Zentrum für Lehrerbildung an der Uni Bayreuth

Prof. Ludwig Haag nimmt kein Blatt vor den Mund: „Spätestens seit Pisa wissen wir: Der Fisch stinkt vom Kopf. Bevor wir allerdings auf die Lehrer losgehen, müssen wir auf die Lehrerbildner zeigen. Andere Bundesländer haben das schon lange vor uns gemacht.“

Das Problem, das Haag meint: Künftige Lehrer lernen oft den gleichen Stoff wie künftige Chemiker, Physiker oder Mathematiker. „Die Chemiker sitzen im gleichen Hörsaal. Der eine geht später zu BASF, der andere in die Schule vor eine Klasse. Der braucht aber doch eine andere Ausbildung!“ Ideal, sagt Haag, wäre eine reine Lehrerbildungs-Fakultät. Die Hochschulleitung in Bayreuth habe das Problem „gut erkannt und mit dem Zentrum für Lehrerbildung eine Vernetzungsstelle geschaffen für alle Fakultäten, unter deren Hoheit Lehrer ausgebildet werden“, sagt Haag.

Weniger Studenten für Lehramt

„Praxis- und Theoriephasen sollen besser miteinander vernetzt werden.“ Wichtig: Schon in der ersten Phase – beim Studium an der Uni, bevor die jungen Leute an die Schulen gehen – „muss mehr Praxis rein. Die jungen Leute müssen eine Antwort auf die Frage geben können, ob das, was sie studieren, ihnen auch liegt. Ob sie sich vor eine Klasse stellen können, ob sie im Ernstfall auch hart bleiben können“.

An der Uni Bayreuth habe man in den vergangenen drei Jahren „richtig in die Lehrerbildung reingebuttert. Wir hatten hier vor vor drei Jahren eine Auslastung von 260 Prozent. Da saßen 200 Studenten im Examenskurs drin. Da waren die Studenten nur noch Nummern“, sagt Haag. Diese Situation habe sich entspannt – nicht zuletzt auch deshalb, weil die Zahl der jungen Leute, die Lehramt studieren wollen, aktuell wieder abnimmt.

Symbolbild: dpa


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