Waischenfeld: Aus für Literaten

Damit dürfte das Treffen vom vergangenen Wochenende endgültig das letzte zur Gruppe 47 gewesen sein. „Das ist Geschichte“, sagt Dressel. Es sei nicht geplant, dass die Stadt Waischenfeld ein weiteres Literaturwochenende auf die Beine stelle.

Man habe bevor diese Entscheidung getroffen wurde auch Rücksprache mit einigen Autoren genommen. Angesichts dessen, dass es bundesweite bereits Hunderte Literaturfestivals gebe, wäre dies „nicht zielführend“ gewesen, wie Dressel sagte.

Bei der Entscheidung habe auch das hohe Alter der Mitglieder der Gruppe 47 eine Rolle gespielt. „Wenn, dann müsste man das mit jüngeren Schriftstellern machen“, sagte Dressel.

Ein kleines Türchen offen

Hat also Waischenfeld als Treffpunkt für Literaten ausgedient? Bürgermeister Edmund Pirkelmann lässt da noch ein kleines Türchen offen. Auch für Pirkelmann ist klar, dass die Gruppe 47 Geschichte ist.

Jedoch: Sollte es seitens jüngerer Autoren den Wunsch nach weiteren Literatentreffen in Waischenfeld geben, könne man darüber reden. Die Initiative müsse von den Schriftstellern ausgehen.

Denkbar wäre für den Bürgermeister auch ein Literatentreffen etwa unter Federführung der Metropolregion Nürnberg. Die Stadt Waischenfeld würde dann laut Pirkelmann die Lokalitäten bereitstellen.

Dazu wird es aber wohl nicht kommen. Wie Anke Steinert-Neuwirth, Kulturreferentin der Stadt Erlangen und Geschäftsführerin des Forums Kultur der Metropolregion, auf Kurier-Nachfrage sagte, kann das Forum Kultur nicht als Veranstalter einzelner Projekte auftreten. „Wir machen keine Einzelveranstaltungen.“ Hierzu würden die Strukturen fehlen.

Steinert-Neuwirth hatte das Literaturwochenende in Waischenfeld selbst besucht und sich begeistert von dem Treffen gezeigt. „Das war wirklich grandios.“ Umso mehr würde sie bedauern, wenn man in Waischenfeld künftig nicht mehr die Organisation für eine solche Veranstaltung in die Hand nehmen würde.

Werbeeffekt

Indes bewerten Pirkelmann und Dressel das Literaturwochenende um die Gruppe 47 als Erfolg. Zumindest was den Werbeeffekt betrifft.

Überregional wurde über die Stadt in der Fränkischen Schweiz berichtet, am vergangenen Samstag sogar in einem vierminütigen Beitrag im „heute journal“.

Ob sich dies auch in Übernachtungszahlen niederschlägt? Natürlich hatte sich dies die Stadt erhofft. Beim Literaturwochenende hatten sich aber hauptsächlich Literaten und Journalisten eingebucht. Ob sich der Werbeeffekt als nachhaltig erweist, wird sich zeigen.

Was die Finanzierung des vergangenen Literaturwochenendes betrifft, so liege man im Plan, wie Dressel sagt. Die Rede ist von Kosten in der Höhe von insgesamt 140.000 Euro.

Was auf jeden Fall noch realisiert werden soll, ist der Aufbau der Stelen zur Gruppe 47 entlang der Wiesent im nächsten Jahr.

Und damit die Werke der Gruppe 47 nicht ganz in Vergessenheit geraten, denkt man bei der Stadt darüber nach, einen kleinen Bibliotheksraum mit den Büchern der Autoren in der Stadt einzurichten. Was aber laut Dressel nicht in absehbarer Zeit geschehen wird.

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Kommentare

Wow...140.000 Euro an kosten für ein einziges Wochenende sind schon eine stolze Summe. Das kann doch niemals mehr eingespielt werden über potentielle Übernachtungszahlen bedingt durch den Werbeeffekt. Mich wundert, dass sich eine Stabilissierungsgemeinde dies überhaupt leisten kann. Das möge verstehen, wer will.
Zudem frage ich mich, wofür das ganze Geld überhaupt benötigt würde. Haben da die Schriftsteller Geld dafür bekommen, dass sie dort aufgetreten sind???
Das ist ja wirklich unglaublich! Und dafür wurden 1 4 0 . 0 0 0 € ausgegeben oder müsste man eher sagen "verbrannt"?
Stolze Summe. Aber: Waischenfeld und die Pulvermühle hatte am Wochenende eine bundesweite Berichterstattung. Unter anderem mehrere Minuten in den Tagesthemen. Auto-, Waschmittel- und Brauerei Konzerne zahlen solche Beträge für bundesweite Fernsehsekunden.
Toller Vergleich....Naja. Meines Erachtens zu viel, um das als Gewinn bringende Werbeveranstaltung zu verbuchen. Für 140.000 kann man viel effektiver Werbung machen. Das Preis Leistungs Verhältnis passt hier in diesem Fall wohl eher nicht. Ist aber meine Meinung dazu, unabhängig davon, dass die Veranstaltung an sich bestimmt spannend und interessant war. Zweifels Ohne
Mmmh, 1 Impuls in den Medien an einem Tag! Das bringt null!

Auto-, Waschmittel- und Brauerei-Konzerne gehen da schon etwas professioneller und konzeptioneller vor. Die Berichterstattung hat nicht für 1 Cent Wirkung in Deutschland, weil sie einfach verpufft - das sorgt nicht für Aufmerksamkeit in den Köpfen der Leute. Da braucht's schon ein bisschen mehr. Ist leider eine Milchmädchenrechnung - sonst wäre ja Werbung wirklich zu einfach.

Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass die Lokalpolitiker das alles unter "Werbung" sehen und sahen und dafür lässt sich eine solch hochdekorierte Personenschaft einfach nicht einspannen. Das war von Anfang an eine Totgeburt.
Sehr richtig, Herr KlugerKopf. Sehe ich genauso. Mir leuchtet so eine gigantische Summe für so eine Veranstaltung noch immer nicht ein. Wahnsinn, was man als Kommune mit diesem Geld alles machen hätte können. Und der Landkreis hat's auch noch mit glaube 5.000 Euro subventioniert. Eigentlich ist so was schon ein Fall fürs Weißbuch für Steuergeldverschwendung. Und das als Stabilissierungsgemeinde....Echt irre :-)))))
Und Herr stm. Sie haben vergessen, ihren Namen unter ihren Kommentar zu setzen :-)))
Neuer Bericht zum gleichen Thema:
http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/dreht-sich-literaturrad-weiter_614455
Noob0312: Stmmt, Herr ..., wie war gleich Ihrer?

:-)
Mein Name ist Bond. James Bond :-))))
Montag, 13. November 2017 - 11:06