Wettrennen um die Radtouristen

Der Weg von Stechendorf nach Hollfeld führt mit dem Rad über eine drei Kilometer lange Rumpelpiste - den früheren Bahndamm. Kaputt gemacht haben den Weg die Landwirte, da sind sich die Mitglieder des Hollfelder Bauausschusses einig. Die Stechendorfer Gemeinderäte fordern, dass der Weg zügig saniert wird. Bürgermeisterin Karin Barwisch will die Bauern an den Kosten dafür beteiligen.

Ausbessern oder Ausbauen

Es gibt aber auch andere Meinungen. Nichts überstürzen, ordentlich planen und den Weg mit Fördergeldern ausbauen, will zum Beispiel Manfred Neumeister. Er will, dass Radtouristen, die zwischen Ansbach, Erlangen und Bayreuth unterwegs sind, künftig auch den Weg nach Aufseß und Hollfeld finden. Die geschätzten Kosten für den Ausbau der Schotterpiste zu einem Rad- und Fußweg: 160.000 Euro. Davon könnte der Freistaat rund 75 Prozent übernehmen. Bei der Stadt Hollfeld blieben rund 40.000 Euro. Ob das Landratsamt der hoch verschuldeten Stadt die Ausgabe genehmigt, das soll Bürgermeisterin Karin Barwisch jetzt klären. Das Problem: Mit der Erschließung des Weiherer Baugebietes Hu und des Gewerbegebietes Nord hat die von Stabilisierungshilfe des Freistaats lebende Stadt zwei weitere genehmigungspflichtige Großprojekte vor.

Bis Plankenfels und dann?

Die Strecke des sogenannten Markgrafenwegs führt schon heute bis ins benachbarte Plankenfels und weiter nach Bayreuth. Und auch in Waischenfeld wird eifrig daran gebastelt, dass die Radler künftig einen Schlenker machen. Ursprünglich sollte noch in diesem Jahr mit dem Wegebau zwischen Waischenfeld und Doos begonnen werden. Die Kosten für das eine Million Euro teure Projekt übernimmt der Freistaat. Noch aber, sind nicht alle Einzelheiten mit den Grundstückseigentümern geklärt. Klappt das, müsste Waischenfeld nur noch die Lücke zwischen Doos und Behringersmühle schließen. In ihre Stadt würde sich spätestens dann kaum noch ein Radler verirren, fürchtet man in Hollfeld.

Zwei Lücken auf beiden Strecken

Aber auch dort klafft eine weitere Lücke. Nämlich zwischen Wadendorf und Stechendorf. Den Stechendorfer Gemeinderäten sind die Pläne von einem Anschluss an den Markgrafenweg daher zu wage. Frei nach dem Motto: lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach, bestehen sie auf eine zeitnahe Sanierung mit einfachsten Mitteln. Mit Sand und Schotter. Die Kosten dafür: rund 14.000 Euro. Der Bauausschuss spricht sich trotzdem mehrheitlich für einen Ausbau aus. Soweit das Landratsamt die dafür nötigen Kredite genehmigt. Bis 27. September soll das geklärt sein. Dann will der Stadtrat über die Zukunft des Radweges entscheiden.

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