Zwei reelle Chancen für die Tigers

„Schwache Gegner gibt es in dieser Liga nicht“, betont Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. Daran ändere auch der letzte Platz der Heilbronner Falken nichts, die als einzige Mannschaft der Liga noch nie innerhalb der regulären 60 Spielminuten gewonnen haben. Dreimal setzten sie sich auswärts nach Verlängerung durch (zuletzt auch im Vergleich der beiden kommenden Bayreuther Gegner in Weißwasser mit 4:3), während auf heimischem Eis das letzte 3:4 nach Verlängerung gegen den Neuling Tölzer Löwen erst im fünften Anlauf den ersten Punktgewinn markierte. Diese dürftige Bilanz in Kombination mit dem überzeugenden ersten Auswärtssieg der Bayreuther im Nachholspiel beim ESV Kaufbeuren (5:1) lässt den Heimvorteil der Falken nicht gerade furchterregend wirken.

Waßmiller warnt vor offensiver Qualität

Trotzdem (oder gerade deswegen) mahnt Waßmiller, der seinem Team nach dem erfolgreichen Abschluss der Kraft raubenden drei Spiele innerhalb von fünf Tagen einen trainingsfreien Tag gewährt hat: „Offensiv hat Heilbronn richtig gute Qualität. Da müssen wir eine ähnlich gute Auswärtsleistung bieten wie in Kaufbeuren.“ Statistisch gilt das vor allem für die Kanadier Brandon Alderson (sechs Tore, acht Assists) und Justin Maylan (drei plus zehn), die trotz eines Spiels Rückstand gegenüber der Konkurrenz in der Scorerliste der Liga auf den Plätzen neun beziehungsweise 13 liegen.

Weniger zufrieden ist man in Heilbronn mit der Besetzung der anderen beiden Kontingentstellen. Torhüter Andrew Hare und Verteidiger Jordan Heywood konnten der Defensive im einmal mehr runderneuerten Kader von Trainer Gerhard Unterluggauer noch keine Stabilität verleihen. Schwachstelle des Tabellenletzten sind auch die Specialteams: Sowohl die Powerplay-Ausbeute von 14,6 Prozent (6/41) als auch die Quote von 71,4 Prozent überstandener Unterzahlphasen (zwölf Gegentore in 42 Situationen) stellen die zweitschlechtesten Bilanzen dar – und damit in der Summe die schlechteste.

Neu formierte Lausitzer Füchse seit acht Spielen sieglos

Bei den Lausitzer Füchsen wirken neun Punkte aus neun Spielen fast ebenso enttäuschend, nachdem der starke sechste Platz in der vergangenen Saison die Messlatte hoch gelegt hat. 16 Neuzugänge im Team des finnischen Trainers Hannu Järvenpää tun sich offenbar schwer, das Niveau der abgewanderten Leistungsträger zu halten. Seit dem Auftakterfolg gegen Freiburg (2:0) gelang nur noch ein Sieg (5:3 in Ravensburg) neben drei einzelnen Punktgewinnen. Die entscheidende Schwäche des Teams aus Weißwasser wird darin deutlich, dass seine 25 Tore die schwächste Ausbeute der Liga markieren (die Freiburger mit 26 haben allerdings zwei Spiele mehr). Sieben der Treffer resultierten aus dem Powerplay, das immerhin das fünftbeste der Liga ist (20,6 Prozent).

Umso empfindlicher trifft es die Lausitzer, dass einer ihrer Topscorer fehlen wird. Maximilian Adam, dem zwei Tore und acht Assists genügen, um die interne Punkteliste mit dem Schweden Anders Eriksson (fünf plus fünf) anzuführen, gehört ebenso wie Vincent Hessler und Charlie Jahnke zu den Förderlizenzspielern, die an diesem Wochenende vom Kooperationspartner Eisbären Berlin beansprucht werden. Zudem bangen die Füchse vor dem heutigen Derby gegen Dresden, das für sie klar im Mittelpunkt des Doppelspieltages stehen dürfte, um den Einsatz einiger angeschlagener Spieler.

Tigers unter Umständen mit nur acht Stürmern

Allerdings ist die Personalsituation auch bei den Bayreuth Tigers alles andere als optimal. „Es kann durchaus sein, dass wir mit nur acht Stürmern nach Heilbronn fahren können“, wird Teammanager Dietmar Habnitt in einer Pressemitteilung zitiert. Neben dem heute noch einmal gesperrten Michal Barta werde auch der erkrankte Ziga Pesut nochmals fehlen. Zudem werde sich der Einsatz der Förderlizenzspieler kurzfristig entscheiden. Umstellungen werden Sergej Waßmiller somit kaum erspart bleiben: „Notfalls wird wieder ein Verteidiger in den Sturm rücken müssen.“

Nicht bewertet

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Montag, 13. November 2017 - 11:06