Vorsicht: Falsche Polizisten am Telefon

Im Jahr 2016 wurden im Bereich der oberfränkischen Polizeidienststellen 69 Anrufe von falschen Polizeibeamten bei potenziellen Opfern erfasst. Das teilt die Polizei mit. Der Vermögensschaden summiere sich auf einen Betrag von fast 200.000 Euro. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres gingen bei der Polizei in Oberfranken bereits 87 Meldungen derartiger Anrufe ein. Der dabei entstandene Schaden belaufe sich aktuell auf knapp 60.000 Euro.

Die echte Polizei erklärt die Betrugsmasche

Trickbetrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus, um vorwiegend ältere Menschen zur Herausgabe ihrer Wertsachen zu bringen. Das Telefon klingelt, auf dem Display die 110, am Apparat ein vermeintlicher Polizeibeamter. Er erkundigt sich, ob Wertsachen in der Wohnung seien, man müsse diese in Sicherheit bringen und Spuren sichern. Gleich würde deshalb ein weiterer Beamter vor der Haustür stehen, um die Wertsachen in Empfang zu nehmen.

So oder ähnlich versuchen Trickbetrüger im gesamten Bundesgebiet vorwiegend ältere Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. Sogar vermeintliche Haftbefehle wurden schon verschickt, mit dem Hinweis, diese seien nur durch das Zahlen einer hohen Summe abzuwenden. Die Fälle häufen sich.

Betrüger agieren aus dem Ausland

„Die Betrüger geben sich am Telefon überzeugend als Polizisten und auch als Staatsanwälte aus, um so auf perfide Weise das Vertrauen der Angerufenen – zumeist Senioren und Seniorinnen, zu gewinnen“, erläutert Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Dabei nutzen die Täter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt - obwohl die Anrufer zumeist aus dem Ausland agieren.

Unter Vorwänden, wie beispielsweise die Polizei habe Hinweise auf einen geplanten Einbruch, gelingt es den Betrügern immer wieder, ihren Opfern mittels geschickter Gesprächsführung glaubwürdig zu vermitteln, dass ihr Geld und ihre Wertsachen zuhause nicht sicher seien. Ein Polizist in Zivil werde vorbei kommen, um das gesamte Geld und sämtliche Wertsachen „in Sicherheit“ zu bringen. Ein anderer Vorwand ist, dass die Ersparnisse auf untergeschobenes Falschgeld überprüft und Spuren gesichert werden müssten, ein Polizist komme vorbei und werde Geld beziehungsweise Wertsachen abholen.

Niemals Geld ins Ausland überweisen

Auch auf die Konten und Bankdepots ihrer Opfer haben es die Betrüger abgesehen. Unter dem Hinweis, die Bankmitarbeiter seien korrupt, sollen die Angerufenen ihre Konten und Bankdepots leeren und einem Unbekannten, der sich als Polizist ausgibt, übergeben.

Andere Betrugsopfer werden von der falschen Polizei dazu aufgefordert, Geld ins Ausland zu überweisen, damit eine angebliche Betrügerbande festgenommen werden könne. Reagiert ein potenzielles Opfer misstrauisch, wird es unter Druck gesetzt - unter anderem mit dem Argument, man behindere damit eine polizeiliche Aktion.

Angeblich geheime Aktionen des Bundeskriminalamtes

Besonders dreiste Täter gaben sich auch schon als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts in “hochgeheimer Mission“ aus. Hatten sich ihre Opfer bereits bei der richtigen Polizei gemeldet, weil sie misstrauisch geworden waren, kontaktierten die Täter ihr Opfer erneut, um es mit dem Hinweis, diese echte Polizei sei korrupt und würde die hochgeheime Operation des Bundeskriminalamts stören, zu verwirren.

Dabei scheuten sich die Betrüger nicht, gefälschte Verpflichtungserklärungen zum Beispiel eines „informellen Mitarbeiters des Bundeskriminalamts“ oder ähnliche Anschein-Dokumente zu verwenden, um ihr Opfer zu täuschen. Neben den Anrufen wurden in jüngster Zeit sogar Haftbefehle verschickt mit der Aufforderung, die im Schreiben genannte Geldstrafe zu bezahlen, ansonsten drohe die Inhaftierung.

Tipps der oberfränkischen Polizei

 

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Notrufnummer 110 an
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen
  • Verständigen Sie im Zweifel ihre örtliche Polizeidienststelle oder wählen Sie den Notruf 110

 

red

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