (46 Prozent): Stockton (4/6), Brooks (3/5), Robertson (3/7), Doreth (2/4), Raivio (1/3); Freiwürfe: 14/17 (82 Prozent); Rebounds: 18 defensiv, 10 offensiv (Brooks 8/2); Assists: 19 (Stockton 4, Hrovat 4); Ballgewinne: 9; Ballverluste: 7; Effektivität: 99 (Stockton 25, Brooks 19, Martin 17).

BC Ostende: Williams (13 Punkte / 27:40 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -9), Lambrecht, LASISI (2 / 17:06 / -9), Schwartz (1 / 22:53 / -7), Busa, Mwema (5 / 19:37 / -12), DESIRON (2 / 13:23 / -8), DJORDJEVIC (0 / 12:45 / -7), KESTELOOT (11 / 20:19 / -6), FIELER (14 / 22:47 / -13), Maric (11 / 20:01 / -1), Djurisic (12 / 23:34 / -8); Feldwurfquote: 27/57 (47 Prozent), davon 6/18 Dreier (33 Prozent): Fieler (2/4), Djurisic (1/2), Kesteloot (1/3), Williams (1/3), Mwema (1/3); Freiwürfe: 11/15 (73 Prozent); Rebounds: 24 defensiv, 11 offensiv (Maric 5/2); Assists: 12; Ballgewinne: 3; Ballverluste: 17 (Fieler 5); Effektivität: 70 (Maric 14, Djurisic 12, Fieler 11).

SR: Ciulin (Rumänien), Maciualitis (Litauen), Bissuel (Frankreich); Zuschauer: 2140.

Stationen: 17:12 (7.), 19:19 (10.), 24:19 (1. Viertel), 31:27 (16.), 31:34 (17.), 34:39 (20.), 40:39 (Halbzeit), 49:42 (24.), 59:49 (29.), 61:53 (3. Viertel), 72:57 (33.), 72:62 (35.), 81:64 (38.), 87:71 (Ende).

 

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