Welche Farbe soll ans Alte Rathaus?

Die Fassadenfarbe sollte weiß gebrochen, die Fenster- und Türrahmen hellgrau, die Faschen mittelgrau, das Türblatt Eiche und das Fachwerk rotbraun wie bisher werden – so sah es die Beschlussvorlage vor. „Die Fassadenfarbe ist etwas dunkler als die am Alten Schloss“, sagte Bürgermeister Uwe Raab (SPD). Bei der zweiten Variante würde der Farbton mehr ins Beige gehen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege befürworte die erste Variante und stimme dem modernen Konzept bei den Fenstern zu.

Details erwartet

„Es war vorbesprochen, dass wir die Varianten genauer erklärt bekommen“, kritisierte Manfred Vetterl (CSU). Schließlich sei das Alte Rathaus eines der prägendsten Häuser der Stadt. „Weiß ist für mich ein sehr schwammiger Begriff“, so Vetterl weiter. Er habe erwartet, dass Details vorgestellt werden, „dass Musterfarben ans Rathaus gepinselt werden“. Man habe stundenlang über einem Marktplatzkonzept gesessen, jetzt mache man es sich zu leicht mit der Entscheidung.

„Wir wollten das Konzept vom Alten Schloss übernehmen“, sagte Architekt Markus Geppert. Es sei wichtig jetzt die Entscheidung für die Fensterfarbe zu treffen, da die Lieferzeiten bei zehn Wochen liegen. Über die verschiedenen Weißtöne der Fassade könne noch gesprochen werden.

Grau wirkt kalt

„Ich habe erwartet, dass per Photoshop die verschiedenen Farbtöne widergegeben werden, wie vereinbart“, sagte Thomas Schmidt (FWG). Er sprach sich bei den Faschen dafür aus, den Sandsteincharakter zu erhalten. „Da passt kein Grau dazu“, so Schmidt. Auch bei der Fensterfarbe müsse man genau überlegen, ob der Ton etwas dunkler oder in dem gleichen Rotton wie das Fachwerk sein soll. „Grau wirkt kalt“, stellte er fest.

Die Fenster seien seit vergangenem Mai ausgeschrieben, so Hans Hümmer (FWG). Er verstehe den Druck nicht, der jetzt mit dem Dringen auf eine Entscheidung ausgeübt werde. Auch er sprach sich dafür aus, Anstriche für alle Varianten am Alten Rathaus anzubringen, damit das Gremium sich eine Meinung bilden kann.

Probeanstriche, um zu entscheiden

Anders sah es Sandra Huber (Grüne). Man habe die Empfehlung von zwei Experten – Architekt und Denkmalschützer – auf deren Urteil man sich verlassen könne. Sie sei für Fenster in lichtgrau, bei der Fassadenfarbe könne man über Probeanstriche reden. Heike Lindner-Fiedler (CSU) sprach sich dafür aus, zwei Fenster zu streichen, um entscheiden zu können. „Die Farbe ist Geschmackssache“, so Günter Bauer (CSU). Er könne auch mit grauen Fenstern leben, das wäre moderner. Grundsätzlich befürwortete er aber auch einen Probeanstrich.

Keine Generalvollmacht erteilt

Schließlich stellte Hümmer einen Antrag, dass erst eine Bemusterung – also ein Probeanstrich für Fassade, Fenster und Faschen – am Rathaus aufgebracht wird, um eine Entscheidung zu treffen. Nach einer Unterbrechung der Sitzung zur Beratung der Fraktionen stimmten 13 Stadträte für diesen Beschluss, zehn waren dagegen.

Damit wird über den Beschlussvorschlag, das Konzept zur Innenausstattung der Verwaltung zu überlassen, erst später entschieden. „Ich möchte an der Konzepterstellung beteiligt sein“, betonte Hümmer, „wir haben der Verwaltung keine Generalvollmacht erteilt.“ Schließlich gehe es dabei ja um die Heimat des Stadtrates.

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