Windparks als Bürgergenossenschaften

Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende ist ein lukratives Geschäft – und jeder will etwas vom großen Kuchen abbekommen. Im Bereich Hollfeld sieht der Regionalplan Oberfranken-Ost zwei Vorrangflächen für Windkraftanlagen vor. Zum einen das etwa 85 Hektar große Gebieten „Schirradorf-West“, nördlich von Krögelstein, zum anderen das 40 Hektar große Areal „Wiesentfels-Süd“, nördlich von Drosendorf.

Die mögliche Umsetzung der viele Millionen Euro schweren Projekte wurde am Dienstagabend im Hollfelder Stadtrat präsentiert. Gekommen waren zu diesem Zweck Diplomingenieur Arne Henn von der Projektierungsgesellschaft NewEn aus Bremen sowie der Thurnauer Norbert Lawatsch, Geschäftsführer der Partnerfirma Vis Nova, ebenfalls aus Bremen.

Großinvestoren abwehren

Bereits im August hatte der Gemeinderat im benachbarten Thurnau einen Nutzungsvertrag mit NewEn beschlossen. Mit dem dort angestrebten Bürgerwindpark soll verhindert werden, dass Großinvestoren und anonyme Geldgeber künftige Gewinne aus den Windkraftanlagen abschöpfen und die Gemeinde und vor allem die Bürger leer ausgehen.

In der Folge erläuterten Henn und Lawatsch Details für die beiden Vorranggebiete. Während bei Drosendorf der Bau von lediglich vier Windrädern möglich ist, könnten im Windpark Krögelstein den bisherigen Erkenntnissen nach fünf Anlagen gebaut werden, ohne dass sich die Windräder gegenseitig in ihrer Leistung behindern würden.

32,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr

Die Windräder hätten eine Gesamthöhe von 180 bis 200 Metern und Rotorkreise von 100 bis 120 Metern. Die Kosten für die fünf Anlagen liegen bei etwa 22 Millionen Euro. Bei einer Windstromproduktion von 32,5 Millionen Kilowattstunden könnten jährlich 25.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Fraglich ist allerdings, ob der Windpark Krögelstein in einem Zug geplant werden kann, da sich dem Vernehmen nach einzelne Grundbesitzer bereits vertraglich an einen andern Anbieter gebunden haben. Nach Auskunft von Norbert Lawatsch wäre aber auch eine gemeinsame Planung von NewEn in Absprache mit dem Konkurrenzunternehmen möglich.


Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Donnerstagsausgabe (4. Oktober) des Nordbayerischen Kuriers.

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