Weniger Braugerste in Oberfranken

"2016 standen 29.194 Hektar Braugerste (Vorjahr: 32.023 Hektar) auf den oberfränkischen Feldern, was etwa 14 Prozent der gesamten Ackerfläche entspricht“, sagte Landwirtschaftsoberrat Friedrich Ernst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth/Fachzentrum Pflanzenbau bei der Braugerstenschau 2016 in Kulmbach. Damit liegt der Anbau deutlich unter dem Tiefstand im Jahr 2010 mit 31.897 Hektar.

Wechselhafte Witterung

Die Flächen wurden bereits im Herbst 2015 stärker mit Winterraps (plus 1200 Hektar) und auf Grund der schlechten Futtererträge auch mit Silomais (plus 1000 Hektar) angebaut. Die Aussaat begann wetterbegünstigt schon früh Mitte März, es war genügend Feuchte da und die Gerste entwickelte sich durchschnittlich. Die Ernte erfolgte wegen der wechselhaften Witterung oft ab Mitte August und damit bis zu zwei Wochen später als im Vorjahr. Ein Großteil wurde in guter Qualität eingebracht.

Die Ernteergebnisse erbrachten bayernweit 52,9 Doppelzentner pro Hektar bei 10,6 Prozent Rohprotein und 86,7 Prozent Vollgerste. Somit liegt der Schnitt nochmals zehn Prozent niedriger als 2015. Oberfrankenweit lag die Spanne zwischen 40 und 60 Doppelzentnern, wobei der Vollgerstenanteil heuer mit 88,6 Prozent leicht über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Der Rohproteingehalt liegt mit 10,3 Prozent auf gutem Niveau.

Solist vor Catamaran

Bei einem geschätzten Braugerstenanteil von 75 Prozent ergibt sich ein Braugerstenaufkommen von 107.300 Tonnen, das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr. „2016 ist die Ernte unterdurchschnittlich und 2017 mit einer stärkeren Anbaufläche zu rechnen. Wie es in Sachen Preissituation weitergeht ist offen, der Vertragsanbau sollte aber weiterhin ein gutes Standbein bleiben“, sagte Ernst.

Bei den Braugerstenmustern überwog die Sorte Solist mit 34 Prozent und deutlichem Vorsprung vor Catamaran mit 24 Prozent, Garce mit 17 Prozent und RGT Planet mit 13 Prozent.

Es war ein interessantes Jahr für die Anbauer, sagte der oberfränkische BBV-Präsident Hermann Greif. Wurde doch die dritte Weltrekordernte hintereinander eingefahren, daher auch der extreme Druck auf die Preise.

Nicht bewertet

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Vielleicht ist der Anbau von Mais und Raps ertragreicher.