Zentralparkplatz: Im Juni ist alles vorbei

Nach Angaben von Oberbürgermeister Henry Schramm lag das weitgehend daran, dass die Arbeiter unter der Erde tätig waren. Schramm räumt aber auch ein: „Es gab ein paar Schwierigkeiten“. Die Hochkonjunktur auf dem Bau sei für so manche Verzögerung verantwortlich, sagt er. Das will Schramm aber nicht einfach hinnehmen: „Seit letzter Woche habe ich mich wieder persönlich in die Arbeitsabläufe eingeklinkt.“ Schramm habe die Firmen zu Besprechungen zusammengeholt und auch mehr Baubesprechungen angesetzt, wissen die Bauarbeiter.

Wenn es auf dem Bau „brummt“, gehen die Uhren anders: Die Preise steigen, Termine sind schwer zu halten und es treten vielfältige Probleme auf. Beispielsweise hat die Firma, die die Ausschreibung für die Platten auf dem neuen Platz gewonnen hatte, nicht geliefert, sagt Schramm. Die Ausschreibung musste deswegen europaweit noch einmal durchgezogen werden. Das kostete Zeit.

"Das läuft nicht so zügig"

Was viele Kulmbacher in den vergangenen Wochen rund um die Baustelle aufmerksam beobachtet haben, hat auch Schramm bemerkt: „Ich hatte auch den Eindruck, das läuft nicht so zügig, wie wir das brauchen“, bestätigt Schramm. Firmen hätten nicht mit der nötigen Personalstärke gearbeitet. Aber es habe auch andere Probleme gegeben, die so nicht vorhersehbar gewesen seien. Beispielsweise musste die Abdichtung zu den am Platz stehenden Häusern neu gemacht werden. 100 000 Euro kostet das zusätzlich. „Aber die Leute sollen ja trockene Keller haben.“ Der Rohbau der Tiefgarage sei inzwischen ebenso wie der Durchstich zur benachbarten Garage weitgehend fertig. Vor allem der Durchstich habe sich als Herausforderung erweisen. Bis zu zwölf Meter tief habe man gehen müssen, berichtet Schramm: „Vieles musste mit der Hand gegraben werden.“ Während der Arbeiten wurde ständig Wasser gepumpt, um den Grundwasserspiegel in dem Bereich abzusenken. In den kommenden Tagen werde bereits mit der Pflasterumrandung des Platzes begonnen. Das wurde auch den Anliegern schon angekündigt. Editha Paetsch vom Café „Petit Fours“ freut sich darauf. „Nächste Woche soll es schon losgehen, wurde uns gesagt.“ Die Wirtin Cafés fiebert dem Tag entgegen, an dem sie wieder Plätze im Freien auf der „Sonnenseite“ anbieten kann. Und darauf, dass sie mehr Freifläche bewirtschaften darf, wenn der Platz erst einmal fertig ist.

Für die Geschäfte rund um den Zentralparkplatz haben sich die Bauarbeiten längst als lange und harte wirtschaftliche Durststrecke erwiesen. Wenn jetzt bald noch die Abrissarbeiten an dem Haus an der Ecke zur Sutte beginnen, werden wohl auch die wenigen Sitzplätze auf dem Gehweg der Klostergasse nicht mehr attraktiv sein. Und mit dem Altstadtfest werde es wohl auch 2018 am Zentralparkplatz noch nichts werden, fürchtet Editha Paetsch. „Es dauert lang“, klagt die Wirtin. „Aber es musste ja gemacht werden.“

Platz für den Stadel

„In den nächsten ein, zwei Monaten wird sich am Zentralparkplatz viel tun“, kündigt Schramm an. Am Dienstag hat der baubegleitende Ausschuss getagt und dabei auch die Baustelle besichtigt. Die farbliche Gestaltung wurde ebenso besprochen wie eine Auswahl der Beleuchtungskörper getroffen wurde. Auch unter der Erde habe sich viel getan. Unter anderem sei an den Sanitär- und Lüftungsanlagen gearbeitet worden. Nun gehe es oben weiter. Schramm ist optimistisch: „Bis zum 8. Juni werden wir den Platz fertigstellen, damit die Brauerei mit dem Aufbau des Stadels beginnen kann.“

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Montag, 13. November 2017 - 11:06