Young Volleys: Nummer eins werden

„Wir wollen in unserem Sport die Nummer eins im Bezirk werden“, sagt Carsten Böhm, der Vorsitzende des Regionalliga-Neulings. Und dazu gehört eben neben mehr Punkten in der Tabelle vor allem auch der Triumph in den direkten Vergleichen. In den ersten gehen beide Teams mit drei Siegen aus bisher sieben Partien. Die Gastgeberinnen (Fünfte) haben freilich drei Zähler mehr auf dem Konto, weil Bamberg (Sechster) zweimal nur 3:2 gewann (zwei statt drei Zähler) und die Young Volleys bei der knappen Niederlage in Schwabing punkteten. 

„Zählt alles am Samstag nicht. Wie im DFB-Pokal oder bei einem Bundesliga-Derby ist da einfach alles möglich“, vergleicht Angreiferin Nora Anders die anstehende Begegnung mit dem Fußballbereich.

Premiere in diesem Jahrtausend

Und Böhm hat nachgeschaut: „Zumindest seit 2000 gab es kein Oberfrankenderby in der Damen-Regionalliga. BSV Bayreuth, Memmelsdorf und seit vier Jahren nun Bamberg waren aus unserer Gegend immer Solisten in dieser Klasse. Nun also eine Premiere für dieses Jahrtausend.“ Und gleichzeitig ein Duell Jugend kontra Erfahrung. Die VG-Mannschaft ist im Schnitt knapp 28 Jahre alt, die Young Volleys – nomen est omen – keine 21.

Die Ballarinas, die im Vorjahr noch mediteam hießen und nun von einem örtlichen Sportausrüster gesponsert werden, scheinen von Woche zu Woche besser zu werden. Offenbar zahlt sich die Arbeit von Trainer Bekim Aliu (zuvor Unterdürrbach und Eltmann) aus, der recht spät zur Mannschaft stieß. Spielerin  Daniela Raddatz spielte bei  diesem Wechsel, so liest man, eine große Rolle.

"Immer 100 Prozent"

Anfangs  arbeitete der Coach daran, die Fitness der Akteurinnen nach einer nicht optimalen Vorbereitung zu verbessern. Nun soll das Team seiner Forderung immer näher kommen, die da lautet: „Jede Spielerin soll ihre Aufgaben übernehmen und diese zu 100 Prozent erledigen – und das sowohl bei erfolgreichen als auch weniger erfolgreichen Spielen.“

Eine starke Leistung, aber auch fehlende Cleverness hatte Aliu nach dem 1:3 gegen Dingolfing moniert, als Bamberg im  zweiten Durchgang fünf Satzbälle vergab. Danach gewannen die Ballarinas in Esting (wo die Young Volleys in einer Woche zu Gast sein werden) mit 3:2. Aliu schränkte ein: „In wichtigen Situationen machen wir noch zu viele leichte Fehler.“

 Gastgeber fast komplett

„Ich vermute, dass sich Esting für das Spiel tags darauf gegen Spitzenreiter  Ansbach etwas geschont hat“, kommentierte N.H.-Trainer Marc d’Andrea das etwas überraschende Resultat. Sein Kader ist derzeit – bis auf die langzeitverletzte Nicole Steeger - komplett; Bamberg musste im Sommer unter anderem den Weggang von Angreiferin Katharina Schön zum Drittligisten TV Altdorf verkraften. 

Von den aktuellen Bamberger Spielerinnen  haben Kasia Trojan und Raddatz schon höherklassig gespielt. Auf der Zuspielposition bringt Aliu öfter mal Anna Michel für Britta Lohneiß. Seine Libera Laura Badum lobte der Trainer nach dem 1:3 gegen Dingolfing für ein „grandioses Spiel“.

D'Andrea: Wir haben eine Chance

Kollege d’Andrea glaubt natürlich an seine Mädels: „Wenn alle ihre optimale Leistung abrufen,  können wir gegen fast alle Mannschaften der Liga mithalten. Das haben wir ansatzweise in fast jedem Spiel gezeigt; bislang fehlte aber oft noch die Stabilität auf diesem hohen Niveau. Ich meine, wir haben auch gegen Bamberg eine Chance.“

Auch Carsten Böhm gibt sich optimistisch: “Die Bambergerinnen sind eine kampfstarke und erfahrene Truppe, die kein Spiel verloren gibt.  Entsprechender Respekt ist also geboten, verstecken müssen wir uns aber nicht.  Der glatte 3:0-Sieg letzte Woche gegen Erlangen hat der Mannschaft gut getan und das Selbstvertrauen gestärkt. Wir wollen auch im Derby punkten.“

N.H. Young Volleys:  Nora Anders, Kristina Böhm, Michaela Dutz, Fanny Gnade, Sophia Höreth, Hannah Lauterbach, Sophie Mayer, Lisa Meisel, Antonia Raith, Meike Schirmer, Leonie Stöcker, Sandra Ullrich.

Nicht bewertet

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