Willi Flügel ist tot

"Rührig, hilfsbereit, einer, der auf die Leute zugegangen ist. Der sich dahinter geklemmt hat und geholfen hat, wenn die Leute ein Problem hatten." So beschreibt nicht nur Wolfgang Redelbach den langjährigen Vorsitzenden des SC Kreuz, der 1972 die Nachfolge von Redelbachs Vater Karl angetreten hatte. Flügel habe viel erreicht in seinem Leben, das in gewisser Weise "vom Glück begünstigt war", wie der Bayreuther Ehrenbürger Werner Ponsel sagt. Ponsel und Flügel waren im Stadtrat lange Jahre das Gespann an der Spitz der SPD. "Er war von 1970 bis 1996 im Stadtrat, 15 Jahre lang war er mein Stellvertreter im Fraktionsvorsitz", sagt Ponsel am Dienstag im Gespräch mit dem Kurier.

Sozial sehr engagiert

Flügel, sagt Ponsel, sei "sozial sehr engagiert gewesen. Im Stadtrat waren der Personal- und der Bauausschuss seine Domäne". Flügel sei es unter anderem zu verdanken, dass der Schlachthof "aus der Mitte der Stadt an den Stadtrand abgesiedelt werden konnte", hatte Ponsel beim 95. Geburtstag Flügels im Februar vergangenen Jahres gesagt. Nicht nur wegen Flügels Art - "freundlich, verbindlich, immer mit dem Ziel, Differenzen zu überbrücken, wenn es mal welche gab", wie Ponsel sagt, sondern: Flügel konnte auch "ein harter Knochen sein. Und in gewisser Weise ein Dickschädel". Aber einer, "mit dem man gut auskommen konnte. Wir beide hatten nie Streit".

Einer, der kluge Anträge gestellt hat

Einen "geradezu väterlichen Freund, mit dem ich immer wieder eng zusammengearbeitet habe", nennt Dieter Mronz, Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt, den Verstorbenen. Flügel, einst Leiter der Kindergeldkasse des Arbeitsamtes und "erfolgreicher Vorsitzender des SC Kreuz war ein hoch angesehener Stadtrat, der mehr als ein Vierteljahrhundert von großem Vertrauen der Bayreuther getragen wurde", sagt Mronz. Im Rathaus habe er Flügel als einen Stadtrat erlebt, "der viele kluge Anträge gestellt hat. Was ihn auszeichnete, war sein vermittelnder Umgang zwischen den Fraktionen".

Der SC Kreuz hat von Flügel profitiert

Was Ponsel einst bei Flügels Geburtstag anschnitt, bestätigt Frank Becker der Vorsitzende des SC Kreuz: "Die Sportanlage des SC Kreuz, die gäbe es ohne Flügel nicht." Flügel habe "immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse des Vereins gehabt", sagt Becker. Flügel stand rund 20 Jahre an der Spitze des SC Kreuz - "in einer für den Verein maßgeblichen Zeit. Mit dem Bau des Sportplatzes, auch der Bau eines Teils des Vereinsheims war in seiner Verantwortung. Er hat es fertiggebracht, alle wichtigen Menschen ins Boot zu holen". Was sich Flügel vorgenommen habe, habe er mit Nachdruck durchgesetzt. "Sicher nicht zum Schaden des Vereins", wie es Wolfgang Redelbach formuliert. Flügel hatte schließlich ein Motto, das sich wie ein roter Faden durch sein politisches und soziales Engagement zog: Leute überzeugen - durch Taten, nicht durch Gwaaf.

Stolz auf das Bundesverdienstkreuz

Flügel, der in Eger geboren und aufgewachsen ist, war 1959 der SPD beigetreten. "Aus Überzeugung, schon seine Eltern waren Sozialdemokraten", wie Flügels Ehefrau Gunda an seinem 95. Geburtstag gesagt hatte. Für seine Verdienste um die Stadt war Flügel mit der Goldenen Bürgermedaille und dem Goldenen Ehrenring der Stadt ausgezeichnet worden. Besonders stolz war er darauf, dass er Träger des Bundesverdienstkreuzes war.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06