Warum der Unterricht ausgefallen ist

Dafür, dass Gregori auf rutschigen Wegen und einer aufgeweichten, sumpfigen Festwiese nicht stattfinden sollte, hatte wohl jeder Verständnis. Nicht aber für den Satz, der diesbezüglich auf der Website der Stadt zu lesen war: „Morgen (Anm. der Redaktion: gemeint ist der Dienstag) findet dennoch auf Grund des hohen organisatorischen Aufwandes kein Unterricht statt.“ Was für ein Aufwand soll das denn sein?, fragte sich so manch’ einer.

Genügend Lehrer

„Dass es beim Unterrichtsausfall blieb, hat nichts damit zu tun, dass ich nicht genügend Lehrer gehabt hätte“, erklärt Engelbrecht. „Ganz im Gegenteil: Es waren viele Kollegen da und haben sich als Betreuung angeboten, falls doch Schüler gekommen wären. Aber es stand heute Morgen kein einziger Schüler vor der Tür.“ Vielmehr sei es bei dem Schritt um ganz andere, auch rechtliche Dinge gegangen. Guten Gewissens habe sie am Montag um elf Uhr, als alle Schüler noch im Schulhaus waren, und nach Rücksprache mit der Bauhofleitung und dem Bürgermeister, eine Durchsage gemacht, dass Gregori stattfinden würde und auch den unterrichtsfreien Tag bestätigt, berichtet Engelbrecht. Diese Information sei den Eltern sogleich durch das Elektronische Schüler Informationssystem (Esis) zugegangen.

Aufwändiges Nachtelefonieren

Nachdem erst nach Schulschluss wie berichtet ein Unwetter über Pegnitz zog und zur späteren Absage von Gregori führte, hätte sie nicht mehr die Möglichkeit gehabt, alle 430 Kinder und deren Eltern anderslautend zu informieren, erläutert die Konrektorin. Denn eine Pflicht, fortlaufend Esis zu lesen, gebe es nicht, so Engelbrecht. Vielmehr würden die Eltern stets über das Hausaufgabenheft ihrer Kinder informiert, wenn dort neue Nachrichten eingestellt worden seien. Somit hätte sie über das Informationssystem und das Internet wohl nur noch einen Teil der Eltern erreicht – mit der Folge, dass dann auch nur ein Teil der Kinder zu einem kurzfristig anberaumten Unterricht am Dienstag erschienen wäre.

Schulleiterin ab 1. August

Dann aber hätte das Sekretariat bei allen fehlenden Schülern zu Hause anrufen müssen, um zu klären, ob diese aus Nichtwissenheit daheim geblieben waren, oder ob sich vielleicht doch ein Kind auf den Weg zur Schule gemacht habe, dort aber nicht ankam. Schließlich könnte ja auf dem Schulweg etwas passiert sein. „Was sollten wir machen, wenn Eltern überhaupt nicht erreicht hätten werden können?“, fragte die Rektorin in spe, die zum 1. August die Leitung der Schule übernehmen wird.

Sie habe Verständnis dafür, wenn Eltern sich ärgerten, dass sie sich für den Gregori-Ersatztermin nun noch mal freinehmen oder eventuell eine Betreuung organisieren müssen, sagt Engelbrecht. Das Argument, dass jemand durch die Beibehaltung des Unterrichtsausfalls genötigt gewesen sei, kurzfristig eine Kinderbetreuung zu organisieren, will sie aber nicht gelten lassen: „Nicht zuletzt sind wir alle bis zum Unterrichtsende davon ausgegangen, dass Gregori stattfinden wird“, schreibt die Pädagogin.

„Die Eltern hatten dies also fest eingeplant. Das heißt auch, dass die Betreuung von Elternseite am Vormittag bereits fest geregelt sein musste. Für die Betreuung der Kinder war also gesorgt.“ Für den Nachmittag bot sie gestern spontan an, die Betreuung unversorgter Kinder zu übernehmen. Gerade mal einer der 430 Schüler habe das in Anspruch genommen, berichtet Engelbrecht, die zur Beibehaltung des Unterrichtsausfalls steht und überzeugt ist: „Alles andere hätte nur Verunsicherung gestiftet.“

Regelung für die Zukunft

Ob es tatsächlich beim kommenden Dienstag als Ausweichtermin bleibe, könne sie derzeit noch nicht sicher sagen – ebenso wenig, wie der Tag dann konkret ablaufen werde. Vorher seien unter anderem Absprachen mit dem Schulamt nötig, bittet Engelbrecht um Verständnis. Angedacht sei aber unter anderem, bis 11.15 Uhr Unterricht stattfinden zu lassen. Für die kommenden Jahre will sich die angehende Rektorin nun besser wappnen: „Wir brauchen eine Besprechung mit der Stadt, dem Elternbeirat und den Kollegen, wie wir damit künftig verfahren wollen.“

 

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Kommentare

Ja genau, wir leben ja noch in der Steinzeit. Vielleicht hätte Frau Engelbrecht mit Rauchzeichen den Rest des Eltern erreicht.
Heut zu Tage haben die Eltern von jeder Klasse doch ´ne Whatsapp-Gruppe.

Aber vorher Unterricht und danach Gregori finde ich gut.
Eine Garantie gibt es nicht, dass dies alle haben. Diese „wird scho werden“-Haltung kann man sich nur leisten, wenn man nicht die Verantwortung trägt.
Kann schon sein, dass "die Eltern von jeder Klasse" eine Whatsapp-Gruppe haben. Aber nicht alle Eltern haben - aus nachvollziehbaren Gründen - Whatsapp auf ihrem Smartphone installiert.
Und: wen spricht die Rektorin an? Jeden einzelnen Klassenlehrer, der dann hoffentlich eine Mutter oder einen Vater kennt, die/der auf jeden Fall in der Elterngruppe ist und ZUVERLÄSSIG und KORREKT die Infos weitergibt? Dagegen sind Rauchzeichen effizienter :-)
Komischerweise wussten alle das es Ausfällt, obwohl doch am Montag Vormittag ins Hausaufgabenheft geschrieben wurde das Gregori ist.
Es war aber sicherlich kein Kind um 13.15 am Wiesweiher.
Solche Behauptungen können nur Leute aufstellen die es nicht betroffen hat.
Ohne Kenntnis zu haben zu behaupten, dass „alle“ davon wissen, ist schon abenteuerlich. Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar und zeigt, dass nicht jeder dazu befähigt ist Verantwortung zu tragen.
Es ist irgendwie schon verwunderlich, seit einer Ewigkeit funktioniert der "Buschfunk" in Pegnitz. Entweder es findet Gergori statt oder wenn nicht, dann ist eben Unterricht! Warum in diesem Jahr dieses Chaos, ist sicherlich für viele Eltern überhaupt nicht nachvollziehbar und am Wetterbericht kann es auch nicht gelegen haben, der hat bereits Tage vorher Gewitter etc. angesagt! Betroffene Eltern müssen jetzt wegen dieser Chaosplanung möglicherweise einen weiteren Urlaubstag opfern! Weshalb sollen Kinder nicht früh in die Schule gehen können und am Nachmittag dann Gregori feiern und weshalb sich die Verantwortlichen immer noch gegen eine Verlegung auf einen Samstag wehren ist auch nicht nachvollziehbar! Die meisten Eltern würden diese Regelung bestimmt begrüßen! Reichen da nicht schon 13 Wochen Schulferien, die berufstätige Eltern ohne ausreichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten in der selbsternannten angeblich so "familienfreundlichen" Stadt irgendwie organisieren müssen!
Chaos? Was manche hier schon wieder übertreiben..
:-)

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