3:2-Sieg beim Meister Tigers gewinnen nach Verlängerung in Bietigheim

Das 1:0 für Bayreuth: Michal Bartosch (Nr. 24) überwindet den Bietigheimer Torhüter Florian Proske, Ivan Kolozvary (rechts) hatte seinen Sturmkollegen mustergültig bedient. Foto: Helmut Pangerl

EISHOCKEY. Damit hatten wohl nur wenige gerechnet: Die Bayreuth Tigers konnten ihre Auswärtsserie in der DEL2 auch beim amtierenden Meister und Tabellenvierten Bietigheim Steelers fortsetzen und zum vierten Mal in Folge in fremder Halle punkten – und wieder ging es in die Verlängerung. In dieser behielt das Schlusslicht mit 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 1:0) die Oberhand.

Der Siegtreffer gelang Verteidiger Jake Newton 3,3 Sekunden vor Schluss mit einem Bauerntrick. Matchwinner war aber wohl eher Torhüter Brett Jaeger, der zuvor einige Glanzparaden ausgepackt hatte.

Dass die bis zur 48. Minute in Führung liegenden Bayreuther nicht sogar drei Punkte mitnahmen, lag unter anderem an zwei unnötigen Strafen von Felix Linden innerhalb von nur gut drei Minuten im letzten Drittel. Die erste wegen Spielverzögerung überstanden die Tigers noch schadlos, weil das drittbeste Powerplay-Team der Liga zu ideenlos agierte. Die zweite wegen Behinderung nutzte Bietigheim jedoch nach nur 29-sekündiger Überzahl zum 2:2-Ausgleich. Benjamin Zientek kam von der Seite hereingefahren und fälschte einen Schuss von Benjamin Hüfner unhaltbar ab. Dem Dauerdruck der Steelers in den letzten zehn Minuten hielten die Bayreuther jedoch nicht zuletzt dank Jaeger Stand. In der Verlängerung, in der sie ein weiteres Mal in Unterzahl gerieten, rettete zudem einmal der Pfosten.

Die Bayreuther hatten die Partie mit mehr Scheibenbesitz begonnen. Mit Fehlpässen im eigenen Drittel brachten sie ihren Gastgeber aber ins Spiel, und es wurde immer wieder gefährlich. Aber auch im ersten Bietigheimer Powerplay hielt Brett Jaeger seinen Kasten mit mehreren guten Paraden sauber. Besonders stark war seine Blitzreaktion bei einem kurz vor ihm noch abgefälschten Schuss. Bei einem Konter hätte Michal Bartosch aber auch die Tigers in Führung bringen können, scheiterte jedoch mit seinem Alleingang am Bietigheimer Goalie Florian Proske. Kaum wieder komplett, passte Richter quer zu Felix Linden, der ebenfalls in Proske seinen Meister fand.

Erstes Powerplay gleich genutzt

Ausgerechnet gleich die erste Überzahlsituation nutzte dann das statistisch schwächste Powerplay-Team der Liga. Hauptakteure für die schnell in die Formation findenden und Druck aufbauenden Bayreuther waren in dieser Phase Ivan Kolozvary und Bartosch. Deren Zusammenspiel war es dann eben auch, das mit dem 1:0 belohnt wurde – Bartosch traf ins kurze Eck. Die Hausherren antworteten mit wütenden Angriffen, die sich jedoch als Strohfeuer erwiesen. Schnell hatten die Tigers das Geschehen wieder im Griff und kurz vor Ende des ersten Abschnitts noch durch Kolozvary die Chance, die Führung auszubauen.

Im zweiten Drittel folgte dann aber schnell die kalte Dusche. In einer ähnlichen Szene wie im ersten fälschte Dennis Swinnen einen Zientek-Schuss kurz vor dem Tor ab und ließ Jaeger diesmal keine Abwehrchance. Nach dem Ausgleich passierte längere Zeit erst einmal nicht mehr viel vor den Toren, obwohl beide Teams weiterhin die Offensive suchten. Das zweite Powerplay der Tigers entsprach dann eher den bisherigen in dieser Saison und wurde zudem schon nach 1:23 Minuten durch eine Strafe gegen Ville Järveläinen beendet. Die Unterzahl überstand Bayreuth ohne größere Probleme, erst direkt nach Ablauf der Strafe bot sich Marcus Sommerfeld eine Möglichkeit. Als sich der immer auffälliger werdende Järveläinen über die rechte Seite durchsetzte, erzielte Mark Heatley im Nachschuss die erneute Führung für die Gäste. Die setzten gleich nach, konnten die verbleibenden knapp fünf Minuten des Mitteldrittels aber nicht zu einem weiteren Treffer nutzen.

Bietigheim Steelers: Proske – Hüfner, Goc; Prommersberger, Steingross; Corrin, Grosse – Hauner, Weller, McNeely; Sommerfeld, Preibisch, McKnight; Schoofs, Zientek, Cabana; Kuqi, Wenzel, Swinnen.

Bayreuth Tigers: Jaeger – Mayr, Potac; Newton, Mannes; Heider, Linden; Veisert, Nijenhuis – Kolozvary, Bartosch, Kunz; Bosas, Heatley, Järveläinen; Busch, Richter, Gläser; Gams, Kronawitter, Kirchhofer.

SR: Brill, Fauerbach; Strafminuten: Bietigheim 6, Bayreuth 10; Zuschauer: 2101.

Tore: 0:1 (15.) Bartosch (Kolozvary, Potac – 5 gegen 4), 1:1 (23.) Swinnen (Zientek, Cabana), 1:2 (36.) Heatley (Järveläinen, Potac), 2:2 (48.) Zientek (Hüfner, Steingross – 5 gegen 4), 2:3 (65.) Newton (Busch, Potac).

 

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