Zwei Standorte: Wohin mit dem Möbelriesen?

Die Interessenten

Die Stadtverwaltung hat beide Standorte untersucht und festgestellt, dass beide gleichermaßen geeignet sind, um einen Möbelriesen anzusiedeln. Interesse bekunden nach Auskunft des Rathauses XXXLutz und Möbel Höffner. Auf Kurier-Anfrage halten sich beide Unternehmen bedeckt. Bei Möbel Höffner heißt es, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren bei der Standortsuche, sondern lediglich, wenn es Ergebnisse zu verkünden gibt. Oder in Ausnahmefällen, wenn es von Firmenseite aus politischen Gründen angebracht erscheint, so ein Sprecher von Möbel Höffner. Also keine Auskunft auf die Fragen, wie weit die Planungen für Bayreuth sind, ob das Unternehmen noch andere Standorte in der Region im Auge hat oder ob man einen der beiden möglichen Bayreuther Standorte präferiere.

Bei XXXLutz gibt man sich nicht so zugeknöpft. „Das Interesse einer Ansiedlung hat weiterhin eine hohe Priorität“, heißt es von dort auf Kurier-Anfrage. Andere Grundstücke in der Region kommen für Lutz offenbar nicht in Frage. Und bei der Frage, ob man eines der beiden Grundstück bevorzugen würde, hält sich das Unternehmen zurück. Man wolle den Beratungen im Bauausschuss der Stadt Bayreuth nicht vorgreifen.

Standort Markgrafenkaserne

Das Grundstück alleine ist nicht groß genug. Es müssten noch Teile eines Nachbargrundstücks integriert werden. Außerdem sei ursprünglich eine Nutzung der Fläche als Logistikpark angedacht gewesen. Ein Möbelhaus sei eine „höherwertige Art der baulichen Nutzung“. Wenn die Stadt durch den Verkauf des Grundstücks höhere Erlöse als erwartet erzielt, müssten Gelder aus der Städtebauförderung teilweise zurückgezahlt werden. Das habe die Regierung von Oberfranken mitgeteilt. Das Urteil der Stadtverwaltung: Es ist noch einiges zu regeln. Aber eine Ansiedlung ist möglich.

Standort Dr.-Konrad-Pöhner-Straße

Es gibt genug Platz auf dem Grundstück an der Autobahnausfahrt Bayreuth-Süd. Zu viel sogar. Das Grundstück befindet sich in Privatbesitz. Die Stadt teilt mit, dass das Grundstück deutlich größer ist, als für einen Möbelmarkt benötigt. Die Ansiedlung dort wäre möglich. Den Rest des Grundstückes könnte die Stadt erwerben und der Universität für Erweiterungen und Ausgründungen zur Verfügung stellen. Das Urteil der Stadtverwaltung: Das Grundstück ist wohl grundsätzlich verfügbar, die Ansiedlung eines Möbelriesen möglich.

Kritik an der Stadt

Auch in Himmelkron gab es mal Pläne, einen Möbelriesen im Gewerbegebiet an der Autobahn anzusiedeln. Doch daraus wurde nichts. Aus landesplanerischer Sicht hätte die Staatsregierung eine Erlaubnis geben müssen. Denn ein Möbelhaus auf die grüne Wiese, das geht nicht ohne Weiteres. Doch die Erlaubnis kam nicht. Auch weil Bayreuth interveniert hatte. Die Stadt habe damals Stellung bezogen und darauf hingewiesen, dass ein Möbelriese in Himmelkron nicht mit dem Landesplanungsrecht vereinbar sei, sagt Sprecher Joachim Oppold.

Der Himmelkroner Bürgermeister Gerhard Schneider sieht es anders. Auf maßgebliches Betreiben der Stadt sei die Ansiedlung in Himmelkron verhindert worden. Ein Argument sei gewesen, dass ein Möbelriese das Innenstadtsortiment in Bayreuth gefährde. Doch das sieht Schneider nun genauso gefährdet, wenn XXXLutz oder Möbel Höffner an den Stadtrand von Bayreuth zieht. „Ich bin gespannt, wie man das im Bayreuther Stadtrat argumentieren will“, sagt er. Aktuell gebe es keine Bestrebungen, ein Möbelhaus nach Himmelkron zu holen.

Nicht bewertet

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Kommentare

Wer soll denn die Möbel alle kaufen? Oder werden dafür dann andere Möbelgeschäfte Einbußen verzeichnen und gegebenfalls Personal abbauen?
Mir graut jetzt schon vor noch mehr Möbelhausprospekten im Kurier...
Ich bin extra nach Chemnitz gefahren um bei Höffner einzukaufen.
Und hab mir gleich gedacht, dass ich jetzt weiß wovor die Bayreuther Angst haben.
Da war Auswahl - Freunlichkeit - ein gutes Preis/leistungsverhältnis - Zusagen wurden eingehalten - Gutes Restaurant........
Das hat hier keiner so.
Ich freu mich auf den Möbelriesen.... Welcher auch immer.
Die haben nämlich verstanden, dass man sich um den Kunden kümmern muß und nicht um den Umsatz. Der kommt dann von allein.
Soso "derzeh", da sind Sie also extra nach Chemnitz gefahren, um Möbel bei freundlichen Menschen zu kaufen. Die entsprechenden Kilometer (mal 2, der Lkw muss ja auch hin und her fahren) dürften sich im nahezu vierstelligen Bereich bewegen.
Und mir an andererer Stelle die Story von der Müllvermeidung erzählen wollen...
Das nenn' ich Konsequenz!
Im Übrigen gäb's 'nen Höffner auch noch bei Nürnberg...
das hätten Sie auch wesentlich näher haben können, keine 10 km von Bayreuth - ohne hier Schleichwerbung zu machen. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis, das zunächst etwas ungünstiger aussehen mag, kehrt sich spätestens dann um, wenn etwas zu reparieren / auszutauschen / nachzujustieren ist - das wird nämlich aus Kulanz erledigt, prompt!

Die Stadt macht einen Riesenfehler, eines der letzten Sahnegrundstücke an einen 08/15 Betrieb zu verhökern - selbst wenn einer von 70.000 Bürgern meint, er müsse nach Chemnitz fahren. Warum macht man nicht eine Bürgerbefragung wer meint, daß man *noch* einen Möbelriesen braucht ? Wäre sehr gespannt auf das Ergebnis.
"...man *noch* einen Möbelriesen braucht ?"

Aha. Wieviele Möbelriesen haben wir denn in Bayreuth?


"...selbst wenn einer von 70.000 Bürgern meint, er müsse nach Chemnitz fahren."

Chemnitz ist bestimmt die Ausnahme. Der Rest fährt lieber nach Fürth/Nürnberg oder nach Hirschaid.


"Die Stadt macht einen Riesenfehler, eines der letzten Sahnegrundstücke an einen 08/15 Betrieb zu verhökern"

Die Stadt kann im Falle der Pöhner/Nürnbergerstraße überhaupt nichts verhökern, weil ihr das Grundstück nicht gehört.
Wir können natürlich auch alles so lassen wie es ist und weiter Getreide darauf anpflanzen, weil ein paar Menschen Angst vorm Wettbewerb haben...

Auf keinen Fall sollte mitten in die Technologieachse zwischen Uni-Campus und Wolfsbach mit dem Forschungsinstitut für Neue Materialien ein unnützer Möbelriese gestellt werden. Für Uni-Präsident Stefan Leible und Kanzler Markus Zanner wäre dies nicht wieder gut zu machen (NK vom 18.03.2015):

Bayreuth habe sich zu einem international anerkannten Wissenschafts- und Technologiestandort entwickelt. Sowohl auf dem Campus selbst als auch im Umfeld der Universität hätten sich zahlreiche neue Forschungszentren etabliert. „Am Standort Bayreuth hat sich damit eine Dynamik entwickelt, die mit Sicherheit noch weitere Innovationen und Investitionen hervorbringen wird.
Ich werde alles daran setzen, um hierfür von Seiten der Universität die richtigen Weichen zu stellen“, so Universitätspräsident Stefan Leible. Er ist zurzeit auf Dienstreise in Madrid, auf Kurier-Anfrage sagte er, man betrachte die Lage als "sehr ernst".
Kanzler Markus Zanner unterstützt diese Argumentation: "Das Gelände zwischen Nürnberger und Dr. Konrad-Pöhner-Straße wäre das optimale Terrain dafür. Wenn das mal zugebaut ist, können Sie es nicht mehr zurückholen." Zanner verweist auf den gültigen Flächennutzungsplan der Stadt Bayreuth, auf dem die strittigen Flächen als "Sondergebiete für Forschung und Entwicklung ausgewiesen" seien.
Es ist zwar die Möbelauswahl bei den Großen Möbelhäusern besser, aber ansonsten wird der Kunde dort mit vermeintlichen Lockangeboten (Rabattangebote bis 50% etc.) nur für "Dumm" verkauft! Ja wir sind auch zu den Großen in den Raum Nürnberg gefahren und haben dann letztendlich bei einem Möbelhaus Nahe Bayreuth zugeschlagen, wo wir mit einem Rabatt von nur 10% einen wesentlich günstigeren Preis erhalten haben , als mit der Rabattaktion von 50% bei den Monopolisten! Das Problem ist, die Deutschen lassen sich einfach zu stark, rein nur von der Auswahl und bunten Prospekten beinflussen, ohne zu merken, dass sie dort eigentlich gewaltig übers Ohr gehauen werden! Zudem wird das Personal bei solchen Möbelriesen schlecht bezahlt und ausgebeutet! Letzendlich will dieser Möbelriese nur eins, als Monopolist in Deutschland den Markt beherrschen auf Kosten kleinerer Häuser, um dann irgendwann auch die Preise diktieren zu können!
Ja, so könnte es gehen: Äpfel mit Äpfeln vergleichen und nicht hyperventilieren oder in Trance verfallen, nur weil irgendwo auf buntem, teuren Papier (wer zahlt das eigentlich?) "Sale" oder "%%%" draufsteht.
Mehr "Super-Sonder-Rabattwochen", größere Sperrmüllhaufen, weitere Transportwege, ökologische Yeti-Fußabdrücke in XXXL..
Wer will, schaue sich mal die riesigen leerstehenden Möbel- und Polstermöbelfabriken und Manufakturen rings um Lichtenfels und Coburg an. Das waren wir Verbraucher, die das geschafft haben.
Da möchte ich DerekButter zustimmen. XXXXXLutz oder Möbel Höffner brauchen wir nicht und verdrängen nur die vorhandenen Möbelmärkte. Offensichtlich gehören inzwischen auch billige Möbel zu den Einweg- oder Wegwerfartikeln. Nur wie lange noch. Mir ist der beissende Geruch von Formaldehyd zuwider.
Brauchen wir diesen neuen Möbelgroßmarkt wirklich?
Schon lustig wie die Diskussion immer wieder aufs neue entfacht sobalb mal wieder was drüber geschrieben wird :-)

Ich bin ganz klar für eine Ansiedlung, hab das auch schon mehrfach begründet. Werde es jetzt aber nicht zum xten male wiederholen!