35 Millionen für MWG Bauen für die Zukunft

Freuen sich auf den Baubeginn für den 35 Millionen Euro teuren Neubau am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG): Architekt Martin Boden-Peroche, Rainer Tremer (Staatliches Bauamt), MWG-Chein Elisabeth Götz, Eric Bischof (Schülersprecher), Bastian Winkler (Schülersprecher) und Elternbeiratsvorsitzende Anke Jentsch-Beierkuhnlein (von links). Foto: Ralf Münch

BAYREUTH. Eigentlich ging es am Anfang, vor fast zehn Jahren, nur darum, ein Zimmer rauszustreichen. Dafür war eigentlich kein Geld da. Jetzt steht das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG), das staatliche unter den fünf Bayreuther Gymnasien, vor einem Start in eine neue Zeit: Im September beginnt der Bau für den Neubau hinter dem altehrwürdigen Schulgebäude in Richtung Volksfestplatz. 35 Millionen Euro werden dort in drei Jahren verbaut. Mit einem spannenden architektonischen Konzept, Lösungen, die tief in den Boden gehen. Im ersten von drei Bauabschnitten.

Die Direktorin des MWG lässt am Dienstagvormittag keinen Zweifel an der Bedeutung dessen, was jetzt mit ersten Vorarbeiten startet: "Ab jetzt beginnt die Zukunft", sagt Elisabeth Götz bei einem Pressegespräch, zu dem die Planer ebenso gekommen sind wie Vertreter der Eltern und der Schüler.

Denn es seien nicht nur "alle da, die damit zu tun haben", sagt Götz. Die Schulfamilie stehe eng zusammen, "um das gemeinsam durchzustehen". Wobei sowohl Götz als auch die Vorsitzende des Elternbeirats, Anke Jentsch-Beierkuhnlein, in dem Millionenprojekt rein gar nichts negatives sehen, sondern eine große Chance für das MWG.

Spannend im Detail

Auf den ersten Blick klingt es eben nach einem Schulgebäude, das da gebaut wird. Fachklassentrakt, Dreifach-Turnhalle, Freisportanlagen, dazugehörige Außenanlagen. Amtsdeutsch, das spannend wird, wenn Rainer Tremer vom Staatlichen Bauamt Bayreuth, in dessen Regie die Arbeiten laufen werden, ins Detail geht. Denn das MWG dehnt sich erst einmal aus: In einer "Kooperation von Stadt, Staat und Verein", wie Götz es formuliert, dehnt sich das MWG jetzt erst einmal räumlich aus. In den kommenden Monaten werden auf dem benachbarten Gelände des FC Bayreuth "ein großer und ein kleiner Hartplatz, eine 400-Meter-Laufbahn und eine Weitsprung-, Kugelstoß- und Hochsprung-Anlage gebaut", sagt Tremer. Diese Freisportanlage soll bis September, also bis zum neuen Schuljahr, fertig sein.

Baubeginn für den Hoch- und Tiefbau im Oktober

Im Oktober geht dann los, was mit nüchternen Zahlen bis August 2022 rund 3500 Quadratmeter neue Nutzfläche für die Schule bringen wird. Der Anbau, der es in sich hat. 115 Architekturbüros hatten sich nach Tremers Worten für den Architektenwettbewerb interessiert, 25 wurden ausgewählt, Code Unique aus Dresden hat den Wettbewerb im Februar 2016 gewonnen. Seitdem läuft die Ausführungsplanung, die im Juli vergangenen Jahres vom Haushaltsausschuss des Landtags genehmigt wurde, seit September vergangenen Jahres läuft die Feinplanung.

"Nahtlos an den Neubau wollen wir mit der Sanierung des Altbaus weitermachen", sagt Tremer. Diese Sanierung soll, wie Tremer auf Nachfrage unserer Zeitung sagt, in zwei Bauabschnitten durchgezogen werden, "mit einer vertikalen Trennlinie, um den Schulbetrieb vom Baubetrieb zu trennen". Bei der Sanierung des Pegnitzer Gymnasiums habe das Staatliche Bauamt die Erfahrung gemacht, dass "Schüler extrem flexibel mit so etwas umgehen".

Sensibler Umgang mit dem Altbau

Die Architekten aus Dresden hätten sich intensiv mit dem Gebäude befasst, sagt Martin Boden-Peroche, bevor sie den Entwurf abgegeben hätten. "Einem erhabenen Bau aus der Gründerzeit, einer streng symmetrischen Anlage", für dessen Erweiterungsbau lediglich das Grundstück hinter der Schule zur Verfügung steht. Mit gutem Grund, wie Götz und Tremer sagen: So lassen sich Bauaktivität und Schulbetrieb gut voneinander trennen. Plan war, "sehr sensibel" vorzugehen mit dem Neubau, um "dem erhabenen Bau seinen Auftritt zu belassen", sagt Boden-Peroche.

Neubau duckt sich tief hinter den Altbau und macht einen Park möglich

Der rechtwinklige, U-förmige Anbau duckt sich tief hinter den Altbau, hat aber dadurch, dass er sich um die tief in den Boden verlegte Dreifachturnhalle herumschmiegt, genau den Raum, der für die Erweiterung der Schule notwendig ist. Ebenerdig sind nur die Fachräume für die Naturwissenschaften, im Stock darunter werden die Werk- und Kunsträume sein, "im Zentrum ab dem zweiten Untergeschoss die Sporthalle".

Zwischen Altbau und Neubau entsteht ein geschlossener, stiller Pausenhof, der für viele Aktivitäten nutzbar sein wird. Drum herum werden laut Boden-Peroch und Tremer neue Parkplätze - auch mit Stromtankstellen - und eine parkähnliche Anlage geschaffen, die ihre Grenze an einer Mauer zum Volksfestplatz haben wird.

Mit dem Abbruch der Sporthalle beginnt der Bau im Herbst, im Frühjahr werde die Baugrube ausgehoben, konstruktiv bereits "relativ anspruchsvoll", weil man nahe am Altbau eine Bohrpfahlwand setzen müsse. "Im Herbst 2020 soll der Rohbau des Neubaus stehen", sagt Boden-Peroche.

Das sagt die Schulfamilie

Sorgen wegen mangelnder Bewegung müsse sich an der Schule niemand machen, sagt MWG-Direktorin Elisabeth Götz. Die Schule habe für die wärmeren Monate "ein kleines, eigenes Stadion" zur Verfügung, man habe zudem unter der Überschrift gesundheitsorientierte Fitness ein Angebotspaket geschnürt, bei dem die Schüler verschiedene Trendsportarten ausprobieren könnten.

Man stehe auch mit der Stadt in Kontakt, dass die Schüler Sport in anderen Schulturnhallen treiben könnten. Ein Konzept, das bereits im vergangenen Jahr aufgegangen sei, wie Schülersprecher Bastian Winkler sagt. "Wir haben in anderen Hallen Sport getrieben, das hat sehr gut geklappt."

Wie die Elternbeirats-Vorsitzende Anke Jentsch-Beierkuhnlein sagt Winkler, die Schulfamilie sehe "Potential in dem Bau. Da kann die Schule gut zusammenwachsen". Mit dem Neubau sei "ein richtiger Wow-Effekt verbunden", sagt Jentsch-Beierkuhnlein. "der Neubau steht für einen gemeinsamen Aufbruch." Statt Sorge vor Lärm überwiege "die Freude an unkonventionellen Ideen während der Phase der äußerlichen Verwandlung" bei den Eltern, sagt die Elternbeiratsvorsitzende. Das sei gerade für die Lehrer "eine Chance", sagt Jentsch-Beierkuhnlein.

Denn die Schule wolle "den Bau in den Unterricht bringen", sagt Götz. Das Energiekonzept biete ebenso Möglichkeiten für die Beschäftigung wie die unterschiedlichsten Berechnungsmethoden, oder die Dokumentation des Baufortschritts. "Es gibt kein Fach, das nicht irgendwelche Elemente in den Unterricht übernehmen könnte", sagt Götz, die in ihren ersten Tagen an der Schule als Direktorin im Sommer 2010 den Grundstein für die Generalsanierung gelegt hat. Mit einer Frage: "Ob man vielleicht ein Zimmer rausweißeln könnte". wah

 

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