Lügner öffentlich machen

Eine haarsträubende Geschichte über drei Asylbewerber, machtlose Polizisten und unwillige Journalisten kursiert bei Facebook. Kurier-Chefreporter Otto Lapp hat sie überprüft, mit dem Verfasser gesprochen und sie als Lüge enttarnt. Warum das in die Öffentlichkeit gehört, erklärt er im Videokommentar.



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Kommentare

Lieber Herr Otto Lapp,

unwahre Behauptungen als eben solche zu enttarnen und dies auch öffentlich ("die Suche nach der Wahrheit")? Natürlich! Da bin ich ganz bei Ihnen!

Aber Unwahrheiten und Lügen sind eben zwei paar Schuhe. Die von Herrn N. verbreitete Geschichte stellt wohl vollständig eine Unwahrheit dar (ich kann das letztendlich nicht 100%ig beurteilen. Sie können ja zumindest die Behauptung bezügl. des Kuriers unmittelbar falsifizieren, welche nachvollziehbarerweise ein großes Ärgernis für Sie und Ihre Kollegen darstellt).

Aber handelt es sich hier denn auch um eine Lüge (laut Duden eine "bewusst falsche, auf Täuschung angelegte Aussage oder eine absichtlich, wissentlich geäußerte Unwahrheit") und bei Herrn N. somit um einen Lügner, wie Sie nun ohne Zweifel behaupten? Ihren Artikel hatten Sie ja noch ergänzt mit folgenden Aussagen N.'s:

"Er bedaure, dass er die Geschichte ungeprüft so veröffentlicht habe. Er sei davon ausgegangen, dass sie stimme, als er sie gehört habe. Er habe sie von mehreren Freunden erzählt bekommen. Und er gibt zu: „Ich habe sie geglaubt, ohne sie zu überprüfen“."

Ihr Video-Kommentar mutet nun aber so an, als hätte N. diese Aussagen nie getätigt. Der aufmerksame Leser ist an dieser Stelle evtl. etwas irritiert über die offenbar austauschbaren Begrifflichen der "Unwahrheit" und der "Lüge" und den Eindruck, dass Sie in Ihrem Video-Kommentar Aussagen aus Ihrem eigenen Artikel nachträglich scheinbar als null und nichtig deklarieren.

Für die Beseitigung dieser Irritationen bedankt sich der aufmerksame Leser hiermit im Voraus.
Wozu eigentlich dieses Video zur Rechtfertigung für etwas, das korrekt ist?
Einfach die (wahren) Lügner entlarven und fertig.
Sind wir mittlerweile schon so weit, dass man sich hierfür auch noch rechtfertigen muss?
Armes Deutschland!
ist doch lustig, dass einer, der im Glashaus sitzt, mit Steinen wirft. Da hat einer wirklich mal etwas Unwahres ins Internet gestellt ....keine Frage, das ist nicht nur nicht in Ordnung, nein , es ist falsch und verwerflich. Wenn ich mir aber den Rest der vergangenen Berichterstattung unserer Medien anschaue...angefangen bei der Katastrophe in Koeln ueber das Weglassen und Verschleiern von Fakten bis hin zu faustdicken Luegen aus Sensationsgier (wenn man z. B. in Interviews manipuliert und diese dann noch verkuerzt wiedergibt), dann muss ich schon sagen...soviel Unverschaemtheit schlaegt dann doch schon den Fass den Boden aus! Und da frage ich mich, wo war den da der unabdingliche Drang zur Wahrheit? Fuer wie bloed halten die uns eigentlich?
Können Sie uns bitte konkret sagen, wo wir manipuliert oder gelogen haben. In Köln kamen damals die ersten Informationen von der Polizei, die Medien haben anschließend recherchiert und immer mehr Fakten ans Tageslicht gebracht. Mir sieht ihre Argumentation eher nach Pipi-Langstrumpf-Taktik aus: "Ich mach' mir die Welt; Widdewidde wie sie mir gefällt ..." (Uwe Renners, Ressortleiter Digitales)
ah, die Relativierer und Rechtfertiger rechtsextremer Ausfälle melden sich auch wieder zu Wort und sind "irritiert" oder empört.
Diese Reaktionen waren auch Herrn Lapp bewusst, nehme ich doch schwer an. Und mal sehen, wie viele noch kommen.
q.e.d.
Lieber Exilbayreuther!

Diese 2 bis 3-zeiligen Diffamierungsausbrüche habe ich ja schon lange nicht mehr von Ihnen abbekommen, jetzt gehts aber anscheinend wieder los... ist es der Wetterumschwung? Ist das Zwickl warm? Oder ist jener Vorfall, bei dem Sie sich beinahe um "Haut und Haar" geredet hätten, schon zu lange her und Sie werden wieder übermütig?
Ich lade Sie herzlich ein, auf alle meine Beiträge mit Argumentationen jenseits Ihrer populistischen Kampfphrasen zu antworten, und mir somit die Möglichkeit zu bieten, Ihnen wiederum argumentativ darauf kontern zu können (kleinere Sticheleien kann ich natürlich ertragen, genauso wie ich diese austeile - siehe oben).

Bis dahin!

Gruß und Kuss
Ihr marcharettla
Sehr geehrter Herr Exilbayreuther....vielleicht sollten Sie mit Ihrem Namen erscheinen, damit man weiss, mit wem man es zu tun hat und wer solchen Unsinn verzapft. Sich hinter einem Alias zu verstecken ist billig und feige. Wenn einem dann nichts mehr einfaellt aus dem anonymen Hinterhalt allgemein die rechte Keule zu schwingen .....ohne Argumente zu liefern oder zu entkraeften..... zeigt Ihre Diskussionskultur und passt zu Ihrer Richtung. Dann lassen Sie sich halt weiterhin von den Medienfuzzies fuer dumm verkaufen. Meinen Segen haben Sie.
Sehr geehrter Herr Exilbayreuther....vielleicht sollten Sie mit Ihrem Namen erscheinen, damit man weiss, mit wem man es zu tun hat und wer solchen Unsinn verzapft. Sich hinter einem Alias zu verstecken ist billig und feige. Wenn einem dann nichts mehr einfaellt aus dem anonymen Hinterhalt allgemein die rechte Keule zu schwingen .....ohne Argumente zu liefern oder zu entkraeften..... zeigt Ihre Diskussionskultur und passt zu Ihrer Richtung. Dann lassen Sie sich halt weiterhin von den Medienfuzzies fuer dumm verkaufen. Meinen Segen haben Sie.
Exzellenter und sehr treffender Kommentar!
Sehr geehrter Herr Lapp,
selbstverständlich ist das Kolportieren der erfundenen Geschichte durch Alois N. durch nichts zu entschuldigen oder zu relativieren. Er hat Dinge, die er gehört oder gelesen hat, ungeprüft weiterverbreitet, ohne sich die Konsequenzen zu verdeutlichen. Das ist im für ihn besten Fall dämlich und im schlechtesten Fall durchtrieben. Eine nicht näher definierte Bevölkerungsgruppe wurde dadurch in ein falsches Licht gerückt, ob fahrlässig oder vorsätzlich kann der Herr wohl nur selbst sagen.
Und so ist das meiner Meinung nach mit jedem Sachverhalt, den man ungeprüft an Dritte weitergibt. Immer und überall.

- Am 13.12.14 schreibt ihr Redakteur Peter Rauscher unter dem Titel „Vorra: Die Gespenster der Vergangenheit“ die damalige Tat rechtsextremen Tätern zu, ohne die Ermittlungen abzuwarten.

- Am 09.11.15 schreibt der damalige Chefredakteur J. Braun in seinem Kommentar „Deutschland- Hassland“ „Dass aber auch niemand erwarten kann, dass wir schrieben, die zu uns kommenden Flüchtlinge seien zu 80 Prozent „junge Männer“, wenn deren tatsächlicher Anteil laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lediglich 38 Prozent (18- bis 35-Jährige) beträgt.“
Die Zahlen des BAMF sind diese:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/aktuelle-zahlen-zu-asyl-dezember-2015.pdf?__blob=publicationFile

- Kurier-Redakteur Manfred Scherer schrieb am 06.01.2015 einen Kommentar unter dem Titel "Köln und die Folgen": "Die Kölner Vorfälle haben mit der Flüchtlingsfrage nichts zu tun: Die Polizei hat Hinweise, dass es sich um organisierte Kriminalität handelt."
Es dauerte nicht lang, und alle wussten es besser.

- Joachim Braun schrieb unter dem Titel „Wann die Herkunft der Täter Thema ist“ am 15.01.16 „Aus keiner Polizeistatistik geht hervor, dass Flüchtlinge öfter straffällig werden als Deutsche – und das auch nach Köln.“
Bin ich falsch informiert, dass am 15.01.16 bis auf das Bundesland Berlin gar kein anderes Land oder der Bund selbst solche getrennten Statistiken führte?

Und zum schlechten Schluß noch die monatelang auch vom Kurier kolportierte Mär vom den Fachkräftemangel beseitigenden und das Renten- und Demografieproblem lösenden Zuwanderer: Die Zuwanderer, die sich hier bereits aufhalten, und dies ist nun bekannt, sind mitnichten gut ausgebildet, teilweise sind sie gar nicht gebildet, sie werden zu ca. 75% 5-10 Jahre bis zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt brauchen, wenn es gut läuft. Es gibt keinerlei Bedarf an Hilfskräften, und die 30 Jahre, die der durchschnittliche Zuwanderer an Arbeitsbiografie später mal hat, wird keinerlei befriedigende Rentenansprüche ermöglichen. So tut sich bereits jetzt das nächste Problem auf. Über den anstehenden Familiennachzug und die Krankenkassenkosten möchte ich hier gar nicht erst reden.

Sie beklagten in Ihrer Videobotschaft die Verbreitung einer Geschichte, die „erstunken und erlogen ist“. Wie würden Sie die von mir hier dargelegten Geschichten nennen? Die Suche nach der Wahrheit ist es definitiv nicht.

Alois N. hat Blödsinn gemacht. Aber ich weiß nicht, aus welchem sozialen Milieu er stammt. Möglicherweise ist dieserlei Hoax-Humbug eine Art des sich-wehren-wollens, weil am Ende der sozialen Nahrungskette die Luft immer dünner wird.
Aber vielleicht ist es auch nur unentschuldbarer fremdenfeindlicher Müll eines Harthirnigen.
Trotzdem sollten wir die Maßstäbe alle zusammen in unserem Tun gleichmäßig anlegen. Und im offenen und ehrlichen Dialog bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
Derek Butter
Je mehr Aber-Kommentare, desto besser der Journalist. Macht weiter so, sehr unterhaltsam hier.
Ein noch besserer Journalist sitzt bei Reporter-24 (online) hinter dem Schreibtisch:

"Alois N. aus Bayreuth hat in sämtlichen Netzwerken einen beispiellose Hetzjagd auf Asylbewerber losgetreten. [...] Der Kurier und auch Reporter24 haben sich auf die Suche nach dem Hetzer aus Bayreuth gemacht. Der bekennende Ausländerfeind ist AfD Wähler und postet regelmäßig Hassparolen und Hetze im Internet. [...] Auch dass er [Anmerkung: also N. selbst!] bei Kurier gewesen sei, ist eine Lüge. Auf Nachfrage von Reporter24 war dort kein solcher Brief eingereicht worden."
Der Betreiber des Reporter-24-Portals heißt Markus Roider, sitzt in Wirsberg und hat offenbar ein Faible für das Posten von Unfallbildern. Natürlich aus berechtigtem öffentlichem Interesse tut er das, er ist wohl so eine Art 'Nightcrawler' für ausgedünnte Redaktionen.
Er hat aber auch ein Faible für Asylbewerber, wohnt er doch, nach eigenem Bekunden, seit Monaten mit diesen in Wirsberg friedlich unter einem Dach. Wenn dann, wie am 19.11.15 bei Facebook, eine Nutzerin namens Ina Laaber, nach eigenen Angaben Krankenschwester im Klinikum Kulmbach, etwas sachlich-kritisches zum Thema postet, dann hat Herr Roider kein Problem damit zu schreiben: "darüber werden wir mal mit dem Klinikum Kulmbach sprechen".
Ekelerregend!
Hallo Herr Lapp,
ich finde es total richtig, die Verbreiter von Lügengeschichten öffentlich beim Namen zu nennen.
Lasst die Relativierer ( Lügner oder Falschaussage: Der Veröffentlicher hat eindeutig zu prüfen, ob die Geschichte wahr ist. Wenn sie erlogen war, dann hat er auch die Konsequenzen zu tragen!) und "Ja-aber"-Schreiber ihre Abhandlungen zum Besten geben.
Ich bin der Presse dankbar, dass sie sich eindeutig äußert und nicht wie manche Politiker aus wahltaktischen Gründen solche Leute vorsichtig mit Samthandschuhen anfasst: "Nicht alle Fremdenfeindlichen sind Nationalsozialisten."
Sie sagen: "Der Veröffentlicher hat eindeutig zu prüfen, ob die Geschichte wahr ist. Wenn sie erlogen war, dann hat er auch die Konsequenzen zu tragen."

Genau so ist es! Der springende Punkt ist aber, dass dies natürlich nicht nur für die durch N. verbreitete Geschichte gilt, sondern auch für alle Geschichten / Aussagen *über* N., die entweder vom Kurier selbst oder von diversen Trittbrettfahrern in die Welt gesetzt worden. Oder sehen Sie das anders?
"Uwart", habe ich Sie richtig verstanden, dass es Aufgabe der Presse ist, Straftaten nachzugehen und die damit verbundenen Umstände zu beleuchten?
Nein.
Lasst sie doch machen. Auf diesem Weg treiben sie die Menschen doch zur AfD.
Ist es nicht gut, wenn es auch in Deutschland eine rechte Partei gibt? Diese Menschen sollen doch in der AfD ihre politische Heimat finden. Damit werden klare Verhältnisse geschaffen. Sie in großen Volksparteien zu verstecken halte ich für falsch. Jetzt können sie in den Parlamenten zeigen, wie sie ihre Ziele durchsetzen können. Ein bisschen Zeit zum Üben sollte man ihnen schon noch zubilligen.
Vielleicht zeigt das Berliner Wahlergebnis, wie Deutschland in Zukunft regiert werden kann.