Zu unauffällig: "Walk of Wagner" soll nachgebessert werden

Bayreuth habe ein Problem, sagte Becher in der gestrigen Sitzung des Ältestenausschusses. Als Wagnerstadt habe die Stadt wenig zu bieten – das Festspielhaus sei von Mai bis September nicht zu besichtigen, Wahnfried sei geschlossen, mehr gebe es nicht. Um das Problem zu lösen, entwickelte Becher im Wagnerjahr 2013 den „Walk of Wagner“: ein Lehrpfad zwischen Wahnfried und dem Festspielhaus, der an möglichst vielen Geschäften und Restaurants vorbei durch die Innenstadt führt. „Damit Festspielgäste nicht nur ankommen, sich auf dem Parkplatz umziehen und nach der Vorstellung wieder fahren“, sagte Becher. „Solche Festspielgäste kriegen Sie auch mit dem Walk of Wagner nicht in die Innenstadt“, entgegnete Sabine Steiniger (Grüne).

Eines Tages werde der „Walk of Wagner“ selbst eine Attraktion sein, die Touristen nach Bayreuth lockt, hofft Becher. Damit das gelingt, müsse aber eine Lücke zwischen der oberen Richard-Wagner-Straße und dem Mühlkanal geschlossen werden. Und: Die Stationen sollen größer und schöner werden.

Bislang sind die Würfel hüfthoch, gekennzeichnet mit Wagner-W auf rotem Grund und ocker getüncht. „Wir wollten den Eindruck von Sandstein erwecken“, sagt Becher, „das war aber nicht sehr erfolgreich“.

„Es wird Zeit, das ist wirklich nicht mehr schön“, sagte Michael Hohl (CSU). Wie Umzugskisten, sagt Karsten Schieseck (BG). „Warum haben Sie nicht gleich Natursteine genommen?“, fragt Ingrid Heinritzi-Martin, und Becher signalisiert: zu teuer. Jetzt werden die Würfel ausgemustert – und neue angeschafft. Die neuen Stationen, wieder aus Beton, sind 1,50 Meter hoch, oben steht eine Wagner-Figur von Ottmar Hörl. Die Gesamthöhe liegt bei 2,50 Meter. „Dann wird das auch auffälliger als bisher“, sagt Becher. Einige Sponsoren hätten sich beschwert.

„Coole Idee, machen wir“, sagte Thomas Hacker (FDP). Der Ältestenausschuss stimmte Bechers Vorhaben ohne Gegenstimme zu.

Ob es denn möglich sei, einige Stationen zu beleuchten, fragte Halil Tasdelen (SPD), erhielt darauf aber keine abschließende Antwort.

Die Erneuerung soll möglichst schnell gehen. Fünf Stationen sind schon fertig und sollen rechtzeitig zur Premiere am kommenden Freitag stehen. Die Kosten deckt die BMTG über ein Sponsoring-Modell.

Nicht bewertet

Anzeige

Kommentare

Weitsichtige Planung im Jahr 2013, alle Achtung!
...sollte den Anschein von Sandstein erwecken... und schaut eher aus, wie ein Umzugskarton,der bei einem Umzug versehentlich stehen gelassen wurde - fand ich schon immer lustig!
wie wahr, wie wahr...
Montag, 13. November 2017 - 11:06