Wieder eine üble Attacke in der U-Bahn

«Wir sind optimistisch, ihn zu fassen», sagt eine Polizeisprecherin. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung waren schon zwei Hinweise eingegangen. Auf den Bildern ist zu sehen, wie das Opfer mehrere Stufen hinunter knallt und unten zusammengekrümmt liegen bleibt. Der Täter steht weiter oben und sieht zu. «Das zu sehen, ist immer wieder erschütternd, da stumpft man nicht ab», sagt eine Polizeisprecherin.

Schwere Kopfverletzung und zahlreiche Prellungen

Das Opfer sei auf der Treppe zunächst von hinten gegen den Kopf geschlagen worden, so die Polizei. «Durch die Wucht des Schlages stürzte der Angegriffene die gesamten Stufen der Zugangstreppe hinunter und stieß mehrfach mit dem Kopf gegen das Eisengeländer. Hierbei erlitt er eine schwere Kopfverletzung und zahlreiche Prellungen am ganzen Körper», heißt es im Polizeibericht. Der Mann muss stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden.

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Die Filmsequenz aus der Überwachungskamera, die die gesamte Tat zeigt, haben die Ermittler nicht veröffentlicht. Der Fall sei im Ablauf und den Folgen durchaus mit dem bekannten Angriff des U-Bahn-Treters im Oktober 2016 vergleichbar, heißt es.

Bilder aus der Überwachungskamera helfen bei Fahndung

Der Angreifer im U-Bahnhof Hermannstraße hatte damals eine ahnungslose, junge Frau mit einem wuchtigen Tritt in den Rücken eine Betontreppe hinuntergestürzt. Die 26-Jährige erlitt einen Armbruch und eine Platzwunde am Kopf. Im Prozess schilderte sie, wie sie sich danach monatelang nicht in die Öffentlichkeit traute.

Der aus Bulgarien stammende Familienvater wurde zu zwei Jahren und elf Monaten Gefängnis verurteilt. Er ist vermindert schuldfähig - auch weil er zur Tatzeit Drogen intus hatte. Der Hilfsarbeiter war Wochen nach dem Angriff gefasst worden. Erst nachdem die Polizei Bilder aus Überwachungskameras veröffentlichte, kam Bewegung in den Fall.

Eine neue Polizeiwache soll die Gewalt eindämmen

Bei dem neuen Fall hofft die Polizei auf schnelle Aufklärung. Diesmal dauerte es bis zur Veröffentlichung der Fahndungsbilder nicht so lange. Erst wenn alle anderen Mittel der Aufklärung ausgeschöpft sind und die Polizei nicht weiterkommt, kann bei der Staatsanwaltschaft die Veröffentlichung von Videomaterial beantragt werden.

Tatort Alexanderplatz - der von Berlinern und Touristen hochfrequentierte Platz nahe dem Fernsehturm mit Stationen von U- und S-Bahn sowie Bus und Straßenbahn gehört zu den Kriminalitäts-Brennpunkten Berlins. Immer wieder bricht hier Gewalt aus, werden Menschen angegriffen und verletzt. Eine mobile Polizeiwache wurde eingerichtet. Doch das reicht offensichtlich nicht. Innensenator Andreas Geisel (SPD) will auch eine feste Wache einrichten.

Gesuchter ist 30 bis 40 Jahre alt

Der jetzt gesuchte Täter ist etwa 30 bis 40 Jahre alt, hat auf den Bildern kurze dunkle Haare und eine auffällig kräftige Statur. Warum der Mann in der Nacht gegen 1.45 Uhr zuschlug, ist bislang nicht bekannt. «Es deutet aber nichts darauf hin, dass die sich kannten», so die Polizeisprecherin.

Ein Berliner Bündnis will rund 50 Orte mit viel Kriminalität sowie große Abstellplätze für Fahrräder mit 2000 bis 2500 Videokameras überwachen lassen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf stellten der frühere Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und der ehemalige Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) am Dienstag vor. 50 Millionen Euro haben sie dafür veranschlagt. Außerdem soll Berlin ein Forschungsinstitut für Verbrechensvorbeugung gründen. Ab August will die Initiative für die erste Stufe des Volksbegehrens Unterschriften sammeln.

Nicht bewertet

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Kommentare

Hauptstadt des Verbrechens.
Berlin sollte vielleicht auch einmal sein Wahlverhalten überdenken ;) ;)
So ein Schmarrn!
Wie der Brunner in München erschlagen worden ist, ham'S das da auch gefordert?
Naja, in München geschehen solche Taten doch deutlich seltener als in z.B. Berlin. Innere Sicherheit ist nun mal nicht wirklich ein Kompetenzthema von Rot / Stasirot / Grün.
Und das, obwohl München einen deutlich höheren Ausländeranteil hat als Berlin. Na sowas...
Aber die schlimmsten Attentate fanden in München statt: Oktoberfest 1989 (13 Menschen getötet und 211 verletzt, 68 davon schwer), das Olympia-Attentat 1972 in München und Fürstenfeldbruck mit 17 Toten und das im Olympia-Einkaufzentrum 2016 mit 9 Toten.
Die Realität sieht halt manchmal etwas anders aus.