Wildwuchs im Friedwald

Denn, so Schoenauer: Dieser Friedhof sei eben mit anderen nicht vergleichbar. Es handle sich nun mal um eine Art Waldfriedhof: „Und im Wald wird auch nicht regelmäßig oder gar jeden Tag gemäht.“ Und auch wenn er da nicht dauernd vorbeischaue – „das letzte Mal war ich vielleicht vor fünf Wochen da“ –, sei er überzeugt: Von Müll, von Unrat könne da keine Rede sein.

Grabschmuck ist hier nicht erwünscht

Sehr wohl aber von allerlei Gegenständen, die Angehörige auf die kleinen Grabplatten stellen. Die hätten dort nichts zu suchen, das sei vereinbart, das stehe auch in den Richtlinien für den Friedwald. Weil er eben anders einzuordnen sei, weil es dort auch nicht gestattet sei, Blumensträuße abzulegen. „Das haben wir von Anfang gesagt, das ist ja auch der Sinn dieser Anlage“, so Schoenauer.

Da geht es auch ums Thema Geld

Das hat auch etwas mit Geld zu tun. Zehn Euro kostet eine Grabstätte im Friedwald pro Jahr. Maximal also 150 Euro bis zur Auflassungsfrist, wenn keine Verlängerung über 15 Jahre hinaus beantragt wird. „Davon kann sich niemand einen Friedhofswärter leisten, der jeden Tag nach dem Rechten schaut“, sagt Schoenauer. Klar, es gebe jemand, der sich für eine kleine Aufwandsentschädigung um die Anlage kümmert. Der zum Beispiel - wie am Dienstag geschehen - die Zugänge zu den Grabstätten mäht. Aber eben nicht das ganze Areal. Für größere Mähaktionen zeichne sich die Dorfgemeinschaft Buchau verantwortlich - „ein-, zweimal im Jahr“. Etwa zum demnächst stattfindenden Dorffest.

Enorme Nachfrage

Was den Dekan freut: „Die Bäume sind sehr gut angewachsen. Und die Nachfrage ist enorm.“ Vor allem von außerhalb, „aber diese Anfragen können wir nicht alle annehmen“. Denn der Friedwald sei nun mal in erster Linie für die Pegnitzer gedacht. Und seine Kapazitäten sind begrenzt, 19 Gräber gibt es hier bisher. Die große Nachfrage habe sicher auch etwas mit dem Preis zu tun: „Wenn man sich überlegt, was ein Urnengrab in anderen Städten kostet...“

Das widerspricht dem Charakter des Friedhofs

Zurück zum Thema Müll. Schoenauer vermutet, dass damit vor allem Grabschmuck gemeint ist, den der Friedhofswärter auf einer Sitzbank „zwischengelagert“ hat. Denn im Friedwald sind Dekorationsartikel grundsätzlich nicht erlaubt, „das wissen aber alle, die dort eine Grabstätte mieten“. Warum? Weil das dem Charakter eines Friedwalds widerspreche. Nicht einmal frische Blumen sind da vorgesehen. Das hätten wohl nicht alle Angehörigen verinnerlicht.

Dekan hofft auf Einsicht

Aber: „Wir können diese Sachen ja nicht einfach entfernen, sie sind ja nicht unser Eigentum.“ Daher das Depot an der Bank, „ dort kann das jeder abholen“. Eine dauerhafte Lösung sei das jedoch sicher nicht. Schoenauer hofft auf die Einsicht der Friedwaldbesucher.

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