Wie die ewige Anbetung vorbereitet wird

Die Tradition der ewigen Anbetung wird in zahlreichen Gemeinden begangen. In Pottenstein ist der erste Anbetungstag seit 1905 der 5. Januar, der zweite der sechste Januar. An beiden Tagen treffen sich Gläubige von 9 Uhr bis einschließlich 17 Uhr durchgängig zu Betstunden in der St. Bartholomäus-Kirche. Um 9 Uhr und um 16 Uhr jeweils unter Leitung von Pfarrer Thomas Thielscher, dazwischen wechseln sich Gemeindemitglieder mit dem Vorbeten ab. Am 5. Januar um 15 Uhr gibt es eine Kinderbetstunde, am 6. Januar um 14 Uhr eine Jugendbetstunde. Nach der letzten Betstunde um 17 Uhr startet die Abschlussprozession zu ihrem Zug durch die Altstadt. „Für die Betstunden haben wir vor Jahren ein Buch mit den Gebeten und Liedtexten erstellt“, erklärt Patrick Pospischil, Mitglied von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand. Nach Weihnachten werden die Vorbeter eingeteilt. Und am Dreikönigstag selbst die Fahnen, Figuren und die Monstranz aus den Schränken und Stuben hervorgeholt.

Mannshohe Figuren, Fahnen, Fackeln - es gibt viel zu tragen

Zu Beginn des Prozessionszuges wird das Kreuz getragen, flankiert von hohen Leuchtern. Dann kommen die fast mannshohen Figuren von Maria, Josef, Aloisius und Bartholomäus - jede verlangt nach vier Trägern. Es folgen die Zunftfahnen, die idealerweise von jemandem mit dem passendem Beruf hochgehalten werden. Die Ministranten tragen Fahnen, Weihrauch oder Schellen, mit denen sie die Lieder begleiten. Die Stadtkapelle trägt ihre Instrumente. Die Kommunionskinder des Vorjahres tragen fünf Holztafeln, auf denen die Wunden Christi dargestellt sind. Der Pfarrer trägt die Monstranz. Kern der Prozession ist das Allerheiligste – flankiert von fackeltragenden Feuerwehrleuten. Es folgen die Ehrengäste aus Kirche und Politik. Und schließlich ganz normale Gläubige.

Bis zu 20.000 Zuschauer kommen in die Stadt

Je nach Wetter kommen jedes Jahr zwischen 10.000 und 20.000 Besucher nach Pottenstein. „Dass zu uns so viele kommen, liegt hauptsächlich am Datum. Es gibt schließlich auch andere Ortschaften, in denen die Abschlussprozession von Bergfeuern begleitet wird – in Nankendorf am 31. Dezember, in Obertrubach Anfang Januar. Aber am 6. Januar haben einfach am meisten Menschen Zeit“, erklärt Thomas Bernard vom Tourismusbüro. Und sei inzwischen wohl bei vielen zu einer Tradition geworden. Auch für die Stadt Pottenstein, wo zur Prozession viele Buden aufgebaut werden und wo seit vier Jahren zu diesem Anlass eine professionelle Lautsprecheranlage aufgebaut wird. „Seither kann jeder verstehen, worum es bei der Andacht gerade geht“, sagt Pospischil,– insgesamt sei es dadurch viel ruhiger geworden.

Tipps für die Gäste

„Bringen Sie sich Zeit mit“, ist das erste, was Bernard rät. Sowohl vor als auch nach der Prozession, die um 17 Uhr am Kirchplatz startet. Er empfiehlt gegen 14 Uhr vor Ort zu sein. Ab 15 Uhr ist die Ortsdurchfahrt gesperrt. Parkplätze seien ausreichend vorhanden, unter anderem sei das Parken entlang der B470 möglich, die Polizei weist ein. Sein Tipp ist allerdings die Anfahrt über Hasslach und Waidmannsgesees und das Parken am Bayreuther Berg bei Schule und Sportzentrum.

Bitte an die Gäste

Wer am Prozessionszug teilnehmen möchte, sollte sich direkt am Kirchplatz einreihen und bis zum Ende durchlaufen. „Ohne Pause, um die schöne Kulisse zu fotografieren“, sagt Pospischil  – auf dass der Zug möglichst lückenlos bleibe. Auch zu den Betstunden sind Gläubige von auswärts willkommen: „Auch hier bitten wir aber darum, jeweils bis zum Ende der Stunde zu bleiben“, sagt Pospischil.

Die Feuerschürer beginnen als erste und feiern als letzte

Sie beginnen als erste mit den Vorbereitungen. „Das ganze Jahr gehen wir zum Wandern und schauen nach dürren Bäumen. Wenn die Stadtförsterei ihr okay gibt, werden die Bäume dann im November geschlagen, am Holzplatz gesägt und gespalten“, erklärt Dieter Weißenberger, der von sich sagt, dass er noch gar nicht so lange dabei sei – erst seit 32 Jahren. Anfang Januar stapfen dann Menschen mit Holzkraxen auf die vier Berghänge rund um Pottenstein, um Holzstöße aufzuschlichten, mit Spänen zu überschütten, mit Bioöl zu tränken und zunächst noch gut abzudecken. Damit sie sofort Feuer fassen, wenn es an der Zeit dafür ist. Sie werden nicht alle gleichzeitig angezündet, sondern mit der fortschreitenden Prozession nach und nach. „Wenn der Zug kommt, muss der Berg brennen“, erklärt Weißenberger.  Die genaue Zahl der Feuer variiert je nach Witterung. „Bei Schnee braucht man etwas weniger, weil sie weiter und heller leuchten“, erklärt Sepp Leikauf. Er ist seit 65 Jahren dabei, bei ihm treffen sich die Feuerschürer vom Schlossberg alljährlich zu einem Umtrunk, wenn alles vorbei ist. Insgesamt schleppen die Feuerschürer etwa 100 Ster Holz auf die Hänge. „Die Feuerwehr war in den letzten 60 Jahren immer sehr zufrieden mit uns“, sagt Leikauf. Die Feuer brennen, je nach Wind, zwischen einer und drei Stunden.

Nicht bewertet

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Kommentare

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Und was ist mit Ausflüglern und Touristen nicht-katholischer Konfession?