Wie Waischenfeld noch schöner wird

Es geht um langfristige Ziele, es geht um Handlungsschwerpunkte für die kommenden Jahre. Aufbauend auf dem, was schon da ist an Untersuchungen, etwa zum bereits existierenden Konzept für die Sanierung der Altstadt. Dass man in Waischenfeld nicht bei Null anfangen muss, bestätigten alle Isek-Bewerber. Wie Reinhard Hutzelmann vom Büro Geoplan aus Bayreuth: „Es ist ja hier schon viel passiert, aber es gibt natürlich noch viel anzupacken.“ Eine Isek-Lösung müsse aus dem Ort heraus entstehen, gemeinsam mit den Bürgern gelte es herauszufinden, „wo die Reise hingehen soll“. Etwa bei der Frage, wie man mit den zahlreichen Leerständen in zum Teil maroden Gebäuden umgehen soll.

Die Geschichte nicht vergessen

Dabei müsse immer der historische Bezug im Blick bleiben, ergänzte Architekt Peter Kuchenreuther aus Marktredwitz, den Hutzelmann mit ins Boot geholt hat. Er verwies auf vergleichbare Projekte, die zum Beispiel in Ebermannstadt, Kemnath, Münchberg oder Tröstau verwirklicht hat. „Das sind überschaubare Stadtgrößen, da fühlen wir uns wohl, da können wir mitreden.“ Da gelte es mit zahlreichen Hausbesitzern zu reden, da gelte es, Brachflächen wiederzubeleben. Das funktioniere, „das wissen wir aus der Praxis“.

Erst wissen, was da ist

Alle vier Büros wollen ihr Konzept in ähnlicher Manier erstellen. Erster Schritt wäre durch die Bank eine Bestandsanalyse. Wobei da schon jede Menge Vorarbeit geleistet sei, sagte Alexander Eberl von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) aus Nürnberg. So durch die Untersuchungen unter dem Dach der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Fränkische Schweiz. Dann müssten Ziele formuliert, müsse eine Prioritätenliste erarbeitet werden. Und zwar, auch da lagen alle auf einer Linie, inklusive einer intensiven Bürgerbeteiligung. Und zwar von Anfang an. Das können Abendveranstaltungen, das können Stadtspaziergänge sein, so Martin Fladt und Ulrich Wieler vom Büro UmbauStadt aus Weimar.

Bad Berneck als Vorbild

Was da letztlich wie umgesetzt werde, ergebe sich aus dem Prozess, sagte dazu Stefanie Raab, Chefin der Coopolis GmbH mit Sitz in Berlin, die gemeinsam mit der Architektion Mahela Bär aus Creußen ins Isek-Kandidaten-Rennen ging. Sie verwies auf „sehr erfreuliche“ Erfahrungen aus Bad Berneck. Dort wurde zeitweilig sogar ein eigenes Büro mit festen Sprechzeiten eingerichtet wurde, in dem Bürger ihre Ideen für die Zukunft ihrer Gemeinde an den Mann oder die Frau bringen konnten – „das muss hier nicht auch so sein, aber es ist eine Option“.

Ohne Isek keine Kohle

Und sie fügte hinzu: „Isek schafft Kohle ran.“ Sprich: Über dieses Konzept ließen sich Geldmittel in beträchtlicher Höhe an Land ziehen. Wie dies zu bewerkstelligen sei, welche Anträge da wo zu stellen sind, „da kennen wir uns aus“. Das sagten aber auch die anderen Büros von sich.

Ohne die Bürger geht gar nichts

Auch in einem anderen Punkt waren keine Unterschiede zu verzeichnen: Schnell müsse so ein Isek auf die Beine gestellt werden, länger als ein Jahr dürfe dies nicht dauern. Wobei sich der Stadtrat am Ende erklären müsse, welche Vorhaben er vorrangig realisieren will. In Bad Berneck waren am Ende inklusive der Bürgervorschläge 529 Anregungen zu bewerten, so Stefanie Raab, „daraus wurden 60 ausgewählt, die auf 15 Jahre verteilt umgesetzt werden sollen“.

Die Honorarvorstellungen

Durchaus Unterschiede dann bei den Kosten. Die Honorare für die Isek-Planung schwankten zwischen knapp 36.000 (DSK) und 54.000 Euro (Geoplan).

Entscheidung vorerst geheim

Für wen sich die Stadträte entschieden, wird erst bekannt gegeben, wenn die Regierung der Empfehlung des Gremiums zugestimmt hat, so Verwaltungsleiter Alexander Dressel auf Nachfrage dieser Zeitung.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06