Von Null auf Schulbester in zwei Jahren

Den Weg, den Gagik Danielyan genommen hat, nennt Ronald Langer von der Mittelschule Altstadt "eine super Entwicklung, wenn man das so sagen kann". Nahezu alle Kinder, die als Flüchtlinge oder als Asylbewerber nach Bayreuth kommen, "landen bei uns, machen hier ihre Deutschkurse in Übergangsklassen oder bei Drittkräften", sagt Langer. Unter anderem bei Katharina Schwab-Stepanenko, bei der auch Gagik Danielyan in der Gruppe war. "Ich habe dann noch zusätzliche Kurse belegt, weil ich einen guten Quali machen wollte", sagt der 16-Jährige, der in Armenien eine Art Gymnasium besucht hat, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Verzicht auf Sport zugunsten des Lernens

Der schlanke junge Mann mit den wachen Augen und der dunklen Brille scheint einer von den Menschen zu sein, die sich ihren Zielen Schritt für Schritt mit großer Beharrlichkeit nähern. Um sich dann das nächste Ziel zu setzen. "In Armenien", sagt er, "war mein Lieblingssport das Schwimmen. Ich bin eher der ruhigere Charakter." Den Sport hat er in den vergangenen Jahren zurückgestellt, "wegen des Lernens. Darauf habe ich mich konzentriert. Aber vielleicht kann ich ja jetzt wieder anfangen und sogar in einen Verein gehen. Denn Sport ist wichtig und bedeutet auch Gesundheit."

Lehrer halfen auf seinem Weg nach vorn

Gesundheit ist ein Thema, das die Familie - Vater, Mutter, eine vier Jahre jüngere Schwester - bewegt hat, Armenien zu verlassen: "Mein Vater ist im Krieg damals verletzt worden und hat eine Behinderung. Das hat sich immer mehr verschlechtert und konnte in Armenien nicht behandelt werden." Deshalb sei die Familie aus Armenien ausgereist, habe in Deutschland einen Asylantrag gestellt. "Den ersten Monat haben wir in einem Lager in Fürth verbracht. Ich dachte, dass ich nie Deutsch lernen würde, weil es eine sehr schwere Sprache ist", sagt der junge Mann. Nach vier Wochen zieht die Familie nach Bayreuth. "Der Besitzer des Hauses, in dem wir leben, hat mir geholfen, mich an der Altstadtschule anzumelden." Alle Lehrer, sagt Gagik Danielyan, seien "sehr nett" und hätten ihn nach Kräften unterstützt, sich zurecht zu finden. Anschluss zu finden.

Eine neue Sprache ist eine neue Welt

Und einzutauchen in das, was Danielyan so beschreibt: "Eine neue Sprache ist eine neue Welt. In Armenien sagt man: Du bist ein umso besserer Mensch, je mehr Sprachen du kannst." Ein Aufruf, nie die Neugier zu verlieren. Und nie aufzuhören zu lernen. Gagik Danielyan lernt schnell. Auch wegen seines Vaters: "Ich habe ihn immer begleitet, wenn er zu Ärzten oder ins Krankenhaus musste. Und habe für ihn übersetzt." Über Russisch, die Sprache spricht er auch, habe er einen ersten Freund in Bayreuth kennengelernt. Mit den Kenntnissen in Deutsch kamen auch die Freundschaften zu Jungs aus der Schule. "Das war unglaublich, wie sich das entwickelt hat. Aber es ist eben so: Wenn du nett zu den Leuten bis, dann sind sie auch nett zu dir." Egal, welche Muttersprache sie haben.

Der Weg könnte auch aufs Gymnasium führen

Gagiks Mutter sei so stolz auf ihren Sohn, dass sie jetzt natürlich hoffe, der 16-Jährige würde bald aufs Gymnasium gehen können. "Man hat mir gesagt, dass ich diese Chance habe, weil es am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium die Einführungsklasse für Kinder wie uns gibt. Aber ich habe mich jetzt erst einmal an der Albert-Schweitzer-Schule angemeldet. Dort kann ich in einem Jahr die Mittlere Reife schaffen. Dann sehen wir weiter", sagt er - und fügt mit strahlenden Augen an: "Ich möchte so gern Informatiker werden."

Am liebsten würde er in Bayreuth bleiben

Am liebsten in Bayreuth, "in der Stadt, die ich sehr mag", wie er sagt. Allerdings ist genau diese Frage noch offen, denn: Der Asylantrag, den die Familie gestellt hat, ist abgelehnt worden. "Das Verfahren läuft. Eine Entscheidung, ob wir bleiben dürfen, ist noch nicht getroffen", sagt Gagik Danielyan. "Wenn wir zurück müssen, müssen wir zurück." Doch an die Entscheidung mag der Einser-Schüler, der als Bester seine Schule verlässt, jetzt nicht denken. Schließlich ist jetzt erst einmal Abschlussfahrt. Eine Reise mit seinen Freunden, die er "überglücklich über diese Note" antritt.

Nur ein weiterer Schüler macht einen so guten Quali in Bayreuth

Fast hätte es übrigens für Gagik Danielyan gereicht, den besten Quali in ganz Bayreuth zu machen. Während an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) der beste Schüler mit einem Schnitt von 1,7 im Quali abschließt, wie Rektor Manfred Riedel auf Nachfrage sagt, gibt es einen weiteren Schüler an der Mittelschule St. Georgen, der den gleichen Schnitt wie Gagik Danielyan erreicht hat. Das sagt Rektor Alfred Bogner auf Anfrage des Kuriers.

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Kommentare

...und wie heißt der junge Mann? Wo ist das Bild?
Die Ausnahme die die Regel bestätigt…
Auf der Website des "Reisebüro - Armenian Travel Bureau -" heißt es zu besagtem Land:

"Etwa 94% der Armenier betrachten sich selbst als Armenische Christen, die ihren Glauben direkt von den Apostel Christi hergeleitet haben. Der christliche Glaube hat die armenische Kultur derart geformt, daß er die gesamte Struktur des Landes so gut wie in jede Ecke durchdringt. Armenien war das erste Land, welches das Christentum im Jahre 301 zur Staatsreligion erklärt hat."

Ob das was mit irgendwas zu tun hat?

Wie dem auch sei: Ohne wenn und aber herzlichen Glückwunsch zu und große Achtung vor den Leistungen des jungen Mannes!
Aufschlussreich was der SPD Politiker Tilo Sarrazin in seinem 1A Bestseller schreibt
und zwar zu ganz bestimmten Ethnien, die einer ganz bestimmten "Ideologie" anhängen.

Kein Wunder, dass seine Parteikollegin Aydan Özoğuz
(DIE mit den Salafistenbrüdern und dem Faible für Kinderehen und
ihren sonstigen irritierenden Aussagen)
ihn, den Thilo, aus der Partei drängen wollte.

Getroffene Hunde bellen eben…
Volle Konzentration auf die neu zu lernende Sprache,
kein Herumlungern
auf Straßen, Plätzen und Einkaufszentren...
Einfach mal: Glückwunsch, Super-Leistung! Und alles Gute weiterhin!
Wer zahlt die sicher nicht ganz billige Behandlung des Vaters???
Frage mich, in welchem Krieg der Vater verletzt wurde. 2016 kann's ja nicht sein.
Imposant, was der Bursche hinlegt! Hoffentlich dürfen sie bleiben.
Alle Hochachtung vor so einer tollen Leistung!!! Solche motivierten Migranten bräuchten wir noch viel mehr. Dann wäre uns um Fachkräfte nicht bange. Ich glaube aber, dass solche Jungen Männer eher die Ausnahme bleiben werden.
Laut laenderdaten.info stellten im Jahr 2016 5185 Personen aus Armenien in Deutschland einen Asylantrag. Lediglich bei 33 Personen wurde er positiv entschieden. Das entspricht einer Anerkennungsquote von 1,89%
Noch Fragen?
Gute Reise
...wann ist die Familie nach Deutschland gekommen?
Wenn die Anerkennungsquote, wie dargestellt, so schlecht ist,
dann ist die Leistungsmotivation dieses jungen Mannes umso höher zu bewerten.

Auf jeden Fall hatte er keine Zeit für irgendwelche Grapschereien
oder Vergewaltigungsversuche
oder für noch Schlimmeres...