Vor 50 Jahren: Elektro-Heilschlafzentrum

Eine Sitzung des Verkehrsausschusses ergab damals einige Neuigkeiten. Wie der „Nordbayerische Kurier“ in der Ausgabe vom 6. Februar 1968 berichtete, stand die Geschwindigkeitsbegrenzung an der Bindlacher Allee im Mittelpunkt der Diskussion. Dort war damals das Tempo für den Verkehr auf 50 Stundenkilometer beschränkt. Viele forderten eine Abschaffung des Tempolimits, doch der Verkehrsausschuss entschied sich dagegen. „Wenn jetzt auch noch die Geschwindigkeitsbegrenzung wegfallen würde, stiege die Zahl der Unfälle bestimmt noch mehr an“, gab Alfons Wieser, Vertreter des ADAC, damals zu bedenken.

Parkverbot in der Äußeren Badstraße

Stattdessen entschied man sich, an der Einmündung der Ritter-von-Popp-Straße eine Ampelanlage zu installieren, um den Verkehrsfluss weiterhin zu gewährleisten. Bislang war es nämlich der Fall gewesen, dass ein Polizeibeamter zu den Spitzenzeiten den Verkehr an der Stelle hatte regeln müssen. Des Weiteren beschloss der Ausschuss damals den Bau einer zusätzlichen Verkehrsinsel an der Kulmbacher Straße. Gleichzeitig sollten der Meranierring und die Dr.-Würzburger-Straße zu Vorfahrtsstraßen erklärt werden.

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Zu guter Letzt beschäftigten sich die Mitglieder des Verkehrsausschusses noch mit einem Antrag der Bewohner eines Hochhauses an der Äußeren Badstraße. Die dort lebenden Bürger hatten gefordert, den Bereich zwischen Ebert- und Miedelstraße für den Verkehr zu sperren, da Kinder durch die parkenden Autos und den Verkehr gefährdet seien. Der Ausschuss entschied schließlich nicht die Sperrung des Verkehrs an besagter Stelle, sondern ein Parkverbot auf beiden Seiten der Straße.

Gefahren, die in der Dunkelheit lauern

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von Ratschlägen, die die Kriminalpolizei damals erteilte, um Gefahren in der Dunkelheit zu entgehen. So riet die Polizei etwa dazu, dunkle Straßen und Wege sowie schlecht beleuchtete Einfahrten und Abkürzungen zu meiden. Frauen und Mädchen wurde empfohlen, nicht allein unterwegs zu sein und beispielsweise Taxifahrer um Hilfe zu bitten. Begleitung sei jedoch für jeden der beste Schutz, da Verbrecher sich meist scheuten, eine Gruppe anzugreifen.

Des Weiteren berichtete der Kurier damals von der Eröffnung des ersten modernen Heilschlafzentrums der Bundesrepublik in Bischofsgrün. Das Elektro-Heilschlafzentrum bot Therapien und ambulante Behandlungen bei Krankheiten wie etwa Durchblutungsstörungen, Schlaflosigkeit, Asthma oder auch der Managerkrankheit. Die Klinik stand unter der Leitung des Bayreuther Neurologen und Psychiaters Erich Weihs, der versicherte, die Elektro-Heilkur habe nichts mit einer Schocktherapie zu tun und sei vollkommen ungefährlich für den Patienten.

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