Weidenberg sucht Wirt für Eschig-Haus

Jahrelang stand das Erdgeschoss im Eschig-Haus leer. Jetzt sollen die Räumlichkeiten im denkmalgeschützten Traditionsgebäude am Weidenberger Obermarkt wiederbelebt werden. In einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung beschlossen die Mitglieder Anfang Mai, einen Teil des Eschig-Haus für gastronomische Zwecke zu verpachten. Fränkisch gemütlich soll es im Eschig-Haus zugehen, „so wie in einem Pub“ – das wünscht sich der Weidenberger Bürgermeister Hans Wittauer.

Deftiges Essen

Der Raum, in dem künftig Essen und Getränke serviert werden könnten, bietet für etwa 30 Personen Platz und ist bereits für gastronomische Nutzungen ausgerichtet. Es gibt eine Theke, Holztische- und Stühle und sogar einen Kachelofen. Derzeit werden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss noch für Vereinsfeiern genutzt. Doch schon bald sollen hier Touristen und Bürger Platz finden. Neben Bier soll vor allem die Speisekarte die Besucher in das Eschig-Haus locken. Wittauer denkt da an typische fränkische Gerichte, wie Haxen mit Kraut oder deftige Brotzeiten. Nachmittags könnten im Außenbereich bei schönem Wetter Kaffee und Kuchen angeboten werden.

Doch all das ist Zukunftsmusik. Wittauer wartet noch auf potenzielle Pächter. Interessenten können bis zum 22. Juni ein gastronomisches Gesamtkonzept an den Bürgermeister richten. Wittauer hofft auf zahlreiche Zuschriften, denn: „Am Obermarkt fehlt einfach was.“ Dort gibt es derzeit nur zwei Lokale: Die Gaststätte Schöffel und das Gasthaus Vogel, das jedoch vorübergehend geschlossen ist. Früher, so erklärt Wittauer, wurde das Eschig-Haus von Einheimischen Wankerl-Haus genannt. Abgeleitet wurde der Name von Andreas Wankerl, der das 1770 errichtete Gebäude kaufte und darin eine Sattlerei betrieb. Jahrhunderte über blieb der Betrieb in Familienhänden, bis Karl Eschig das Gebäude zuletzt übernahm. 1980 zog er jedoch – vermutlich aus gesundheitlichen Gründen – von Weidenberg weg. Ein Jahr danach kaufte der Markt Weidenberg das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und ließ es 20 Jahre später aufwendig sanieren. Kostenpunkt: Rund 90.000 Euro. Bezuschusst wurde die Sanierung damals zu 85 Prozent von der bayerischen Städtebauförderung.

Gemeinde darf nichts verdienen

Die staatliche Subventionierung hat allerdings Auswirkungen auf die Verpachtung. Die Marktgemeinde darf die Räume im Eschig-Haus zwar verpachten, allerdings keine Gewinne einfahren. „Wir wollen uns damit auch keine goldene Nase verdienen“, versichert Wittauer, er habe sich vorher die Genehmigung von der Regierung von Oberfranken eingeholt. Musikveranstaltungen soll es im Eschig-Haus nicht geben. Wittauer stellt sich einen Gaststättenbetrieb vor, der nur zu bestimmten Zeiten offen hat – zum Beispiel an den Wochenenden. „Da ist auch was los und dann können wir den Touristen auch was bieten.“

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