Waldkauf endet vor Gericht

Dass die drei Waldstücke bei Treppendorf den Besitzer gewechselt haben, ist mittlerweile sechs Jahre her. Etliche Unterlagen, die belegen, dass seitdem gestritten wird, liegen dem Kurier vor. Daraus geht unter anderem hervor, dass ein Gutachter dem Hochstahler damals vom Kauf abgeraten hat. Weil die Waldstücke stark verwildert gewesen seien und es weder Wege durch den Wald noch eine Erlaubnis, die angrenzenden Waldgrundstücke auf dem Weg dorthin zu passieren, gegeben habe. Von einem „desolaten Zustand“ ist die Rede. Von Sturmschäden, Müll, Unkraut und Hecken. Seit Jahren sei der Wald nicht mehr bewirtschaftet worden.

Kauf trotz Sturmschäden und Wildwuchs

Der Mann aus Hochstahl kaufte im Dezember 2011 trotzdem. Weil er die Grundstücke über benachbarte Wälder seiner Schwiegereltern erreichen konnte und weil im Betrieb der Eltern rund 300 Kubikmeter Hackschnitzel pro Jahr benötigt würden. Die Grundstücke sind zusammen etwa 35.000 Quadratmeter groß. Die Holzmenge darauf wird auf 600 bis 1000 Kubikmeter geschätzt.

Einen Monat später fühlt sich die Frau betrogen

Der Hochstahler und die Welkendorferin einigten sich. Auf 15.000 Euro für die Grundstücke und rund 12.000 Euro für das darauf vorhandene Holz. Einen Monat später bekommt die Welkendorferin Zweifel an der Redlichkeit des Hochstahlers. Die Tochter der Verkäuferin behauptet, der Waldkäufer habe deutlich zu wenig gezahlt. Er habe eine alte Frau übers Ohr gehauen und deren Unerfahrenheit in geschäftlichen Dingen ausgenutzt. Die Frau klagt.

Von wegen unerfahren

Dass die damals 77-Jährige nicht wusste, was sie tat, bezweifelt der Mann aus Hochstahl. Er sagt, die Frau soll darauf gedrängt haben, den Preis für die Grundstücke niedriger anzusetzen und den für das Holz dafür höher. Weil sich damit Notarkosten sparen ließen. Und die Frau soll den Hochstahler außerdem vor Zeugen darauf hingewiesen haben, dass dieser die Erwerbsnebenkosten selbst zu tragen habe.

Aus 12.000 Euro werden über Nacht 96.000 Euro

Und dennoch: Die Welkendorferin bestellt einen Hollfelder Architekten um ein Gutachten über den Wald anfertigen zu lassen. Der kommt zu dem Schluss, dass es sich bei dem Holz um überwiegend hochwertiges Fichtenholz gehandelt habe. Bilder, die im Wald gelagertes Holz zeigen, sollen das belegen. Folglich belaufe sich der Wert des gekauften Holzes auf 96.000 Euro, der des Grundstücks auf 20.000 Euro, schätzt der Architekt.

Fast die Hälfte nur noch Hackschnitzel

Der Mann aus Hochstahl widerspricht. Wertvoll sei gerade einmal 30 Prozent des Holzes gewesen. 40 Prozent habe er nur noch als Hackschnitzel verkaufen können. Der Rest: Pappel und Birken. Abzüglich der kosten für die Ernte habe er nicht einmal 10.000 Euro daran verdient. Das auf den Fotos gezeigte Holz stamme unter anderem aus den benachbarten Waldstücken und sei zur Abholung dort gelagert worden. Es sei außerdem gar nicht ersichtlich, wann die Fotos aufgenommen wurden. Der Architekt sei zudem als Gutachter nicht geeignet, weil er Fachbegriffe des Forsts durcheinander geworfen habe.

Gutachter widerspricht Gutachter

Im Mai des vergangenen Jahres hat das Landgericht Bayreuth ein Gutachten in Auftrag gegeben. Ein Sachverständiger aus Neudrossenfeld kommt darin zu dem Schluss, dass das Gutachten des Hollfelders angezweifelt werden muss. Dass sich die Angaben der Welkendorferin zum Holzbestand heute weder bestätigen, noch fachlich nachvollziehen ließen. Die Welkendorferin verweist daraufhin erneut auf die Fotos, auf denen Holzart und Durchmesser eindeutig erkennbar seien.

Jede Menge Zeugen geladen

Am Donnerstag, 12. Januar,  sollen nur vor dem Landgericht Bayreuth jede Menge Zeugen aussagen. Unter anderem soll eine Frau beweisen, dass sie die Fotos kurz nach dem Waldverkauf und auf den entsprechenden Grundstücken gemacht hat. Andere Zeugen, darunter Mitarbeiter des Forstes, sollen erklären, welches Holz sich vor sechs Jahren auf den Waldgrundstücken befand.

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Kommentare

Zwei Bauernfünfer wollten sich gegenseitig über´s Ohr hauen ;-)