Young Volleys: Aufgeregt und optimistisch

Ein bisschen ist es wie Weihnachten vor dem Spiel in der Schulturnhalle Nikolausberg in dem Ort westlich von Kaufbeuren. Lang war die Vorbereitung, nun steht das Fest vor der Tür. „Wir sind der Aufsteiger, von dem man dort nicht gerade einen Sieg erwartet“, sagt die 23-jährige Zuspielerin Schirmer. Wenn es denn Druck gibt, dann macht ihn sich die Mannschaft selbst: „Wir wollen vor allem die Leistung bringen, zu der wir fähig sind. Dann wird man sehen, wozu das bei einem der Titelanwärter reicht.“ Die Allgäuerinnen haben die vergangene Saison mit zwölf Siegen und sechs Niederlagen auf Rang zwei hinter dem TSV Friedberg abgeschlossen.

Vorbereitung hat Selbstvertrauen gestärkt

Bangemachen aber gilt nicht für die Oberfranken. Die beiden Vorbereitungsturniere in Regenstauf und Katzwang mit 17:3 Sätzen innerhalb von zwei Tagen sorgten für weiteres Selbstvertrauen. Ligagegner wie der TSV Ansbach (in einem Test über vier Sätze), TB/ASV Regenstauf (am 15. Oktober Gast in Neudrossenfeld) und VG Bamberg wurden geschlagen. „Durchaus beachtlich“ nennt Trainer Marc d’Andrea diese Bilanz.

Und so sieht auch die in einem Labor in Bayreuth arbeitende Meike Schirmer für ihre Truppe „Chancen, das gesicherte Mittelfeld zu erreichen. Und wenn es richtig gut läuft, kann vielleicht ja auch ein Platz oben drin sein.“ Alle sind sich einig, dass es im Zehnerfeld der Regionalliga Nordost sehr eng zugehen wird.

Herausforderung für die Stellerin: "Schnellere Pässe nötig"

Was wird der Bayernliga-Meister eine Stufe höher anders machen als in der Vorsaison, in der von 18 Partien nur zwei verloren gingen? Meike Schirmer, die seit ihrem sechsten Lebensjahr Volleyball spielt und nun auch noch in Neudrossenfeld die U 12 trainiert: „Wir werden schnellere Pässe spielen müssen, damit der gegnerische Block keine Zeit hat, sich zu formieren.“

Dabei ist also vor allem sie als Stellerin gefordert, die zudem zwei neue Angreiferin an ihrer Seite hat; Michaela Dutz und Nora Anders komplettieren – wie berichtet – den Young-Volleys-Kader. „Klar, muss ich mich als Zuspielerin auf die Spielweise der Neuen einstellen – und sie sich auf mich“, weiß die routinierte Akteurin. Doch fühlt sich das Team bereit. Intensiv wurden Athletik, Technik und Taktik trainiert. „Unser Coach hat uns noch mehr als vor einem Jahr seine Philosophie vom Spiel vermitteln können“, erzählt Schirmer. 2015 war d’Andrea, der ehemalige Co-Trainer des Zweitligisten aus Köln, quasi erst mit Beginn der Spielrunde nach Oberfranken gekommen.

Er freut sich, dass mit Anders und Dutz „sehr starke Persönlichkeiten“ hinzugekommen sind, die nicht nur angriffsstark, sondern auch stressresistent und taktisch erfahren seien. Neuzugänge aus höheren Ligen würden zudem auch ihm als Coach die Chance geben, „zu sehen, was anderen Trainern wichtig ist“.

Vertrauen in den Teamgeist

Vielleicht wird aber auch der Teamgeist zum Erfolgsgeheimnis des Neulings. Die allseits gerühmte gute Stimmung bei den Young Volleys erklärt die Spielführerin so: „Die meisten im Team spielen schon sehr lange zusammen. Es sind Freundschaften entstanden; wir unternehmen auch privat viel gemeinsam. Und die Neuen fügen sich richtig gut ein.“ Und: „Durch den größeren Kader ist mehr Zug im Training. Alle hängen sich rein.“

Der TSV Obergünzburg soll es als Erster zu spüren bekommen.

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