2:1-Sieg nach Verlängerung Tigers schlagen auch in Weißwasser zu

Da war es vollbracht: Eine Bayreuther Spielertraube umschließt Sebastian Busch, den Siegtorschützen der Tigers. Foto: Thomas Heide

EISHOCKEY. Die Bayreuth Tigers haben ihren Marsch in Richtung Mittelfeld der DEL2 auch im ersten Spiel des neuen Jahres unbeirrt fortgesetzt. Nach dem 4:2-Sieg gegen Kaufbeuren und dem 3:2-Erfolg in Ravensburg ließ die Mannschaft von Trainer Petri Kujala den nächsten Favoriten straucheln. Beeindruckend war, mit welch enormer Courage und welch großer Abgeklärtheit die Bayreuther beim Tabellendritten Lausitzer Füchse auftraten. Der 2:1 (0:0, 0:0, 1:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung war so verdient, dass sich die Bayreuther sogar über den einen liegen gelassenen Zähler ärgern durften.

Von Ärger war bei Matthias Wendel unmittelbar nach Spielschluss allerdings wenig zu spüren. „Das war eine faszinierende Vorstellung. Nach meiner Ansicht hat sich die Mannschaft im Vergleich zu den starken Auftritten gegen Kaufbeuren und Ravensburg sogar noch einmal gesteigert“, schwärmte der Tigers-Geschäftsführer. Dem positiven Resümee von Matthias Wendel schloss sich auch Petri Kujala an. Der Tigers-Coach sprach von „unser vielleicht bestes Saisonspiel“. Auch wenn es etwas arrogant klinge, fuhr der 48-Jährige fort, „so hätten es heute auch drei Punkte sein können. Wir haben unsere Defensivzone enorm stark verteidigt.“

Erstes Drittel: Schon das 0:0 nach dem ersten Abschnitt schmeichelte eher den Gastgebern. Die taten sich schwer mit dem beherzten Forechecking der Tigers, die immer wieder Scheibenverluste Gegners provozierten. Die Gastgeber kamen kaum einmal mit geordnetem Spielaufbau in das Verteidigungsdrittel der Bayreuther. Die wenigen Chancen der Lausitzer resultierten vornehmlich aus Einzelaktionen, wie bei den Möglichkeiten von Jeff Hayes (4.), David Kuchejda (14.) und Marius Schmidt (18.). Allerdings war Bayreuths Torhüter Timo Herden auf dem Posten. Noch mehr Gelegenheit, sich auszuzeichnen, hatte Herdens Pendant Olafr Schmidt, der gleich nach 70 und 84 Sekunden gegen Mark Heatley und Luca Gläser Kopf und Kragen riskieren musste und auch Ville Järveläinens (16.) Schuss stark parierte.

Zweites Drittel: Der Mittelabschnitt begann mit einem Feuerwerk der Gäste. Gezündet wurde es zunächst von der zweiten Angriffsformation um Juuso Rajala, Heatley und Järveläinen (22.) Hatten die Drei sich an Olafr Schmidt abgearbeitet, war Ivan Kolozvary (24.) an der Reihe. Dessen Abschluss aus drei Metern mit der Rückhand parierte der Füchse-Torhüter mit dem linken Schoner in Klassemanier. Es dauerte fast bis Mitte dieses Drittels, ehe auch die Lausitzer wieder Akzente setzten. Das in der Offensive auffälligere und in der Defensive abgeklärtere Team aber stellten weiter die Bayreuther, deren Scheiben- und Passsicherheit besonder imponierte. Einziges Manko der Tigers blieb die Effektivität: Denn selbst größte Chancen wie ein Alleingang von Michal Bartosch (36.) in Unterzahl, eine Zwei-gegen-Eins-Situation von Rajala und Järveläinen (37.) oder ein Solo von Timo Gams (39.) über den Flügel, das am Pfosten landete, blieb ohne Torerfolg.

Drittes Drittel: Die Belohnung folgte spät. Aber sie folgte. Nachdem sich beide Mannschaften zunächst einen offenen Schlagabtausch geliefert hatten, profitierte Luca Gläser von einer Scheibeneroberung im Mitteldrittel. Der Außenstürmer der dritten Reihe setzte sich über die rechte Angriffsseite durch, täuschte einen Pass an, zog dann aber fast ansatzlos selbst ab – Schmidt war in der 50. Minute das erste Mal geschlagen. Die Füchse lagen am Boden und kamen doch zurück. Es war eine Einzelleistung von Fabian Dietz (55.), der Herden mit einem Handgelenkschuss ins kurze Eck überraschte und die Gastgeber unverhofft zurück in die Partie brachte. Nun hatten die Füchse Oberwasser, Kapital daraus aber schlugen sie nicht mehr.

Verlängerung: Beim Drei gegen Drei waren die Bayreuther erneut das dominierende Team. Chancen von Michal Bartosch und Ivan Kolozvary waren Vorboten des entscheidenden Treffers von Sebastian Busch (63.), den allerdings der starke Kapitän Jozef Potac mustergültig vorbereitet hatte. Es war ein verdientes Happy End für die Tigers. Übrigens auch nach Ansicht von Füchse-Coach Corey Neilson: „Ich bin froh, dass wir überhaupt einen Punkt in Händen halten dürfen. In puncto Aggressivität können wir uns von den Tigers heute eine Scheibe abschneiden.“

Lausitzer Füchse: Schmidt – Kania, Owens; Keussen, Granz; Bär, Monteith; Kuschel – Saviano, Hayes, Boiarchinov; George, Eriksson, Breitkreuz; Dietz, Kuchejda, Schiemenz; Reichel, Ustdorf, Schmidt.

Bayreuth Tigers: Herden – Heider, Potac; Karlsson, Mannes; Mayr, Martens; Linden – Kunz, Rajala, Bartosch; Järveläinen, Heatley, Rajala; Richter, Busch, Gläser; Gams, Kronawitter, Kirchhofer.

SR: Fischer, Steinecke; Strafminuten: Weißwasser 2, Bayreuth 6; Zuschauer: 2731.

Tore: 0:1 (50.) Gläser (Mayr), 1:1 (55.) Dietz (Schmidt, Kuchejda), 1:2 (63.) Busch (Potac, Richter).

 

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