Wieder Tigers-Sieg nach Verlängerung

„Ich bin vor allem sehr glücklich über die Art und Weise, wie wir gewonnen haben“, sagte Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. „Wir zeigen spielerisch ansteigende Tendenz, und auch die Laufbereitschaft war gut. Am Anfang standen wir unter Druck, aber dann wurde es ein ausgeglichenes Spiel.“ Sein Kasseler Kollege Rico Rossi, der sich nach dem entscheidenden Tor nicht zum ersten Mal „Rossi raus“-Rufe gefallen lassen musste, bestätigte indirekt die Einschätzung, dass man seine unter hohem Erwartungsdruck stehende Mannschaft mit einem möglichst lange ausgeglichenen Spiel verunsichern könnte: „Das Selbstvertrauen ist bei uns total weg. Wenn wir nicht ins Spiel kommen, werden wir viel zu hektisch. Das ist eine reine Kopfsache.“

Und genau das taten die Tigers: Sie ließen den Favoriten nicht ins Spiel kommen. Zunächst standen sie zwar oft tief im eigenen Drittel, verteidigten aber den Abschluss der Huskies meist gut, sowohl durch disziplinierte Ordnung als auch durch viel Einsatz beim Blocken. Trotz der optischen Vorteile der Gastgeber sprach daher schon nach dem ersten Drittel das Torschussverhältnis für Bayreuth (15:10, am Ende 38:30). Im weiteren Verlauf der insgesamt niveauarmen Partie verlagerten sich dann auch die Feldanteile und die Zahl der zwingenden Chancen. Die Tigers hätten somit durchaus auch schon in der regulären Spielzeit gewinnen können, so dass zumindest der Extrapunkt völlig verdient war.

Im ersten Drittel waren die Chancen der Bayreuther (ohne Andreas Geigenmüller, dafür mit Eugen Alanov) noch vereinzelt, aber schon durchaus vielversprechend. Im zweiten Abschnitt wurden sie allmählich zahlreicher, weil das Spiel der Gastgeber auch durch das Führungstor nicht an Sicherheit gewann. Adriano Carciola erzielte es auf Zuspiel des ehemaligen NHL-Stars James Wisniewski, der möglicherweise zum letzten Mal für die Schlittenhunde spielte. Nach seinem Einsatz im Olympia-Team der USA, der angeblich trotz einer Knöchelverletzung im letzten Drittel nicht infrage steht, wird sein Wechsel zu den Adlern Mannheim erwartet. Die Führung hielt jedoch nur knapp vier Minuten. Den Ausgleich erzielte ausgerechnet Sebastian Busch, der Mitte des ersten Drittels den Puck ins Gesicht bekommen hatte und bis zur ersten Pause ausgefallen war.

Mit dem Führungstor durch Anthony Luciani nach mustergültiger Vorlage von Sergej Stas hatten die Bayreuther den Favoriten endgültig verunsichert. Daran änderte auch das etwas ärgerliche 2:2 nichts, das 17 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels fiel.

Auch im Schlussabschnitt blieb die Partie für die einheimischen Fans eine quälende Angelegenheit. Die Tigers schirmten das eigene Tor ab und störten die Huskies unnachgiebig. Dabei nahm die Fehlerquote im Aufbau der Gastgeber im selben Maße zu wie der Unmut ihrer Anhänger. Durch Chouinard (55.) und Luciani (60.) hatten die Tigers sogar prima Chancen zur Entscheidung. Das holte Kolozvary aber in der Verlängerung schon nach 44 Sekunden nach.

Statistik

Kassel Huskies: Keller – Maginot, Wisniewski; Little, Reiß; Müller, Heinrich; Rogl, Kraus – Pimm, McGrath, Meilleur; Ritter, Merl, Carciola; Gron, Klöpper, Della Rovere; Lambacher, Christ.

Bayreuth Tigers: Vosvrda – Müller, Pavlu; Neher, Potac; Gerstung, Linden; Mayer – Luciani, Stas, Chouinard; Alanov, Kolozvary, Bartosch; Gams, S. Busch, Gläser; Voronov, Ontl, V. Busch.

SR: Falten, Gogulla; Strafminuten: Kassel 10, Bayreuth 8; Zuschauer: 2687.

Tore: 1:0 (24.) Carciola (Merl, Little), 1:1 (28.) S. Busch (Luciani, Stas – 5 gegen 4), 1:2 (37.) Luciani (Stas, Chouinard), 2:2 (40.) Ritter (Reiß, McGrath – 5 gegen 4), 2:3 (61.) Kolozvary (Alanov, Potac).

Nicht bewertet

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