In Wunsiedel: Bayerns stärkste Batterie

Weiteres Zeichen der Partnerschaft ist das „Haus der Energiezukunft“, das SWW-Geschäftsführer Marco Krasser, Siemens-Technologievorstand Roland Busch und Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) eröffneten. Eine Dauerausstellung informiert hier über den „Wunsiedler Weg Energie 2.0“ und darüber, wie die Energiewende technisch und mit welchen Geschäftsmodellen auch wirtschaftlich realisiert werden kann.

Smarte Stadt

„Ich begrüße Sie in der Energiezukunft“, rief SWW-Chef Krasser den Festgästen zu. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht. Wir verfolgen das Ziel, unser Verteilnetz langfristig ganz mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Mit Siemens als Technologiepartner bringen wir die Entwicklung Wunsiedels zu einer Smart City weiter voran.“

„Smarten Städten gehört die Zukunft“, sagte Siemens-Vorstand Busch. „Wir unterstützen Wunsiedel mit innovativer Technik auf dem Weg in die Digitalisierung.“ Die Stadt im Fichtelgebirge sei mit ihren vielfältigen Komponenten der Stromerzeugung ein Musterbeispiel für eine dezentrale Versorgung, die an den Energiemarkt angebunden ist. „Diese intelligente Nutzung von Energie hat Pilotcharakter für viele andere Kommunen in Deutschland.“ Siemens und Partner aus der Wissenschaft würden hier bald neue Techniken testen und neue Geschäftsmodelle entwickeln.

So werde die Siestorage-Batterie mit der neuen Mindsphere-Software gekoppelt, die die SWW in Wunsiedel als erster kommunaler Versorger in Deutschland nutzt. „Damit können wir Potenzial für Optimierungen und Einsparungen aufzeigen“, sagte Busch. Die Universität Bayreuth, deren Präsident Professor Stefan Leible dem Festakt beiwohnte, werde in diesem Forschungsverbund ein künftiges „Feldversuchslabor der Energiezukunft“ begleiten.

Bayerns Pionierstadt

Wirtschaftsstaatssekretär Pschierer sagte: „In Wunsiedel können wir einen Blick in die Energiezukunft werfen. Hier werden praxistaugliche Lösungen für die intelligente Vernetzung der Energiesysteme aufgezeigt.“ Wunsiedel sei auf dem Energiesektor Bayerns Pionierstadt und erbringe mit seinem eigenen Weg der Versorgung eine bemerkenswerte Pionierleistung. „Der dezentrale Ansatz des Wunsiedler Wegs ist einzigartig, vorbildlich und hat eine wichtige Impulsfunktion weit über die Region hinaus.“

Ein Vortragsprogramm zur Energiezukunft mit Beiträgen von Experten aus Wirtschaft und Politik vervollständigte das Programm. „Wunsiedel ist jetzt nicht mehr nur Festspielstadt, sondern auch Energiestadt“, sagte Bürgermeister Karl-Willi Beck. Wie er ankündigte, wird es nun alle zwei Jahre die „Wunsiedler Energietage“ geben.

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Kommentare

Die Wunsiedler zeigen, wie man sinnvoll an der Energiewende mitwirken kann, auch zu ihrem eigenen Vorteil. Es ist nicht nur das Speichersystem, sondern auch die Windkraft und die Solarpanels gehören mit dazu.
In einem größerem Rahmen könnte beispielsweise in Arzberg ein Gaskraftwerk anstelle des früheren Kohlekraftwerks gebaut werden, um in Ostoberfranken und darüber hinaus eine die Stromversorgung im Spitzenbedarf sicherzustellen.