Wieder Weltmeisterschaft in Speichersdorf

Organisation: Den „Hochstaplern“ kann so leicht nichts Angst machen. Dafür sind sie zu erfahren im Bezug auf die Organisation von großen Wettbewerben. Schon mehrfach haben sie Bayerische und Deutsche Meisterschaften ausgerichtet und wissen somit genau, was wichtig ist bei solchen Veranstaltungen. Wenn jetzt also vom 1. bis 3. April gut 300 Speedstacker aus rund 20 Ländern der Erde in der Sportarena um die Weltmeistertitel kämpfen, warten auf die Sportler ebenso viele und bestens vorbereitete Helfer. „Das ist nicht viel anders als eine Deutsche Meisterschaft“, sagt Monika Gosslau, die Vorsitzende der Hochstapler. Am aufwendigsten sei es, alle Nebenräume der Sportarena komplett auszuräumen und Stacking-tauglich zu machen. Ein dickes Lob hat die Vereinschefin für Lothar Ziegler parat. „Der hat die halbe Organisation geschmissen.“ Zum Orgateam gehören ferner Monika und Christian Doser, Heike Ziegler, Christine Lubig-Schmidt und Markus Knie. Sie selbst kümmert sich um die Unterkünfte und ums Ausflugsprogramm für die Teilnehmer. „Das ist schon mit etwas Arbeit verbunden, aber nichts völlig Neues für uns“, sagt sie.

Bewerbung: Bei der Bewerbung hat man sich gegen starke Konkurrenten durchgesetzt. „Normalerweise finden die Weltmeisterschaften eher in den USA statt, weil dort der Weltverband zu Hause ist“, erklärt Gosslau. Nun wird Speichersdorf in einer Reihe mit Denver, Orlando und Dallas (alle USA), Montreal (Kanada) oder dem südkoreanischen Jeonju als Austragungsort der Sportstacking-Weltmeisterschaften stehen. Und so kommen die Teilnehmer diesmal auch aus nahezu allen Kontinenten: aus Südkorea, Australien, den USA, aus Kanada sowie aus zahlreichen europäischen Ländern.

Was ist Sport Stacking? Das Becherstapeln ist eine relativ junge Sportart und kommt aus den USA. Mit zwölf speziellen Plastikbechern, den Speed Stacks, müssen möglichst schnell vorgegebene Muster auf- und wieder abgebaut werden. In den vergangenen Jahren hat sich Sport Stacking rasant weiterentwickelt. Inzwischen gibt es auf der ganzen Welt Wettkämpfe in allen Altersklassen. Der Sport kann von vier bis weit über 70 Jahre betrieben werden.

Programm: Die Teilnehmer – erwartet werden etwa 300 Sportler und mindestens noch einmal so viele Begleiter – treffen am Freitag, 1. April, in Speichersdorf ein. Ab 15 Uhr steigt die Eröffnungsveranstaltung mit Einzug der Fahnen und Teams, dem Fairnessgelöbnis der Sportler und Schiedsrichter sowie der Vorstellung der Mannschaften. Bei den Speedstackern ist es üblich, untereinander kleine Geschenke zu verteilen. Am Samstag wird es ernst: Ab 8.30 Uhr beginnen die Wettkämpfe mit der Vorrunde; später folgen die Wettbewerbe Internationale Challenge 3-6-3 Staffel und die Turnierstaffeln 3-6-3 und Cycle. Sonntag ist der Tag der Finale: In folgenden Disziplinen werden die neuen Weltmeister ermittelt: Eltern/Kind, Staffel, Doppel, Einzel, Stack of Champions.

Aussichten: Die gastgebenden Hochstapler Speichersdorf gehören zu den besten deutschen Speedstackern und haben in der Vergangenheit schon mehrere WM-Titel geholt. So hoffen sie natürlich auch bei der Heim-WM, einige Podestplätze ergattern zu können. Gute Chancen werden Markus Knie eingeräumt, der bei den Herren zum Favoritenkreis zählt. „Seit 2010 waren wir bei allen Weltmeisterschaften vertreten“, sagt Gosslau und verweist auf die zahlreichen Medaillen, die man bei den Welttitelkämpfen bisher errungen habe. „Jedenfalls trainieren wir schon seit fast einem Jahr auf die Titelkämpfe hin“, betont sie.

Ziel: So wichtig sportliche Erfolge sind – eines liegt den Hochstaplern noch mehr am Herzen: „Uns ist wichtig, dass unser Sport nicht mehr belächelt wird. Sportstacking erfordert hohe Konzentration, Fingerfertigkeit und Geschick und fördert die Koordination“, zählt Gosslau die Vorzüge des sportlichen Becherstapelns auf.

Info: Der Eintritt zu den Wettkämpfen am 2. und 3. April in der Sportarena ist frei.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06