Young Volleys feiern großen Sieg

Nach etwas mühsamem Beginn hatten sich die Gastgeberinnen fast schon in einen Rausch gespielt. Am berauschendsten (weil nicht erwartet) dabei: das Auftrumpfen von Michaela Dutz. Der Neuzugang aus Marktredwitz - der nicht im erwünschten Maße trainieren kann - haute den Schwäbinnen, die Tabellendritte sind, den Ball um die Ohren, dass ihnen Hören und Sehen verging. Und da auch Sophia Höreth neben einer fast fehlerlosen Annahme die von ihr gewohnten Schmetterbälle zeigte, kam der Neuling in seinem zehnten Saisonspiel zum fünften Sieg. Dabei hatte die starke Angreiferin Nora Anders wegen Krankheit nur auf der Bank mitgefiebert.

„Endlich hat es mal geklappt“, freute sich Dutz. Die 18-Jährige mit dem großen Potenzial kann aus logistischen Gründen nur maximal einmal pro Woche mit ihrem Team trainieren; darunter litt ihre Form - bis zum Samstag. Im dritten Satz eingewechselt, sah es zunächst nach einer Fortsetzung ihrer durchwachsenen Vorstellungen aus. Doch die Punkte zum 11:11 und zum 13:13 gaben ihr so viel Selbstvertrauen, dass sie fortan kaum zu stoppen war.

Ein Duo - und Mayer

Im Tiebreak sorgte das Duo Dutz/Höreth für acht der Young-Volleys-Zähler zur 10:6-Führung. Zwar wurde es nach dem 13:13 (durch einen der seltenen Dutz-Fehler) noch einmal eng, doch sorgte Sophie Mayer mit einem Solo-Block und einem Angriff über die Mitte für Matchbälle. Der zweite war dann erfolgreich.

„Der Gegner hat äußerst erfolgreich über die Position vier gespielt, wir hingegen gar nicht“, sah Gäste-Trainer Hubert Hermann links am Netz klare Vorteile beim Sieger. Zudem war er „not amused“ über die Schiedsrichterleistung. „In sieben von acht Fällen wurden strittige Bälle gegen uns gegeben“, monierte er, „darunter waren klare Fehlentscheidungen und die dann auch noch in entscheidenden Situationen.“ Hermann sagte aber auch: „Die Young Volleys haben sich den Erfolg richtig verdient, wobei meine Mannschaft heute unter ihren Möglichkeiten blieb.“

D’Andrea stimmte dem zu: „Wir haben unsere Taktik durchsetzen können. Zudem ging der Plan mit Sophia und den Liberas auf.“ Angreiferin Höreth war bei der Abwehr zur Haupt-Annahmespielerin mutiert, Fanny Gnade gab in diesen Situationen die „freie Frau“, Kristina Böhm war Libera, wenn das Heimteam angriff.

Liberas wechseln sich ab

„Die zwei Liberas wollten wir schon lange bringen, jetzt war Fanny, die dann auch sensationell spielte, dafür frei“, verriet der Coach mit Blick auf die vorübergehende Rückkehr von Johanna Meisel. Und da Meike Schirmer laut d’Andrea „ein gutes Näschen beim Zuspiel hatte, so dass der TSV oft nur einen Einer-Block stellen konnte“, holte man die zwei Punkte.

Schirmer war mit einer Aufschlag-Serie vom 14:19 zum 22:19 die Garantin für den Gewinn des ersten Durchgangs. Da hatte auch eine Steigerung beim Blockspiel das Team aus Neudrossenfeld und Hollfeld stark gemacht. Doch das Entschärfen gegnerischer Attacken misslang im zweiten Satz zu oft. Und was so mancher Zuschauer in dieser Phase noch als einfallslos kritisiert hatte, das Spiel über Position vier, brachte dann die Wende, obwohl der dritte Satz nach einem Satzball beim 26:25 noch verloren gegangen war.

Dutz macht den Sack zu

In Durchgang vier stand es fünfmal unentschieden, ehe sich der Gast auf 23:21 absetzte. Ein Ball ins Netz vom TSV und ein Verschätzen bei Antonia Raiths Service brachten die Oberfränkinnen zurück ins Spiel. Dutz machte den Sack zu - 2:2 nach Sätzen. Und weil im Tiebreak erstmals an diesem Abend nicht einem Rückstand hinterhergelaufen werden musste (3:0, 7:3), feierten die Young Volleys ihren bisher wohl schönsten Sieg in der 4. Liga.

 

 

 

 

 

 

 

 

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