Waterloo auf Maffei

Beim Bergwerks-Sommerspektakel auf der Zeche Maffei erwartet das Stammpublikum vom Musik- beziehungsweise Theaterprogramm eine gewisse Qualität, denn die Messlatte wurde hier in der Vergangenheit ziemlich hoch gelegt.

Entertainment-Qualitäten und Authenzitätwaren abonniert

Mit „ABBA 99“ – den Sängerinnen Vera Klima als Agnetha Fältskog, Alexandra Sieber als Anni-Frid Lyngstad, Mani Gruber als Gitarrist Bjørn Ulvaeus und Basti Walcher als Keyboarder Benny Andersson sowie Andi Bauer in der Rolle des Bassisten Andi Anderson und Andi Lind, der den Originalschlagzeuger Magnus Gustafson verkörpert – haben die Maffeispiele in diesem Jahr eine ABBA-Covergruppe eingeladen, die nicht nur auf Authentizität abonniert ist, sondern zudem über ausgeprägte Entertainment-Qualitäten verfügt.

Soll heißen: Hier bleibt niemand lange auf seinen Plätzen sitzen, spätestens beim dritten Song strömt das Publikum in Richtung Bühne und bleibt auch da.

Der Durchbruch gelang „ABBA“ – der Name ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen – beim „Grand Prix de la Chanson“, wie der „Eurovision Song Contest“ im Jahr 1974 noch hieß. Der Hit „Waterloo“ darf natürlich auch bei den Maffeispielen nicht fehlen, ist aber gleichwohl nur ein Highlight unter vielen.

Kultbands warennoch in Amt und Würden

Die „Seventies“ waren für den Pop ein gutes Jahrzehnt, das zeigten an diesem Konzertabend die Oldies, welche die Cover-Combo „Continental Breakfast“ als Vorgruppe kredenzte. Und das nicht nur, weil Kultbands wie die „Eagles“ noch in Amt und Würden waren.

Jene Langlebigkeit war „ABBA“ gleichwohl nicht beschieden: Die beiden singenden Ehepaare trennten sich, Bjørn und Benny reüssierten als gefragte Produzenten für andere und als Musical-Autoren.

Den Abgesang überlässt „ABBA 99“ freilich anderen: Das Cover-Sextett lässt lieber bunte Kostüme mit blitzenden Schlaghosen und hohen Plateauschuhen funkeln, serviert praktisch alle „ABBA“-Hits aus den acht Jahren, in denen es die schwedische Kultband gab und entführt das sichtlich begeisterte Publikum auf eine musikalisch-rasante Achterbahnfahrt in die längst vergangenen Jahre, in denen Autos quietschorange lackiert waren und die Frisuren jeder Beschreibung spotteten.

Das schon traditionelle Feuerwerk zum Abschluss der Maffeispiele wirkt an diesem Abend wie ein Salut auf die Siebziger. Eine feine Sache, das Ganze. Das Publikum sparte nicht mit Applaus und zeigte damit deutlich seine Begeisterung.

Nicht bewertet

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