Zäher Anfang, großer Erfolg

Schäfer hatte schon in Bayreuth und Stammbach eine Gemeinde aufgebaut, in Bayreuth eine Buchhandlung gegründet. "Dann habe ich Pegnitz in den Blick bekommen", sagt der 67-Jährige. Und er dachte: Ja, das wäre es. Die Bayreuther Gemeinde würde das mittragen. Also zog er mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Pegnitz, nach Hammerbühl. "Wir lernten viele Menschen kennen, bauten eine Kinderjungschar auf, veranstalteten Zeltlager und Konzerte mit christlichen Künstlern, hatten eine kleine Hausgemeinde", erzählt er. Mit drei Mitgliedern fing alles an.

Unkonventionelles Engagement

Das erste Gemeindezentrum entstand dann in der Rosengasse im ehemaligen Wollwarengeschäft. "Damals waren wir noch Exoten", erinnert sich Schäfer. Dann wurde das neue Gemeindezentrum Domino in der Schmiedpeunt gebaut. "Der Anfang war nicht einfach", sagt Schäfer. Aber durch sein Engagement in der Gemeinde lief es bald besser. Der Pastor gehört zu den Gründern des Lauftreffs, ist selber mitgelaufen. Er hat die Olympiade des Lebens mit bunten, unkonventionellen Programmen ins Leben gerufen. "Wir haben dabei den Glauben an Jesus, dass, was die Bibel bedeutet, den Menschen näher gebracht", sagt er.

Eine Gemeinde aus dem Nichts

Große Unterschiede zur evangelisch-lutherischen Kirche gibt es nicht, sagt er. "Das 'evangelisch' verbindet uns", bringt er es auf den Punkt. Ein wesentlicher Unterschied ist, das von den Methodisten als Freikirche keine Kirchensteuer erhoben wird. Aber lehrmäßig unterscheiden sich beide Kirchen nicht, sagt der Pastor. Anfangs war es auch mit der Ökumene schwierig. "Eine Gemeinde, die neu anfängt, hat es halt nicht einfach", so Schäfer. Aber das ist inzwischen stark gewachsen. "Anfänge sind oft zäh, werden dann aber flüssiger", hat er beobachtet. 17 Jahre war Schäfer in Pegnitz, bis 2003. Dann ging er ins schwäbische Uhingen, baute dort zwei Gemeinden auf. "Es war für interessant, dort meine Erfahrungen aus Pegnitz einzubringen", sagt er. Seit 2014 ist er nun im Ruhestand und stark in der Flüchtlingsarbeit engagiert. An den Sonntagen wird er auch oft noch zu Predigten eingeladen. Und auch beim Jubiläum, das am kommenden Sonntag ab 10 Uhr in Pegnitz im Domino gefeiert wird, hält er die Predigt. Der unter euch angefangen hat, wird das gute Werk auch vollenden - unter dieses Bibelwort wird er seine Predigt stellen. Es wird ein Rückblick auf die Pegnitzer Zeit sein. "Es war Gott und es waren nicht ich und meine Familie, die in Pegnitz war aufgebaut haben. Wir waren nur Werkzeug", ist er überzeugt. Für ihn war das Ganze ein Wunder, sagt er: "Aus dem Nix ist eine Gemeinde entstanden."

Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen

Seit neun Jahren ist nun Stefan Schörk Gemeindepastor. "Die Gemeinde hat sich verändert", sagt er. Sie hat sich stark zur Stadt hin geöffnet, den Glauben durch tätige Nächstenliebe sichtbar gemacht. "Wir haben den Anonymen Alkoholikern eine Heimat hier geschenkt, gewähren seit zwei Jahren Kirchenasyl, gehören zu den Gründern der Pegnitzer Tafel, fahren jede Woche Lebensmittel zu Tafelkunden, die alt und gehbehindert sind", listet Schörk auf. Und er sagt: "Gott hat mit der Gemeinde noch etwas vor." Das beweise auch, warum vor 15 Jahren eine große Gemeinschaft rund 1,5 Millionen Euro in die Hand genommen hat, um das neue Gemeindezentrum Domino zu bauen. "Und das lief ganz ohne staatliche Unterstützung, die bekommt eine Freikirche nicht", sagt Schörk.

Info: Jubiläumsgottesdienst zum 25-jährigen Jubiläum der evangelisch-methodistischen Gemeinde, am Sonntag, 15. Oktober, um 10 Uhr.

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