Wiesn und Wahlkampf - schwierige Mischung

«Wir wollen die Wiesn nicht zu einer Festung ausbauen. Aber es wäre unverantwortlich, die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus nicht ernstzunehmen», sagte Herrmann. Wie schon im Vorjahr sollen voraussichtlich 600 Polizeibeamte auf der Wiesn im Einsatz sein.

Wiesn und Wahlkampf

«Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass es weniger werden», sagte Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Rande der Sitzung. «Wir prüfen, ob eine Steigerung notwendig ist.» Schmidbauer sieht eine Erhöhung der Gefahr durch die Bundestagswahl am 24. September, das ist das mittlere Wiesn-Wochenende. Die Wiesn startet am 16. September mitten im Endspurt des Wahlkampfes.

Die Wiesn 2016 und die Sicherheit

Es gebe grundsätzlich ein Gefahr, dass Terroristen herausragende Ereignisse mit großer medialer Aufmerksamkeit nutzten, sagte Herrmann dazu. Es habe seitens der britischen Sicherheitsbehörden die Vermutung gegeben, dass die Anschläge in Großbritannien gezielt vor den Wahlen verübt worden seien. «Wir können bisher nicht sagen, ob das so ist, aber wir müssen diese Dinge natürlich ernstnehmen.» Andererseits hätten die Anschläge von Würzburg und Ansbach jenseits jedes Großereignisses stattgefunden an Orten, an denen niemand damit gerechnet hätte.

Videokameras haben sich bewährt

Zum ersten Mal werden nun Beamte mit Bodycams auf dem größten Volksfest der Welt unterwegs sein - ein Test. Schmidbauer rechnet dabei nicht unbedingt «mit einer hundertprozentigen Erfolgsstory». Denn durch die Bodycams ließen sich Menschen beeinflussen, «die auch ansprechbar sind». Alkoholisierte Wiesngäste würden sich eventuell auch «durch eine Bodycam nicht eines Besseren besinnen».

Die Videokameras auf dem Festgelände hätten sich bereits in den Vorjahren bewährt. «In vielen Fällen ist die Videoüberwachung ein entscheidendes Mittel zur Aufdeckung einer Straftat», sagte Herrmann. 10 der 33 Videokameras auf dem Gelände von Oktoberfest und Oider Wiesn werden durch moderne Kameras ersetzt, die mit höherer Auflösung Straftäter noch besser identifizierbar machen sollen.

Herrmann: "Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben."

Mit dem neuen Messenger-Dienst sollen Beamte ihren Kollegen Fotos und Videos schneller übermitteln können. Auch das soll zur rascheren Aufklärung von Straftaten beitragen. Optimiert werden soll auch die Lenkung der Besucherströme auf dem Festgelände.

Herrmann betonte: «Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben.» Das Oktoberfest stehe dennoch weiter für Lebenslust und Weltoffenheit. «Die Wiesn ist und bleibt ein Aushängeschild für bayerische Lebensart. Das lassen wir uns nicht nehmen.» Das Fest beginnt heuer am 16. September und dauert bis 3. Oktober. dpa

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